Auswärtige Fracking-Gegner rissen Diskussion an sich

Worther Bürger kamen zunächst kaum zum Zuge

Jochen Kaliner (Betriebsleiter Söhlingen), Sascha Alles (Geologe), Dieter Sieber (Frac-Experte) und Hans-Hermann Nack (Unternehmenssprecher) von Exxon-Mobil stellten sich den Fragen der Bürger aus Hastedt und Worth Foto: Plage
 ©Rotenburger Rundschau

(age). Die Informationsveranstaltung der ExxonMobil über das geplante Bohrprojekt Worth Z1a brachte hitzige Diskussionen. Grund dafür waren Fracking-Gegner aus Sottrum und Hassendorf. Sie verwickelten die vier Exxon-Mobil Mitarbeiter in Grundsatzdiskussionen. Dabei wurden Zahlen richtig genannt aber in einem falschen Zusammenhang wiedergegeben, wie die Exxon kritisierte. Auch die Bitte der Anwesenden aus Worth, man wolle erst einmal über die möglichen Risiken der Bohrstelle Worth Z1a sprechen, half nichts. Die Grundsatzdiskussionen gingen zum Teil lautstark weiter. Nur wenige Chancen hatten die Worther ihre Fragen zu stellen.

Exxon-Mobil-Unternehmenssprecher Hans-Hermann Nack erläuterte am Anfang der Informationsveranstaltung das geplante Bohrprojekt. "Bis 2006 wurde aus der Bohrung Worth Z1 Erdgas gefördert“, erklärte er. Jetzt soll die bestehende Bohrung in knapp 4.000 Metern Tiefe um 620 Metern nach Westen abgelenkt werden um an die dortige Sandstein-Erdgaslagerstätte zu gelangen. Mit acht Grad Neigung wird die endgültige Bohrtiefe bei rund 5.000 Metern liegen. Die Bohrarbeiten beginnen Ende Oktober und werden drei bis vier Monate andauern. Im Frühjahr 2013 soll die Erdgasproduktion wieder aufgenommen werden. "Sollte die erwatete Produktionsrate nicht erreicht werden, müsste ein Fracking durchgeführt werden“, erklärte Nack. Eine Genehmigung sei noch nicht beantragt. Beim Wort Fracking wurden die Zuhörer hellhörig. Unfälle in den USA sorgten für Verunsicherungen. Kurz vor der Informationsveranstaltung hatten das Bundesumweltministerium und das Land Nordrhein-Westfahlen neue Studien vorgestellt. Danach soll das Fracking in Deutschland nicht verboten, aber zukünftig nur noch unter strengen Auflagen erlaubt werden. Fragen nach der Menge des anfallenden Lagerstättenwasser wurden genauso beantwortet wie solche nach den Risiken bei einer möglichen Havarie und über Radioaktivität im nach oben transportierten Wasser. Die Menge des Lagerstättenwassers bezifferten die Experten mit 15 Kubikmeter pro Tag. Zum Abtransport zur Verpressbohrung in Sottrum werden zwei Tankwagen pro Woche benötigt. Sollte der Lkw auf dem Weg verunglücken bestünden Notfallpläne. Eine direkte Gefährdung der Bevölkerung sei ausgeschlossen. Radioaktivität werde durch die Bohrung nicht freigesetzt. Am Bohrloch selbst seien keine überhöhten Werte messbar. Auch eine Verseuchung durch austretendes Quecksilber sei auszuschließen, da die Bohrstelle komplett versiegelt sei. Eine Verseuchung des Grundwassers durch das Fracking hält die Exxon ebenso für ausgeschlossen. "Das Fracking geschieht in einer Tiefe von rund 5.000 Metern. Das nutzbare Grundwasser befindet sich in einer Tiefe bis 150 Metern. Dazwischen liegen Erdschichten die absolut dicht sind“, erklärte Geologe Sascha Alles von Exxon-Mobil. Als Beweis führte er an: "Die Schicht über dem Erdgas ist so dicht, dass es selbst Gasmoleküle nicht durchlässt. Sollte dass der Fall sein würden wir da unten kein Gas mehr finden.“ Viele Fragen beantworteten die Fachleute, aber Zweifel blieben. Selbst das Argument "Nach dem heutigen Stand der Technik ist das Fracking sicher“ half nichts. Ein Restrisiko würde bei jeder Technik bestehen, hieß es.

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