Ausstellung zum 60. Todestag von Clara Rilke-Westhoff im Otto-Modersohn-Museum

Mit klarem und energischem Blick

Xenia von Hahn und Charlotte Freitag musizieren
 ©Rotenburger Rundschau

Wenn man sich mit Kunst befasst, so solle man das so ernsthaft und konzentriert tun wie Kinder bei ihrem intensiven Spiel – das war die feste Überzeugung der Bildhauerin und Malerin Clara Rilke-Westhoff. Wenn sie malte, konnte sie vor sich hinsummen und beglückt sagen: „Was ist das Malen für eine schöne Sache!“ Viel zu selten begegnet man ihren Kunstwerken – aber jetzt hat das Otto-Modersohn-Museum aus Anlass ihres 60. Todestages der Künstlerin (sie starb am 9. März 1954 in Fischerhude) in einer Gedächtnisausstellung zahlreiche Werke zusammengeholt, darunter selten oder noch nie gezeigte Stücke.

Nach der Ausstellung in der Galerie Cohrs-Zirus, Worpswede, zum 100. Geburtstag 1978 und gelegentlichen kleineren Präsentationen ist es nun erstmals wieder möglich, sich dem Werk einer Künstlerin anzunähern, die in spannungsreicher Beziehung zu einem der bedeutendsten deutschen Dichter des frühen 20. Jahrhunderts und zu einer Malerin von expressiver Wirkmächtigkeit stand. Zwischen Paula Modersohn-Becker und Rainer Maria Rilke nimmt sie einen Platz ein, der noch immer nicht voll erschlossen und bewertet ist, wie Rainer Noeres, Direktor des Museums, bei der Eröffnung anmerkte. Schon als 17-Jährige geht Clara Westhoff 1895 nach München, beantragt selbstbewusst die Zulassung zum Studium der Malerei, die ihr – in Übereinstimmung mit der damaligen Praxis – allerdings verweigert wird. So ist sie, wie bald darauf Paula Becker in Berlin, auf private Malschulen angewiesen. In Worpswede wird sie 1898 Schülerin von Fritz Mackensen, der ihre Begabung für skulpturales Arbeiten erkennt und sie an den Bildhauer Max Klinger in Leipzig empfiehlt. Nach Studien bei ihm kann sie ab 1900 ihre Arbeiten im Atelier von Rodin in Paris korrigieren lassen und in die von ihm gegründete Bildhauerschule eintreten. Parallel dazu entwickelt sich die Freundschaft mit Paula Becker – beide voller Lebensfreude und wohl auch Übermut, wie das eigenmächtige und stirnrunzelnd kritisierte Läuten der Worpsweder Kirchenglocke beweist – festgehalten in einer humorvollen Zeichnung Paulas. Die Ehe mit Rilke und die Geburt der Tochter Ruth bringen dann finanzielle und personale Spannungen. Nach dem Ersten Weltkrieg baut Clara ein Haus in Fischerhude – das heutige Rilke-Café, dessen Einrichtung in manchem noch an die frühere Bewohnerin erinnert. Dort wendet sie sich auch wieder der Malerei zu. Die gediegene Ausstellung im Otto-Modersohn-Museum zeigt eine Künstlerin, die kraftvoll und sensibel ihren Weg gegangen ist – in Fischerhude als „unsere Frau Rilke“ zunehmend beliebt und auch Jahrzehnte nach ihrem Tod noch lebhaft erinnert. Die Portraitgemälde von Helmuth Westhoff, dem Bruder Claras, aus den Jahren 1915 und 1954, dazu das erstmals gezeigte Portrait, das Professor Oskar Zwintscher 1902 auf Wunsch Claras und Rainer Maria Rilkes gemalt hat, zeigen eine Frau, die ihre Umwelt mit klarem und energischem Blick erfasst. Auffallend die sensiblen Hände in Zwintschers Portrait, hier wie in den Arbeiten des Bruders aber auch die selbstbewusste Haltung. Gleich eingangs der Ausstellung finden sich Zeichnungen von Clara Rilke-Westhoff, die ihre Sicherheit und Eigenwilligkeit im Erfassen des Gegenstands verraten. Von großer Klarheit ist die Bronzebüste, die sie von Gustav Pauli, dem Direktor der Bremer Kunsthalle, schuf. Von Heinrich Vogeler gestaltete sie mehrere Portraits, darunter die schöne, gesammelt aufwärts blickende Bronzebüste. Deutlich wird, wie sie neben ihren Zeitgenossinnen Camille Claudel, Käthe Kollwitz und Renée Sintenis zu energischem, dabei einfühlsamem Ausdruck findet. Das zeigt etwa auch ein Vergleich mit den vielen Portraitbüsten des französischen Bildhauers Charles Despiau, die zeitgleich im Bremer Gerhard-Marcks-Haus ausgestellt werden. Neben mehreren Bronzebüsten von Rainer Maria Rilke hat sie auch die immer wieder berührenden, sensibel vibrierenden Bronzeköpfe ihrer Freundin Paula Modersohn-Becker geschaffen, deren Lebenszugewandtheit und Feinfühligkeit sie zeitüberdauernd eingefangen hat. Neben den Bronzeplastiken sind es auch Gemälde, die den Besucher im Otto-Modersohn-Museum beeindrucken, darunter ein Apfel-Stillleben, das sich neben den bekannten Gemälden Cézannes und Paula Modersohn-Beckers zu diesem Thema souverän behauptet. Schließlich sei das Gemälde des zwölfjährigen Bernhard Müller genannt, eines Nachbarkindes, das Clara 1943 malte. Der heute 83-jährige Besitzer hat es, wie viele andere private Leihgeber, für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. In klarer, eigenwillig gebrochener Farbigkeit zeigt es einen Jungen, der entschieden und erwartungsvoll in das Leben blickt. Die Eröffnung der Ausstellung wurde von Xenia von Hahn und Charlotte Freitag musikalisch frisch und festlich eröffnet, Rainer Noeres richtete in seiner Einführung den Blick auf Clara und Rainer Maria Rilke. Die Ausstellung ist bis zum 11. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Angesichts der Vielgliedrigkeit und trotz des Fehlens der ursprünglich zugesagten Leihgaben aus dem Rilke-Archiv Gernsbach überzeugend informativen Darbietung wäre eine Präsentation auch über diesen Zeitrahmen hinaus wünschenswert – schließlich gehört die Künstlerin maßgeblich in ihren Lebens- und Wirkungsbereich. Marina Bohlmann-Modersohn, die Verfasserin der bemerkenswert anschaulichen und materialreichen Biographien von Paula Modersohn-Becker und von Otto Modersohn, erarbeitet zurzeit eine ähnlich qualitätvolle Beschreibung des Lebens von Clara Rilke-Westhoff, die hoffentlich im Spätherbst vorgestellt werden kann. Uwe Lehmann

Martinsfest in Oyten
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Sowohl der Laternenumzug als auch der Martinsmarkt am darauffolgenden Tag lockten die Oytener ins Freie. Fotos: Elke Keppler-Rosenau

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13.11.2017

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Schauturnen TV Sottrum - Part 1
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Fotos: Antje Holsten-Körner

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12.11.2017

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