Ortsrat diskutiert Algenproblem im Otterstedter See

Lüftung oder Bindemittel?

Der Otterstedter See, oder besser die Algen darin, beschäftigen den Ortsrat am kommenden Montag. Foto: Björn Blaak
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Otterstedt (bb). Am Montag, 17. Juni, kommt der Otterstedter Ortsrat zusammen. Das Hauptthema auf der Tagesordnung ist der Otterstedter See. Genauer gesagt, wie es damit weiter gehen soll. Zuletzt hatte sich der Umwelt- und Landschaftspflegeausschuss im September vergangenen Jahres mit dem See beschäftigt. Das Problem dort ist die Blaualgenentwicklung.

Aufgrund dieser wurde im vergangenen Jahr angeregt, Kontakt mit anderen betroffenen Kommunen aufzunehmen, um in Erfahrung zu bringen, wie dort mit der Herausforderung umgegangen werden soll. Daraufhin wurde Kontakt zu den Städten Stuhr und Rotenburg aufgenommen. „Während es aus Rotenburg hieß, dass dort keinerlei Maßnahmen zur Seesanierung ergriffen wurden, und dies auch nicht beabsichtigt werde, liegen aus Stuhr bisher keine Informationen vor“, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage.

In der Sitzung im vergangenen September wurde sowohl der Einsatz von sogenannten Oloiden, also oberflächennahen Belüftungsgeräten als auch eines Phosphor-Bindemittels diskutiert.

Als Oloid bezeichnet man einen geometrischer Körper, der die konvexe Hülle zweier gleich großer, sich senkrecht schneidender Kreise ist. Er hat keine Ecken, zwei Kanten und ist ansonsten glatt. Entdeckt wurde dieser Körper 1929 vom Bildhauer und Maschinenbauer Paul Schatz.

Das angefragte Schweizer Unternehmen „Oloid Inversions-Technik“ ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von sechs jener Oloiden zu einer Verbesserung der Situation im Badebereich führen kann.

Seitens der FGBO, der SPD und auch der Grünen liegt zum Thema Otterstedter See der Antrag vor, einen Referenten zum Thema Tiefenwasserbelüftung zurate zu ziehen. Der im Antrag vorgeschlagene Referent Michael Schlüter von der Hamburg University of Technology wird auf der Ortsratsitzung seine Sicht zu der Verfahrenstechnik zur Tiefenwasserbelüftung zum Besten geben.

Die CDU wiederum hat mit der Belüftung nichts am Hut, sie stellte im vergangenen September den Antrag, sich eines Tonminerals das unter dem Namen „Bentophos“ vertrieben wird, zu bedienen. Dieses Produkt entzieht den Algen einen Teil ihres Nahrungsangebots durch die Bindung von Phosphat und tötet sie somit ab. „Bentophos wurde Ende der 1990er Jahre von der staatlichen australischen Behörde CSIRO entwickelt, um eine nachhaltige und ökologisch verträgliche Lösung für das auch in Australien stetig wachsende Problem mit dem massenhaften Auftreten von Algen in Seen und Flüssen zu finden“, heißt es dazu auf www.bentophos.eu.

Der Landkreis Verden gab derweil grünes Licht dafür, rund 100 Gramm Bentophos pro Quadratmeter Wasserfläche, was einem Gesamtvolumen von vier Tonnen entspräche, in den See zu bringen. Allerdings gibt die Untere Wasserbehörde den Otterstedtern mit auf den Weg, dass eine weitere Einbringung in den See über die vier Tonnen hinweg, höchstwahrscheinlich nicht mehr genehmigt würde. Aus diesem Grunde bemüht sich der Ortsrat darum, einen Vertreter jener Behörde zur Sitzung zu holen.

Das Einbringen des Phospor-Bindemittels würde die Verwaltung, laut eines Angebotes aus dem Jahre 2015, rund 13.000 Euro kosten. Die Anschaffung von sechs Oloid-Maschinen des Schweizer Unternehmens würde mit rund 84.000 Euro zu Buche schlagen.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im „Haus am See“.

Autor

Björn Blaak Björn Blaak
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