Behörde will mit Fragebögen Krebserkrankungen nachspüren - Von Stephan Voigt

Appell zum Mitmachen

Dr. Frank Stümpel (links), Michael Hoopmann, Dirk Eberle und Hermann Luttmann hoffen auf eine hohe Beteiligung an der Fragebogen-Aktion Foto: Voigt
 ©Rotenburger Rundschau

Seit Wochen bewegt die erhöhte Krebsrate in Bothel die Region. Nun beginnt die Ursachenforschung. Mit Hilfe einer Fragebogen-Aktion sollen Botheler Bürger Auskunft über etwaige Leukämie- oder Lymphomerkrankungen geben. Die Behörden hoffen dabei darauf, dass sich möglichst viele Bürger beteiligen.

„Wir wollen Antworten von allen, nicht nur von Erkrankten haben“, sagte Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Stümpel während der Vorstellung der Fragebogenaktion im Botheler Rathaus. In dem Fragebogen, der nun an 6.970 Botheler ab 16 Jahren verschickt wird, wird nach möglichen Erkrankungen, Wohnort und Arbeitsplatz gefragt. „So wollen wir sehen, ob die gesamte Samtgemeinde betroffen ist oder ob sich die Erkrankungen auf Personen beziehen, die einen bestimmten Arbeitgeber haben oder hatten“, erklärt Michael Hoopmann vom Niedersächsischen Gesundheitsamt. Ebenso wird nach Erkrankten in der eigenen Familie gefragt sowie nach Personen, die erkrankt waren und mittlerweile verstorben oder verzogen sind. „Ein Kind von zwei Jahren wird uns den Fragenbogen nicht ausfüllen können. Außerdem wollen wir auch über bereits Verstorbene Daten bekommen“, so Stümpel. Der Gesundheitsamtsleiter stellt dabei deutlich heraus, dass es wichtig ist, Antwort von möglichst vielen Befragten zu bekommen. „Das kann ich nicht oft genug betonen. Nur wenn wir einen großen Datenpool haben, sind die Angaben auch statistisch auswertbar“, so Stümpel, der angibt, bei einer Rückläuferquote von 80 Prozent „richtig glücklich“ zu sein. Er fügt hinzu: „Die Fragebögen werden direkt an mich geschickt und ich unterliege der ärztlichen Schweigepflicht. Wenn wir Auswertungen zusammen mit dem Landesgesundheitsamt durchführen, dann werden die Daten zunächst anonymisiert. Das Rotenburger Gesundheitsamt verlassen keine Namen und Anschriften. Und wenn die Untersuchung beendet ist, werden alle Daten vernichtet.“ Durch die Aktion wollen die Behörden vor Ort in die Lage versetzt werden, Kontakt mit den an Blutkrebs Erkrankten aufzunehmen. Außerdem sollen, anders als bei der Auswertung des epidemiologischen Krebsregisters im September – diese Untersuchung soll übrigens auch rund um die Samtgemeinde Bothel herum stattfinden –, auch Erkrankungen vor 2003 sowie in den Jahren 2013 und 2014 erfasst werden. Die nun begonnene Untersuchung ist dabei ziemlich ehrgeizig. Denn die Rückantworten sollen bereits bis Montag, 1. Dezember, im Gesundheitsamt vorliegen. „Wir wissen, dass das kurzfristig ist, wollten aber verhindern, in die Weihnachtszeit zu kommen, in der die Menschen anderes im Kopf haben“, so Stümpel. Auch Landrat Hermann Luttmann und Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle wissen, dass die Bürger wenig Zeit zum Ausfüllen des Fragebogens haben. „Ich möchte der Sache Nachdruck verleihen. Für die Bürger ist es sicher nicht ganz einfach sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn sie selbst betroffen sind oder ein Angehöriger an Krebs verstorben ist“, sagt Luttmann und Eberle ergänzt: „Ich appelliere an die Menschen, mitzumachen. Es geht nicht darum, Wunden aufzureißen, sondern darum, den Ursachen für die Krebsfälle auf die Spur zu kommen.“

12.04.2019

Geflügelmarkt Fintel

09.04.2019

Scheherazades Rache

05.04.2019

Zirkus in Brockel

05.04.2019

30 Jahre Kanal 11