Visselhöveder Stadtausschuss diskutiert Edeka- und Badpläne - Von Nina Baucke

„Verfrühte Panik“

Das Vissel-Bad in der Hand eines privatrechtlichen Betreibers? Für viele Nutzer und Vereine ist das keine Option. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Oft herrscht bei Rats- und vor allem bei Ausschusssitzungen im Visselhöveder Rathaus auf den Zuschauerrängen Leere. Dass das am vergangenen Donnerstag bei der Zusammenkunft des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung anders war, lag vor allem an einem Tagesordnungspunkt: die Edeka-Überlegungen in Zusammenhang mit dem Vissel-Bad.

Anfang April waren erste Eckpunkte bekannt geworden: Der Hamburger Konzern prüft die Ansiedlung eines Vollsortimenters mit 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche direkt angrenzend an das Hallenbad. Dabei kommt auch die Übernahme des Badbetriebes durch eine privatrechtliche Betreibergesellschaft ebenfalls zur Sprache – und damit der Punkt, der seit einigen Wochen bei einigen Nutzern des Bades die Alarmglocken schrillen lässt.

Das zeigte sich während der Ausschusssitzung, in der die Mitglieder zunächst über die Bearbeitung von sieben Themenbereichen rund um das Edeka-Projekt, die sich um die Verträglichkeit mit dem übrigen Einzelhandel, den Verkehr, Imission, den Boden, bauplanungsrechtliche Erfordernisse sowie die regionalplanerische und naturschutzfachliche Betrachtung drehen, entscheiden sollten. Denn immer wieder kam die Diskussion über das eigentliche Projekt auf. Dabei mahnte Bürgermeister Ralf Goebel zur Besonnenheit: „Die Panikmache ist verfrüht. Es macht Sinn, die sieben Punkte abzuarbeiten und Informationen zu sammeln – damit die Entscheidung, die wir in 2018 fällen können, auf einer belastbaren Grundlage steht.“ Edeka habe ein Interesse, in Visselhövede tätig zu sein, und das sei positiv, so Goebel. Das gelte auch für das Bad: „Viele sitzen hier mit der Skepsis, dass das Bad gleich dichtgemacht wird. Aber wir haben die Chance, etwas Kreatives dafür zu tun, einen Partner zu finden und es damit auf andere Säulen zu stellen. Dann müssen wir uns auch nicht regelmäßig die Frage stellen, ob wir uns diese oder jene Investition leisten können oder nicht.“ Es stehe außer Frage, dass das Bad als Ausbildungs- und Lehrbad bestand hat, „wir sehen aber, dass sich das Nutzerverhalten geändert hat“, so Goebel. „Wir haben 2016 mit viel Power für das Bad geworben und versucht Sponsoren zu finden. Dennoch gab es relativ viele flaue Tage.“ Dem schloss sich auch Ausschussvorsitzender Dieter Carstens (CDU) an: „Wie wir es drehen: Das Bad kostet uns im Durchschnitt 350.000 Euro im Jahr. Es wird ewig defizitär sein, es wird immer wieder nachgerüstet werden müssen. Wenn wir also die Möglichkeit haben, den Bestand zu verlängern, müssen wir das untersuchen.“ Anderen Ausschussmitgliedern wie Hermann Bergmann (SPD) ging es nicht nur um das Bad: Ihn stört die Fokussierung auf das Gelände. „Da ist auch das Biotop Visselwiesen, das Gelände beim Heimathaus – das wird plattgemacht und das tut mir als Visselhöveder in der Seele weh.“ Die Betreiberoption wirke nur auf den ersten Blick interessant, befand Eckhard Langanke (WiV). „Wir drücken uns davor, persönlich zu sagen, dass wir das Bad schließen. Statt dessen überlassen wir das anderen.“ Bei vielen Kritikern des Projekts gab es vor allem den Tenor: Edeka ja, dieser Standort nein. „Das ist ein nachhaltiger Eingriff in das Stadtbild“, monierte Torsten Burmester (SPD). Goebel warb vor allem, zunächst mit dem Themenkatalog Informationen als Entscheidungsgrundlage zu sammeln. Worauf sich die Gremiumsmitglieder, zumindest bis auf zwei, allerdings einigen konnten: Die Stadt gibt ein Gutachten in Auftrag, das überprüfen soll, inwiefern Visselhövede neben dem Combi-Markt einen weiteren Vollsortimenter veträgt. Die Überprüfung der weiteren Punkte lehnte der Ausschuss mit drei zu vier Stimmen ab.

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