Visselhövede bewirbt sich um Teilnahme in Modellprojekt - Von Nina Baucke

Negativ ist positiv

Mit negativem Test soll es künftig in Sitzungen des Rates gehen. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Stäbchen in die Nase, ab damit ins Probenröhrchen und dann ein paar Tropfen auf ein Testfeld geträufelt – und dann kommt das Warten darauf, wo in den kommenden Minuten ein rosafarbener Streifen erscheint und Auskunft gibt, ob eine Coronainfektion vorliegen könnte, oder nicht. Zu diesem Ritual kommt es eventuell in Visselhövede demnächst häufiger, denn die Stadt bewirbt sich derzeit darum, an einem Modellprojekt des Bundes teilzunehmen.

„Wir hoffen, dass mit einer Kombination aus mehr Testungen und einem Hygienekonzept der Einzelhandel und die Gastronomie wieder öffnen können“, erklärte dazu Bürgermeister Ralf Goebel am Donnerstagabend auf der Sitzung des Visselhöveder Stadtrates. Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Rotenburg mit ihrer Bewerbung vorgelegt. „Visselhövede ist ja nicht eins zu eins vergleichbar, von daher werden wir das noch weiter ausarbeiten“, so Goebel. „Wir bemühen uns, für die Bürger Bedingungen zu schaffen, mit denen wir uns wieder mehr bewegen können – verantwortungsvoll.“ Derzeit steht die Stadt im Dialog mit dem Gewerbeverein sowie Kultur- und Sporteinrichtungen, wie mit einem Testsystem umgegangen werden kann. Zwar fürchtet Goebel, das Programm sei vornehmlich eine Idee für Mittel- und Oberzentren, „und wir sind ein Grundzentrum“. Aber schon das Projekt der Gemeinwesenarbeit sei ursprünglich für größere Kommunen konzipiert – „und da zeigen wir schon sehr gut, was auch hier im ländlichen Raum erreicht werden kann“, so Goebel gegenüber der Rundschau. Denn eines sei grundsätzlich deutlich: „Wir können uns angesichts der Zahlen nicht in Sicherheit wiegen“, mahnte er im Rat.

Dennoch hatte Goebel der Versammlung auch Positives zu berichten, was das bisherige Testsystem in der Kommune angeht. „Wir haben zwar kein Testzentrum, aber fünf Arztpraxen bieten das an, und diese tauschen sich zudem untereinander aus, auch was die Kapazitäten angeht.“ Ebenso ist in Planung, dass sich die Ratsmitglieder vor Sitzungen selbst testen. Die Schulen warteten, so Goebel, allerdings noch auf die bereits bestellten Lieferungen. „Da ist die Perspektive, dass die Schule die Tests an die Schüler ausgibt und diese sich morgens vor dem Unterricht zu Hause testen“, sagte der Verwaltungschef.

Ein positives Fazit zog er auch nach der Impfaktion im Dorfgemeinschaftshaus Wittorf für die Gruppe der Bürger über 80 Jahren, diese sei gut gelaufen. „Leider haben wir noch kein Okay dafür, auch die Ü-70-Gruppe hier vor Ort zu impfen, und wir wissen noch nicht, inwieweit und wann auch die Hausärzte mit im Boot sein werden“, erklärte Goebel. „Wir hoffen aber, dass wir auch dieser Gruppe, die ja auch zum Teil wenig mobil ist, wohnortnah in Visselhövede etwas anbieten zu können.“ Derzeit warten noch 40 Ü-80-Bürger auf eine Impfung beim Hausarzt, „und damit haben wir dann in dieser Altersgruppe eine gute Quote an geimpften Personen“, so Goebel.

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Nina Baucke Nina Baucke
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