Verwaltung legt neue Varianten zum „Primar Campus“ vor

Suche nach der Lösung

Der geplante Primar Campus: Eine Variante sieht die Busführung zwischen Turnhalle und Sportplatz vor (siehe Bild), eine weitere führt über die Eichenstraße.
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Visselhövede (nin). Elterlicher „Anlieferverkehr“, Busspuren und lange Wunschlisten der Schule: Dass in den Planungen für das Projekt „Primar Campus“ in Visselhövede noch einiges an Diskussionsbedarf steckt, zeigte am vergangenen Donnerstag die Sitzung des Schulausschusses. Denn die Suche nach einer Ideallösung ist noch nicht abgeschlossen – und ebensowenig ist für einige Elternvertreter ein an sich bereits abgelehnter Neubau auf dem Majorsbruch vom Tisch.

„Die Frage ist nach wie vor, wie wir die Entzerrung des Elternverkehrs hinbekommen“, erklärte Bürgermeister Ralf Goebel. Dafür legte die Verwaltung dem Ausschuss nun neue Varianten vor, die alle auf den ersten grobskizzierten Ideen für das Konzept, das die Kastanienschule und den Kindergarten Fabula umfasst und bei dem sich Grundschüler und Kindergartenkinder einen Neubau teilen, basieren.

Denn in ersten Planungen führte die Route für den Schulbus auf einer neugeschaffenen Verbindung zwischen dem Kindergarten und der Turnhalle hindurch, eine Variante, mit der vor allem der Kindergarten laut Goebel „nicht glücklich“ war. Eine weitere Möglichkeit sieht vor, die neue Busroute von der Gerhard-Hauptmann-Straße zur Straße Auf der Loge zwischen Turnhalle und Sportplatz hindurch zu führen. Darin sah allerdings Elternvertreter Arno von Dreele Gefahrenpotenzial für die Kinder, die nach dem Umziehen in der Turnhalle zum Unterricht auf den Sportplatz wollten.

Eine von der CDU/FDP-Fraktion eingereichte Variante will den Schulbereich weiträumig umgehen: Sie sieht die Busanfahrt über Waldweg, Affwinkel, Eichenstraße, Auf der Loge vor, als Haltestelle käme nach diesen Überlegungen der derzeitige Parkplatz an der Turnhalle in Frage. „Natürlich ist eine Busführung hinter der Turnhalle nicht das Optimum“, betonte der Bürgermeister. „Daher ist diese Möglichkeit durchaus überlegenswert.“

Goebel brachte zudem eine Idee ins Spiel, die es in anderen Kommunen bereits gäbe – eine „Kiss and Ride“-Zone, die nur zum kurzen Anhalten und Absetzen der Kinder gedacht ist. Konkret würde sich dafür ein Kreisel eignen, der von der Wedekindstraße abgehen könnte. „Wir wünschen uns natürlich, dass die Kinder weniger mit dem Auto gebracht werden, aber das bekommen wir aus den Eltern nicht raus“, erklärte Catrin Puschmann, Schulleiterin der Kastanienschule. Das sah auch Bernd Luttmann (CDU) so: „Eine Ausstiegszone wäre sicherer – denn die Eltern werden nicht darauf verzichten, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen.“ Hartmut Wallin (Grüne) betonte dagegen: „Dass man in Infrastruktur investiert, damit Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, halte ich nicht für richtig.“ Darüber hinaus geht die Stadtverwaltung von einem Parkplatzbedarf von 64 Stellplätzen aus, vorhanden sind bislang 42.

Auf „Verwunderung“, so Ausschussmitglied Astrid Kirmeß (CDU), sei auch die „Wunschliste“ gestoßen, die der Arbeitskreis Schulneubau erarbeitet hatte. Unter anderem geht es darin um Räume, die für den Betrieb einer modernen inklusiven Ganztagsgrundschule erforderlich seien – darunter Betreuungsräume, Eltensprechzimmer, Sozialarbeiterraum, Gruppenräume, Arbeitsräume für Lehrer, einen Streitschlichterraum sowie einen Aufenthaltsraum für die Schulhunde.

„Wir haben damals die Entscheidung für den Erhalt des Gebäudes mitgetragen, um der Kastanienschule entgegenzukommen – obwohl wir die Lösung in dem Gebäude der Oberschule an der Lönsstraße vorgezogen hätten“, so Kirmeß. „Neue Sanitäranlagen sind selbstverständlich. Aber diese Raumwunschliste erfordert einen noch größeren Neubau – und dann würde die alte, schöne Kastanienschule nicht mehr den Charme haben, die sie jetzt hat.“ Elternvertreter von Dreele brachte in diesem Zusammenhang erneut einen Neubau auf dem Majorsbruch zur Sprache: „Angesichts dieser Liste frage ich mich, ob das nicht die bessere Lösung gewesen wäre.“ Man beschließe nicht den Bau aller aufgeführten Räume, sondern nur, dass das Konzept weiterverfolgt werde, entgegnete Ausschussvorsitzender Lothar Cordts (SPD). „Es ist alles Zukunftsmusik, die man zumindest bedenken muss“, pflichtete ihm auch Puschmann bei.

Mit fünf Ja- und vier Neinstimmen verwies der Schulausschuss das Konzept in den Bauausschuss – inklusive der neuen Busvariante über die Eichenstraße, die nun einer Machbarkeitsprüfung unterzogen werden soll.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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