Visselbad nimmt Betrieb wieder auf – mit Onlinebuchungen - Von Nina Baucke

Der Klick vor dem Wasser

Die Schwimmgäste Britta Schröder und Peter Coors aus Visselhövede genießen das ruhige Schwimmen unter der Aufsicht von Anja Runge. Fotos: Nina Baucke
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Visselhövede. Auf dem Bildschirm sieht Anja Runge, wie die Badegäste aus dem Wasser steigen und in die Duschen verschwinden. Wenige Minuten später schnappt die Fachangestellte für Bäderbetriebe im Visselbad sich eine Sprühflasche, zieht den Mund-Nasen-Schutz über die untere Hälfte ihres Gesichts und macht sich auf den Weg durch das Bad zu den Umkleiden: „Zeit zum Desinfizieren“, sagt sie. Der Arbeitsablauf im Visselbad hat sich durch Corona verändert – und das fängt bei der Vorbereitung des Besuches schon an.

Denn sich die Badesachen zu schnappen und einfach los zu fahren – so einfach ist es derzeit nicht. Um Obergrenzen einzuhalten und möglichst optimale Hygienebedingungen zu schaffen müssen die Schwimmer derzeit sich eine Stunde im Bad buchen. Das geht online auf der Internetseite unter www.vissel-bad.de.
„Unsere Besucher suchen sich dort an einem Tag ihrer Wahl ihre Wunschzeit aus“, erklärt Runge. Vier Bahnen in dem großen Becken haben sie und ihre Kolleginen, darunter Badleiterin Gitta Brunkhorst, mit Blick auf die geltenden Abstandsregeln markiert, dementsprechend sind vier Besucher zeitgleich möglich. „Inklusive Umziehen haben unsere Gäste hier dann eine Stunde Zeit“, sagt Runge. „Das ist ein Kompromiss, uns ist es wichtig, größtmögliche Sicherheit zu bieten, und daher haben wir viel darüber nachgedacht, wie wir hier wieder das Schwimmen ermöglichen können“, berichtet Mathias Haase, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Die Lösung waren die buchbaren Zeiten, wofür dann Rathausmitarbeiter Jonas Hermonies ein Buchungsprogramm einrichtete. „Bisher haben wir nur positives Feedback bekommen“, freut er sich. „Schön ist auch, dass wir so keinen hier wieder wegschicken müssen“, ergänzt Runge. Allerdings zeigt sich schon jetzt: Besonders begehrt sind die Zeiten in den frühen Morgenstunden. „Jeder, der bucht, sollte daran denken, dass vor allem Berufstätige auf die frühen Zeiten angewiesen sind“, appelliert Haase. Etwas mehr Zeit haben Familien am Sonntag, jeweils eineinhalb Stunden dürfen insgesamt zwei „Haushalte“ zeitgleich im Wasser sein, dann ist auch das Kinderbecken zugänglich.
„Schon am Eingang empfangen wir sie mit Mundschutz, jeder Schwimmer hat seine eigene Kabine und eigene Dusche“, erklärt Runge. Nach jeder Nutzung desinfizieren sie und Brunkhorst die benutzten Sanitäreinrichtungen und Spinde, bevor dann die nächsten ins Bad kommen. Die Vorschriften umzusetzen macht ihr keine Kopfschmerzen: „Wir haben uns lange über einen Hygieneplan Gedanken gemacht, daher ist das nicht so dramatisch.“ Kinder bis zwölf Jahren dürfen zudem nur in Begleitung Erwachsener zum Schwimmen kommen. Auch die Sauna bleibt vorerst geschlossen. Bis auf Weiteres hat das Visselbad montags bis freitags von 6 bis 8 Uhr sowie von 11 bis 19 Uhr geöffnet, die letzte „Schwimmrunde“ beginnt demnach um 18 Uhr, und sonntags ist das Bad von 10 bis 17.30 Uhr für seine Gäste da. Samstags steht es den Vereinen zur Verfügung, denn auch die arbeiten derzeit an Hygienekonzepten, um den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen.
Auch wenn aufgrund der knappen Schwimmzeit für Runge nicht viel für ein Schwätzchen am Beckenrand bleibt: „Die Gäste sind dankbar, wieder etwas Normalität zu haben, sie genießen das leere Becken“, so Runge. Sie lacht: „Und wir freuen uns, unsere Schwimmer wiederzusehen.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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