Willi Reichert initiert Onlinepetition für die Artoutlet-Künstler

Aus der Asche

Willi Reichert inmitten einer Installation für die abgesagte Ausstellung Ende März: Er hofft auf Unterstützung für die Künstler seitens des Landkreises.
 ©Nina Baucke

Visselhövede. Plakate und Flyer waren gedruckt, und nicht zuletzt waren die Vorbereitungen der beteiligten Künstler für die Ausstellung „Darf man das darf man“ im Artoutlet auf dem Gewerbecampus in Visselhövede auf Hochtouren gelaufen, als das Corona-Virus für eine Vollbremsung sorgte und den Veranstaltern Ende März einen Strich durch die Rechnung machte. Jetzt hofft Artoulet-Macher Willi Reichert auf Unterstützung durch den Landkreis – mithilfe einer Onlinepetition.

Konkret geht es um 5.000 Euro, die die Verluste der beteiligten Künstler etwas abfedern und ihnen eine erneute Teilnahme ermöglichen sollen: „Einige haben extra hier Räume angemietet, sie hatten Fahrt- und Werbungskosten für diese Ausstellung. Und sie sind dafür in Vorleistung getreten“, begründet Reichert die Bitte. „Einen klassischen Antrag zu stellen, hätte zu lange gedauert“, sagt er zu dem Vorgehen über Onlinepetition. „Auf diesem Weg hoffen wir, auch die Öffentlichkeit zu erreichen.“ Einen Teilerfolg sieht er schon darin, dass seine Bitte bereits Gesprächsthema in der Mehrheitsgruppe des Kreistages ist. Insgesamt sind 500 Unterschriften das Sammelziel, das Unterzeichnen ist auf der Internetseite www.openpetitition.de möglich. Welche Reichweite das Artoulet hat, zeigt sich an denen, die bereits unterzeichnet haben. Unterstützung kommt da nicht nur aus Visselhövede und der unmittelbaren Umgebung, sondern auch aus Nienburg, Bremen, Hamburg, Offenbach, Belgien und sogar Argentinien.

„Kunst ist ein Wirtschaftsfaktor“, ist Reichert überzeugt. Dazu sei das, was etliche Kunstschaffende in den vergangenen drei Jahren ohne öffentliche Förderung und in Kooperation mit dem Betreiber des Gewerbecampus JBS auf die Beine gestellt hatten, aus seiner Sicht und aus der der beteiligten Künstler auch nach der Krise erhaltenswert. „Es wäre eine einmalige Förderung, die wir möglichst bald und unkompliziert benötigen“, macht Reichert deutlich. Auch, wenn die Corona-Krise den Ablauf im Artoutlet etwas durcheinandergebracht hat, blickt Reichert nach vorne: „Wir haben schon einen neuen Termin im Visier.“ Vorgesehen ist derzeit Samstag und Sonntag, 29. und 30. August. „Da steigen wir quasi auf wie der Phönix aus der Asche“, sagt er mit einem Lachen. Und nach wie vor ist Betrieb im Artoutlet – trotz Corona. „Jeder hat ja sein eigenes Atelier, bei dem er die Tür zumachen kann, und jeder ist so in seiner Abgeschiedenheit“, erklärt Reichert. „Das ist ja schon eine klasse Sache.“ Manche greifen auch die aktuelle Krise in ihrer Kunst auf: „Es ist auf jeden Fall interessant, wie die Menschen damit umgehen“, so Reichert. Hart treffe es laut des Visselhöveders derzeit allerdings die Musiker, darunter die Shotgun Band und Muddy Proom, die sich nicht zu Bandproben treffen können. „Trotzdem machen sie das beste daraus, in dem sie ihre Einzelproben in Videos zusammengeschnitten haben“, sagt Reichert. „Wir sind noch da, und wir sind lebendig.“ • Die Petition ist unter www.openpetition.de zu finden – bei der Suche nach „Artoutlet“.

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