Vom Vater gelernt: Andreas Schnackenberg und die Pferdezucht - Von Elke Keppler-Rosenau

Mit großer Ruhe

Andreas Schnackenberg freut sich über seine Zuchterfolge. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Buchholz. „Man steckt nicht drin in einem Pferd: Es gibt züchterische Erfolge, aber auch Rückschläge. Auch mit einer wunderbaren, vielversprechenden Stute geht nicht immer alles glatt. Dann muss man Geduld haben, sich mit dem Pferd beschäftigen, es beobachten, ihm Zuwendung geben“, sagt Andreas Schnackenberg. Er muss es wissen, denn der Wahl-Buchholzer ist Pferdezüchter in der zweiten Generation.

Sein Großvater hielt in Wilstedt Arbeitspferde, sein Vater jedoch widmete sich bereits der Zucht und hat diese Passion an seinen Sohn weitergegeben. Nach Buchholz geheiratet, begründete dieser, unterstützt von Ehefrau Dörte, eine kleine Hobbyzucht, die längst mehr als ein bloßes Hobby ist.

Seit dem Beginn legt er großen Wert auf die Qualität der Pferde – nach dem Motto: Weniger ist mehr. Diese Devise war und ist maßgeblich für den Aufbau einer anspruchsvollen Nachzucht von Hannoveranern und Oldenburgern, die nach einer liebevollen Aufzucht als Sportpferde Verwendung finden.

„Kommt es nach einer elfmonatigen Trächtigkeit zur Geburt eines Fohlens, ist das immer ein aufregender Moment. Es ist keineswegs so, dass man davon ausgehen kann, dass alles gut geht. Man muss ständig ein Auge draufhaben und die Befindlichkeit der Stute kontrollieren. Vor ein paar Jahren habe ich vor einer Fohlengeburt noch nächtelang im Stall geschlafen. Heute überwache ich das Geschehen vom Haus aus mit einer Kamera“, sagt Schnackenberg, der sich derzeit gerade über zwei neugeborene Fohlen von gefragten, sehr bekannten Vererbern freut. Bis in vierte Generation und weiter lassen sich die Stammbäume zurückverfolgen. Ein Nachweis, auf den die künftigen Besitzer, die unter anderem aus England kommen, großen Wert legen.

Wuchs, Gangart, Gesundheit, aber auch Charakter der Stuten und Hengste sind Kriterien, die eine große Rolle in der Zucht spielen. Kommt dann ein Fohlen zur Welt, wird geschaut, welche Merkmale es in sich trägt. Schnackenberg erkennt sehr früh Eigenschaften der Nachzucht und orndet sie sicher ein. Was für Laien niedlich oder süß aussieht, wie Stute und Fohlen sich verhalten, sind in Wirklichkeit Eigenschaften, die für ein Pferd ganz früh prägend sind. Sieht man den Tieren zu und hört, wie Schnackenberg die Verhaltensweisen beschreibt, öffnet sich dem Betrachter eine Pferdewelt, die eine ganz eigene Faszination hat. Großrahmigkeit, elegante Bewegungen, Fellqualität und Zeichnung, Selbstbewusstsein, Aufmerksamkeit und direkte Anbindung an die Mutterstute sind ebenso gewünscht wie Neugier und Lust an Bewegung sowie die tägliche Weiterentwicklung sind Merkmale, die der Züchter ständig beobachtet.

Drei Jahre wachsen die Fohlen auf dem Schnackenberg’schen Hof auf, bevor sie zu ihren neuen Besitzern kommen. Bis dahin erhalten sie eine Art von Vortraining: Sie werden an Halfter gewöhnt, sie müssen über die Straße zum Auslauf gehen, Geräusche aushalten und gelassen auf Hundegebell und Autos reagieren. Viel Arbeit, die Laien eigentlich verborgen bleiben, wenn sie gemütlich auf der Bank auf dem Hof auf dem Schnackenberg‘schen Anwesen sitzen und den Dreijährigen im Auslauf zuschauen. Schnackenberg sieht in ihnen mehr als herumtollenden Pferdenachwuchs. Er sieht die kleinen Unterschiede bei den Heranwachsenden. Er registriert, welches Tier dominant ist und welches sich eher zurückhält. Bei manchen ist sichtbar, dass aus ihnen mal ein Schimmel wird, andere tragen die typischen Merkmale der Oldenburger. Hört man dann den Ausführungen von Schnackenberg längere Zeit zu, wird klar, weshalb sich die Pferde so auf ihn einlassen. Es ist seine Ruhe und ausmals laut wird. Offenkundig vermittelt er den gebürtigen Fluchttieren damit Sicherheit und Orientierung. Und wenn sie die haben, kann die Tiere auch außerhalb Buchholz so schnell nichts aus der Ruhe bringen.

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