Visseler Präventionsrat sucht Helfer und Paten für Flüchtlinge - Von Nina Baucke

Eine Frage der Empathie

Christian Oddoy (links) und Gustav Stegmann hoffen auf Helfer und Paten. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Sie kommen aus der pakistanischen Provinz Belutschistan, aus Albanien, Serbien und Syrien: Vier Familien, insgesamt 18 Menschen, darunter auch einige Kinder – vom Jugendlichen mit 18 Jahren bis hinunter zum zweijährigen Kleinkind –, haben Ende Juli in Visselhövede als Flüchtlinge ein neues Zuhause gefunden. Nun suchen Gemeinwesensarbeiter Christian Oddoy und Gustav Stegmann, Vorsitzender des Präventionsrats, Menschen, die dazu beitragen können, dass sich die neu Zugezogenen auch zuhause fühlen.

Insgesamt muss die Stadt ein Kontingent von 20 Personen aufnehmen – „mit den 18 jetzt haben wir nahezu unser Soll erfüllt“, sagt Stegmann. „Aber diese Menschen bedürfen jetzt unserer Hilfe. Immerhin sind sie aus einem anderen Kulturkreis – und sollen sich nun hier zurecht finden.“ Derzeit sind die vier Familien dezentral untergebracht, unter anderem im Bahnhof und in der Pappelstraße. „Aus unserer Sicht ist diese dezentrale Unterbringung sehr hilfreich, um den Menschen ein Ankommen zu ermöglich“, so Stegmann. Er und Oddoy haben bereits die Familien besucht und sich ein Bild von ihrer Situation gemacht.

Schon 2015 hatte der Präventionsrat Strukturen zur Unterstützung der Flüchtlinge geschaffen. Doch während die Spielegruppe keinen wirklichen Anklang gefunden hatte und die Sprachvermittlung inzwischen beim Landkreis angesiedelt ist, will Stegmann nun zwei anderen Gruppen – Helfer und Paten – wieder Leben einhauchen. „Denn die bisherigen Paten haben schon ihre Familien, und da sind mittlerweile auch Bindungen entstanden, so dass wir sie nicht einfach neu zuteilen können.“

Zum einen suchen Stegmann und Oddoy nun Helfer, die bei kleineren praktischen Problemen zur Hand gehen: „Wenn es zum Beispiel darum geht, einen Schrank zusammenzuschrauben oder eine Lampe anzubringen“, erklärt Stegmann. Und dann natürlich Paten, die die Familien in ihrem neuen Alltag an die Hand nehmen.

„Wir bräuchten für jede Familie zwei Paten, dazu einen Pool aus vier bis fünf Helfern. Denn es ist wichtig, die Arbeit auf mehreren Schultern zu verteilen“, so Oddoy. „Wir arbeiten da eng mit dem Migrationsdienst des Landkreises zusammen.“ Und das mit Erfolg, so sieht es Stegmann: „Da gibt es sehr viele aktive Mitarbeiter, die Tolles leisten. Sie sind sehr hilfsbereit und stehen und mit viel Knowhow zur Seite.“ Auch das Sprachproblem solle kein Hindernis sein, denn „beim Landkreis gibt es Listen mit Dolmetschern, die in wichtigen Fällen dazukommen“, so Stegmann. „Und Fahrtkosten bekommen sie – wie auch die Paten – erstattet.“ Doch vor allem eines sollten die Paten mitbringen: Empathie, da sind sich beide einig. Und Oddoy macht klar: „Die Paten werden von uns und dem Landkreis nicht alleine gelassen.“

Mehr Details dazu gibt es für Interessierte auf einem Informationsabend am Dienstag, 8. September, ab 19 Uhr im Haus der Bildung. Wer schon früher helfen möchte, wendet sich telefonisch an Oddoy unter 04262/9198933.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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