Willi Bargfrede verabschiedet sich aus dem Bürgermeistersamt - Von Henning Leeske

„Nie ein Feierabendpolitiker“

Die symbolische Übergabe des Schildes der Stadt Visselhövede von Willi Bargfrede (L) an den neuen Ortsbürgermeister Heiner Gerken. Fotos: Henning Leekse
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Wittorf. Es war an Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel, die sechste Sitzung des Ortsrates Wittorf zu eröffnen. Denn diese Zusammenkunft im Wittorfer DGH würde die Bezeichnung „historisch“ verdienen, das war allen Anwesenden schon vorher klar. Ortsbürgermeister Willi Bargfrede (CDU) hatte angekündigt, sich nach einer Amtszeit von mehr als 17 Jahren zurückziehen zu wollen. Sein Nachfolger ist Ratskollege Heiner Gerken (Grüne).

„So war es vereinbart nach dem Wahlergebnis der letzten Kommunalwahlen“, erinnerte er während der Sitzung. Bargfrede möchte allerdings einen klaren Schlussstrich ziehen und verabschiedet sich gänzlich aus der Wittorfer Bürgervertretung. „Wenn ein Ortsbürgermeister geht, sollte er auch sein Mandat niederlegen“, begründete er seinen Schritt. „Mehr als 17 Jahre habe ich das immer gerne ausgeübt und freue mich, heute einen engagierten Ortsrat in Wittorf zu haben“, so Bargfrede weiter. Weiter schilderte er eine Anekdote vom Beginn seiner Funktion als Ortsbürgermeister: Während der zweiten Sitzung des Ortsrates unter seiner Leitung lag seine Ehefrau schon im Kreißsaal und ihre jüngste Tochter war unterwegs. „Meine Jüngste kennt mich also nur als Ortsbürgermeister. Das wird sich heute ändern“, scherzte er.

Wieder ernsthaft bestätigte Bargfrede die schönen Zeiten in dem Amt und nannte einige Errungenschaften seiner Amtszeit, wie zum Beispiel die neue Ampelanlage. Aber auch Sachen, „die einen persönlich mitgenommen haben“, ließ er nicht aus und erinnerte schmerzlich an die Schließung der Wittorfer Schule. Er wünschte seinem Nachfolger alles Gute und verwies auf seine weitere ehrenamtliche Mitarbeit als Mitglied im Stadtrat der Stadt Visselhövede. Denn dieses Mandat wird er behalten und sich weiterhin im Stadtrat für Wittorf einsetzen.

„Ich kenne Willi seit viereinhalb Jahren als Bürgermeister, aber vor fünfeinhalb Jahren, als ich meinen Hut in den Ring warf, war er auch schon beteiligt“, verriet Goebel. Bargfrede habe sich immer mit Herzblut für Wittorf eingesetzt. Goebel sprach auch die kontroversen Diskussionen um den Beschluss, die Schule in Wittorf zu schließen, an. „Willi war stets gut vorbereitet bei den Sitzungen und bei weitem kein Feierabendpolitiker. Das war nie der Fall. Das war für ihn mehr als normales Ehrenamt“, betonte Goebel.

Nach der Verabschiedung und dem Feststellungsbeschluss über die Mandatsniederlegung Bargfredes übernahm der Alterspräsident Gerken die Leitung und verpflichtete sogleich Jessica Eggers als neues Mitglied im Ortsrat. Als neue Ortsrätin durfte sie auch gleich den neuen Ortsbürgermeister mitwählen, den das Gremium einstimmig bei seiner eigenen Enthaltung zum Nachfolger von Willi Bargfrede wählte. Neue stellvertretende Bürgermeisterin ist Anja Buckelmann. Außerdem stimmte der Ortsrat geschlossen dem Antrag der WUG zu, sich von Seiten der Stadt Visselhövede für ein umfangreiches Monitoring des Rückbaus an der Versenkbohrstelle Z1 in Grapenmühlen zu engagieren. Bürgermeister Goebel sicherte das stadtseitige Bestreben zu, und kündigte diesbezüglich Gespräche mit dem Wirtschafts- und Umweltministerium in Hannover an. Zum Abschluss der Sitzung Heiner Gerken seinem Vorgänger. „Danke Willi, für die vielen Jahre Einsatz für unser Dorf“, sagte der neue Amtsträger und zählte nochmals die Verdienste von Bargfrede von der Ampel über die Verkehrsberuhigung bis zur wichtigen Sanierung des DGH mit EU-Förderung aus der Hohen Heide auf. „Die schmerzhafte Erfahrung, dass Demokratie auch wehtun kann, als wir für den Erhalt unserer Schule keine Mehrheit fanden, mussten wir auch zusammen machen“, erinnerte Gerken. In den mehr als 17 Jahren habe Bargfrede auch 700 Geburtagsbesuche absolviert und sicher noch mehr Schlüsseltermine im DGH gehabt. „Bauplätze und die Vereine und so weiter und so weiter. Da wurde mir schon mulmig, als ich an die vielen Termine dachte“, gestand Gerken.

Danach überreichte der Ortsrat einen Baum der Art Bürgermeisterbirne an den ehemaligen Amtsinhaber, und Bürgermeister Goebel spendierte einen Gutschein zum Abendessen für das Ehepaar Bargfrede, was beide sehr freute. „Schließlich hat meine Frau alles über die vielen Jahre mitgemacht“, sagte Bargfrede.

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