VON ANN-CHRISTIN BEIMS

Busausfälle: Frust bei den Eltern

Die Schwierigkeiten bei der Schülerbeförderung halten an, sodass der Kreiselternrat das Gespräch mit dem Landkreis sucht.
 ©Tausendfreund

Die Schülerbeförderung im Landkreis Rotenburg läuft durch Personalausfälle bei den zuständigen Omnibusbetrieb von Ahrentschildt GmbH (OvA) und der Weser-Ems-Busverkehr GmbH (WEB) nicht rund, Eltern sind gefrustet. Aus diesem Grund lädt der Kreiselternrat zu einer außerordentlichen Sitzung mit dem Landrat ein – er sieht nun auch den Landkreis in der Pflicht, stärker zu handeln.

Rotenburg – Die von Eltern während der jüngsten Sitzung des Kreiselternrates (KER) geschilderte Liste der Probleme im Schulbusverkehr ist lang: überfüllte oder unpünktliche Busse; Fahrtenausfälle durch Personalmangel; Schüler müssen frühere Hin- oder spätere Rückfahrten nutzen. Teils seien Kinder und Jugendliche von Schulen aufgefordert worden, andere Busse zu nehmen und auf den Unterricht zu verzichten – gemäß dem Motto: Besser eine Stunde verpassen, als später nicht nach Hause zu kommen. „Wir wussten, dass es viele Probleme gibt, aber was bei der Sitzung hochgekommen ist, geht gar nicht“, erklärt Vorsitzende Sonja Brunckhorst. Der KER sieht nun den Landkreis in der Pflicht, stärker zu handeln, um aus dem unzuverlässigen Schülertransport wieder einen verlässlichen zu machen. Daher lädt der Vorstand für Dienstag, 22. November, zu einer außerordentlichen Sitzung nach Sottrum ein.

Die Beförderung übernehmen überwiegend die Verkehrsunternehmen Omnibusbetrieb von Ahrentschildt (OvA) und die Bahn-Tochter Weser-Ems-Busverkehr (WEB). Doch den Fahrplan können sie seit den Sommerferien nicht mehr gewährleisten. Schon vorher war es eng, trotzdem war es gelungen, den Fahrplan irgendwie aufrecht zu erhalten. Die aktuelle Situation ist nicht nur mit durch Coronainfektionen verstärkte Krankheitsausfälle zu erklären: Arbeitskräftemangel sowie ein ausgefallener Subunternehmer kurz vor Schuljahresbeginn, wodurch mehrere Buslinien nicht mehr bedient werden konnten, führt Erster Kreisrat Torsten Lühring während der Schulausschusssitzung als weitere Gründe an.

Auch dort hat Brunckhorst das Thema eingebracht, mit dem dringenden Appell um eine zeitnahe Lösung. „Es spitzt sich zu, viele Eltern wissen nicht, wie sie es regeln sollen“, erklärt sie. Gerade die krankheitsbedingten Ausfälle führen zu extrem kurzfristigen Meldungen, sodass Eltern Hin- und Rückfahrten selbstständig organisieren müssen.

Beide Unternehmen seien schon angemahnt worden, so Kreis-Pressesprecherin Christine Huchzermeier, Ausfälle frühzeitiger bekannt zu geben. Nur so könnten die betroffenen Schulen ihrerseits rechtzeitig informieren. „Das funktioniert leider nicht immer, weshalb Schülerinnen und Schüler sowie Eltern vorsichtshalber täglich in die Fahrplaner-App sehen sollten“, verweist die Kreisverwaltung weiterhin.

Zufriedenstellend ist das für die Eltern definitiv nicht, die eine verlässliche Beförderung ihrer Kinder erwarten – und die auch rechtlich Pflicht der Verkehrsunternehmen ist. Der Landkreis habe bereits die Landesnahverkehrsgesellschaft als zuständige Aufsichtsbehörde über den Weser-Ems-Bus im Südkreis eingeschaltet, so Lühring. Die Bahn-Tochter aber scheint, nachdem sie sich stark um den Auftrag bemüht hat, „ein wenig das Interesse verloren zu haben“, formuliert er.

Die Eltern seien zwar bereit, in Notfällen einzuspringen, aber eben nicht über Wochen und Monate, betont Brunckhorst. Diese Notfälle ziehen sich nun seit den Sommerferien hin. Der Fachkräftemangel ist schon lange auch bei den Busunternehmen angekommen. Kommen dann noch Krankheitsfälle dazu, fehlt der Ausgleich. „Da muss jetzt ein Plan für die Zukunft her“, betont die KER-Vorsitzende. „Das ist nicht mehr tragbar. Unsere Kinder sind leider wieder einmal die Leidtragenden.“

Denn wenn Erstklässler an einer Haltestelle unterwegs stehen gelassen werden, Schüler aussteigen, um anderen Platz zu machen und nicht wieder in den Bus gelassen werden, wieder andere gar nicht erst mitgenommen werden, weil der Bus schon zu voll sei, „ist das nicht mehr witzig“, sagt Brunckhorst. Dazu klebten die Kinder teils „mit der Nase an der Scheibe“. Angesichts der aktuellen Coronazahlen und zunehmend schlechteren Wetters seien die überfüllten Busse eine Zumutung.

Der KER und alle Interessierten treffen sich daher am 22. November ab 19 Uhr im Gymnasium Sottrum, um über die mangelnde Schülerbeförderung und Lösungen zu sprechen. Anwesend sind dann auch Landrat Marco Prietz (CDU), Lühring sowie Marcus Oberstedt, Leiter des Schulverwaltungsamts. „Wir sind gespannt auf den Austausch, der Schuh liegt nicht nur bei den Busunternehmen“, meint Brunckhorst. „Es muss vorausschauender geplant werden, damit gewährleistet ist, dass unsere Kinder zur Schule und zurückkommen.“

In der Sitzung soll es auch um die Zukunftsperspektive gehen. Für die Eltern stehen viele offene Fragen im Raum. Da geht es unter anderem um die Aufsichtspflicht in den Schulen oder darum, wer die Kosten einer privaten Fahrt trägt. „Viele Berufstätige mussten sich schon beim Chef abmelden und viel organisieren“, weiß Brunckhorst. Anträge auf Erstattung können zwar gestellt werden, das sei aber mit viel Aufwand verbunden, dass viele sich gar nicht erst die Mühe machten. „Da müssen wir als KER auch mehr Hilfestellung leisten“, fügt sie an.

Eine Lösung zu finden, gestaltet sich aber schon in der Sitzung des Schulausschusses schwierig. Möglichkeiten wie schon einmal besprochene Veränderungen der Schulanfangszeiten, um zu entzerren, dass alle Schüler gleichzeitig transportiert werden müssen, brauchen Vorlaufzeit. Hinzu kommen viele Querverbindungen, da Kinder durch die heutigen Möglichkeiten oft an Schulen in anderen Kommunen gehen. Subunternehmen kann beispielsweise nur die WEB für den Südkreis beauftragen, der Landkreis kann keine eigene Vergabe machen. Einig sind sich alle darin, dass dieser daher weiter starken Druck über die Landesnahverkehrsgesellschaft aufbauen muss. Lühring: „Dass man das dort ernster nimmt.“

Anmeldung

Der Kreiselternrat bittet sich für die Teilnahme an der öffentlichen Sitzung am Dienstag, 22. November, um 20 Uhr vorab per E-Mail an info@kreiselternrat-row.de anzumelden. Zuvor gibt es ab 19 Uhr eine Vorstellung der Schule durch Leiter Ferdinand Pals.

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