Filmvortrag in der Cohn-Scheune am heutigen Samstag, 18 Uhr

Menschliches Versagen

Matthias Bantz hofft auf viele Zuschauer am heutigen Samstag, ab 18 Uhr im Ratssaal.
 ©Foto: Dennis Bartz

Rotenburg (db). Der Förderverein der Cohn-Scheune zeigt in Kooperation mit der Stadt Rotenburg am heutigen Samstag, 9. November, ab 18 Uhr den Film „Menschliches Versagen“ von Regisseur Michael Verhoeven im Rotenburger Rathaussaal. Co-Regisseurin Luise Lindermair steht nach dem Film für Gespräche bereit. Der Eintritt ist frei.

In seinem Dokumentarfilm geht Michael Verhoeven der Frage nach, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Mitmenschen in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist.

„Das Ende des Holocausts, die systematische Auslöschung Unschuldiger und der Genozid an Millionen von Menschen in all seinen furchtbaren Facetten ist ein fast lückenlos dokumentiertes Weltereignis“, heißt es dazu in einer Beschreibung des Films. Weniger bekannt dagegen sei, wie es überhaupt zum schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte kommen konnte. In seiner Dokumentation zeichnet der vielfach prämierte Regisseur Verhoeven („Die weiße Rose“) nicht nur den Weg der Juden in den drohenden Untergang nach, er stellt auch die Frage, wie und in welchem Ausmaß die Bevölkerung im Nationalsozialismus Nutzen aus der Arisierung gezogen hat.

„Wir zeigen diesen Film wegen des wachsenden Antisemitismus in Deutschland, den wir beobachtet haben“, betont Matthias Bantz vom Vorstand des Fördervereins der Cohn-Scheune. Er habe aus seiner großen Filmsammlung an geschichtlichen Werken den Film „Menschliches Versagen“ ausgewählt („Der Film hat mich sehr bewegt“) und mit Regisseur Verhoeven gesprochen. „Er hat uns sofort sein Okay dafür gegeben, ihn hier zu zeigen“, so Bantz.

Es sei wichtig, den Menschen klarzumachen, dass es nicht der Verdienst eines Einzelnen sei, hier und nicht etwa in Israel geboren worden zu sein und deshalb keine jüdischen Eltern zu haben, so Bantz, der verdeutlichte: „Es ist reiner Zufall. Wir müssen dafür sorgen, dass wir auf diesem Planeten alle friedlich zusammenleben können.“

Der Vorstand der Cohn-Scheune hat den 9. November als Anlass genommen, weil an diesem Tag vor 81 Jahren, 1938, die Judenverfolgung im Deutschen Reich erstmals so massiv klar geworden sei. „Der Film macht deutlich, was in den Köpfen mancher Deutscher passiert sein musste, um solch ein schreckliches Geschehen kommentarlos zuzulassen sowie welches moralische Versagen es möglich gemacht hat“, ergänzt Bantz. Der Film von Verhoeven mache zudem deutlich, „ dass wir nur mit Rückgrat und Besinnung auf die gern zitierte deutsche Leitkultur Geschehnisse wie 1938 vermeiden können“.

Der Filmabend sei demnach auch ein Anlass, an Georg Elser zu erinnern. „Am gestrigen Freitag, 8. November, jährte sich zum 80. Mal sein Attentatsversuch auf Adolf Hitler mit Sprengstoff im Hofbräuhaus München. Er war ein Mann, der nicht nur plante, schimpfte und resignierte, sondern handelte“, so Bantz. Der etwa 90-minütige Film, an dessen Ende ein Gespräch mit Lindermair folgt, ist für Jugendliche ab zwölf Jahren geeignet.

• Weitere Informationen gibt es unter www.cohn-scheune.de. Schulen und andere Gruppen können zusätzlich Termine für Filmvorführungen telefonisch unter 04261/1528 vereinbaren.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
 04261 / 72 -430
 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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