Scheeßel profitiert vom Förderprogramm des Landes - VON LARS WARNECKE

„Perspektive Innenstadt“

Freuen sich über den Zuschuss für die Scheeßeler Ortsmitte: Stefan Behrens (l.), Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, und der GVS-Vorsitzende Karsten Lüdemann. Foto: Warnecke
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Scheeßel – Vier von 13 Kommunen im Landkreis Rotenburg profitieren vom Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen, darunter auch Scheeßel. Das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Landesentwicklung hat den Mitte Juli – erst drei Tage vor Ablauf der Frist – eingereichten Antrag der Gemeindeverwaltung positiv beschieden. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir in die Förderung aufgenommen wurden“, betont Stefan Behrens, Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, beim Pressegespräch vor dem Rathaus. So bekäme Scheeßel finanzielle Mittel in Höhe von 345 000 Euro bereitgestellt.

Übergeordnetes Ziel des Programms sei es ihm zufolge, den weitreichenden Auswirkungen der Corona-Pandemie und einer zunehmenden Verödung der Innenstädte beziehungsweise Ortskernlagen entgegenzuwirken. „Und das keineswegs nur durch bauliche Maßnahmen, wovon wir anfangs noch ausgegangen waren,“, verdeutlicht der Verwaltungsmitarbeiter. Ohnehin sei Scheeßels „gute Stube“ mittlerweile ja auch komplett saniert worden, sodass man gemeinsam mit dem GVS und dem Heimatverein in eine andere Richtung überlegt habe, für was die Fördermittel denn optimalerweise eingesetzt werden könnten.

Dabei seien ihm, wie auch Karsten Lüdemann, dem Gewerbevereinsvorsitzenden, und Nils Meyer von der Museumsleitung „die verschiedensten Dinge eingefallen, von deren Anschaffung wir schon jahrelang träumen“. Soll heißen: Mit dem Geld will die Gemeinde in eigenes Ausstattungsequipment investieren, welches später bei Festivitäten aller Art zum Einsatz kommen soll – und so erst gar nicht angemietet werden müsste. Auf der Wunschliste stünden beispielsweise mehrere Verkaufsbuden, eine Festbühne sowie ein Spülmobil. Denn: „Natürlich, das haben wir etwa beim Scheeßel-Tag, beim Trachtenfest oder auch bei den früheren Jahrmärkten gesehen, tragen vor allem Veranstaltungen dazu bei, dass eine Ortsmitte angenommen wird und die unmittelbaren Geschäftslagen, die alle fast ausschließlich von der Laufkundschaft leben, davon profitieren“, schildert Behrens seine Beobachtungen aus der Praxis.

Was den Materialbedarf im Einzelnen betrifft, sei der seiner Auskunft nach noch nicht zu 100 Prozent festgezurrt. „Da machen wir noch eine schöne Arbeitsgruppe, in die natürlich dann auch die neue Bürgermeisterin mit einbezogen wird.“ Ein bisschen Zeit zum Brainstormen bliebe den Verantwortlichen ja auch noch: Erst bis zum 31. März kommenden Jahres müsse das erste Projekt beim Land eingereicht werden, bis zum 30. Juni der komplette Katalog an Maßnahmen. „Das heißt, wir können uns jetzt im Winter in aller Ruhe darüber Gedanken machen.“

Eines könne er aber schon heute versichern: Das Equipment stünde später allen Scheeßeler Vereinen nutzungstechnisch zur Verfügung, und zwar unentgeltlich – „aber immer mit dem Fokus darauf, dass die Ortsmitte profitieren soll.“ Dabei müssten es nicht immer nur die Großveranstaltungen sein. Kleinere Events wie das vom Gewerbeverein organisierte „Come together“ kämen mit Blick auf die Ausstattung ebenfalls in den Genuss, sollte der Bedarf denn vorhanden sein.

Einen Mehrwert sieht GVS-Vorsitzender Karsten Lüdemann in der geplanten Beschaffung allemal – etwa mit Blick auf die Weihnachtsmärkte, für die sein Verein als Veranstalter die Hütten für teures Geld stets hätte anmieten müssen. „Das hat schon ein Loch in unsere Kasse gerissen“, sagt er. Vor diesem Hintergrund seien die gemeindeeigenen Verkaufsbuden, die sich je nach Anlass umgestalten ließen, natürlich eine willkommene Sache.

Ebenso ein Spülmobil, um welches die Gemeinde demnächst wohl reicher sein wird. Eine Idee, die auf Nils Meyer zurückgeht. Der Leiter des Heimatmuseums ist beim Pressegespräch zwar nicht dabei, statt seiner erläutert Stefan Behrens den Hintergrund: „Wir möchten vom Einweggeschirr, das sonst bei Veranstaltungen gerne benutzt wird, wegkommen und im Sinne der Nachhaltigkeit in Zukunft auf abwaschbares Geschirr setzen.“ Auch eine solche Küche, die äußerlich einer Bratwurstbude ähnele, stünde später den Vereinen beziehungsweise den Ausrichtern von Festen unentgeltlich zur Verfügung. „Die Nutzer müssen sie nachher nur wieder sauber zurückgeben.“

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