Verfüllung der Z1 Bohrung in nächster Phase

„Messung rund um die Uhr“

Projektleiter Paul Eckhardt (von links), Wintershall Dea-Firmensprecher Heinz Oberlach, Bohringenieur Harold Karsch und Bürgermeister Ralf Goebel im DGH Wittorf.
 ©Foto: Henning Leeske

Wittorf (hl). Der Rückbau der Bohrung Z1 in Grapenmühlen geht mit der Verfüllung in die nächste Phase. Gut zwei Jahre ist die Bohrung des Energiekonzerns Wintershall Dea nicht mehr in Betrieb. Förderanlagen und die Vorrichtungen der Versenkbohrung für das Lagerstättenwassers sind schon zurückgebaut. Nun informierte das Unternehmen in einer Infoveranstaltung, die die Stadt Visselhövede in Wittorf organisiert hatte, über die nächste Bauphase.

Der Sonderbetriebsplan für die endgültige Verfüllung wurde vom Landesbergamt (LBEG) am 13.7.2020 genehmigt und der Unternehmenssprecher Heinz Oberlach stellte den Fahrplan bis zur Rekultivierung der Fläche im Juni 2021 vor. Im Sonderbetriebsplan seien laut Oberlach die Forderungen der Stadt Visselhövede und der Initiative Wittorfer Bürger für Umwelt und Gesundheit eingearbeitet worden. „Die Bohrung wird nach absolutem Topstandard verfüllt. So wie die, ist noch keine verfüllt worden“, sagte Oberlach. Eine Kernforderung seitens der Stadt war in einem Forderungskatalog das Langzeitmonitoring für das Grundwasser, was nun auch von dem Unternehmen zugesichert wurde. „Das Grundwassermonitoring ist eine absolut freiwillige Maßnahme von Wintershall Dea“, so Oberlach. Daher sei das Grundwassermonitoring nicht explizit Teil des Sonderbetriebsplans, anders als der geplante Tiefensensor ganz unten in der Bohrung. Damit sollen seismische Aktivitäten langfristig überprüft werden.

Schon sichtbar sind jetzt die Lärmschutzcontainer auf dem Betriebsgelände und als Nächstes werde eine Bohranlage mit einem 38 Meter hohem Turm errichtet, der dazu dient die Rohre der Steigleitung Stück für Stück aus der nun rund 1000 Meter tiefen Bohrung herauszuziehen. Jedes Rohr werde einzeln auf Schadstoffe überprüft und verschlossen. Danach sollen dieses Material regelmäßig von zertifizierten Fachfirmen entsorgt werden, sodass kein großer Stapel an ausgedienten Rohren auf dem Gelände angesammelt werde. Laut Bohringenieur Harold Karsch komme während dieses ganzen Vorgangs ein Sicherheitsventil auf die noch vorhandene Bohrung. „Ist da denn noch Druck drauf?“, wollte Wittorfs Ortsbürgermeister Heiner Gerken (Grüne) wissen. „Das ist nur für den Fall der Fälle“, sagte Karsch. Denn mit dem Rückbau der Steigleitung werde das Wasser getauscht und zum Spülen eingesetzt, um Schadstoffe herauszufiltern. Großer Druck sollte daher nicht in der Bohrung sein, weshalb das große Sicherheitsventil rein präventiven Charakter habe.

Die Spülung im Kreislauf sei wegen der Reinigungsfahrten nötig, die mit Klingen das Innere der Bohrung abkratzen. Das werde auch mit ständigen Messungen begleitet und bei Auffälligkeiten mit Belastungen durch beispielsweise Quecksilber würden die Arbeiten sofort gestoppt, sicherte Oberlach zu. Auch der Zustand der verbleibenden Rohrwände werde so auf Dichtheit überprüft. „Es wird rund um die Uhr gemessen, was aus dem Bohrloch kommt“, sagte Oberlach unmissverständlich. „Dann ist das Bohrloch frei und sauber für die Verfüllung“, so Oberlach weiter. Nach dem Ausfräsen bestimmter Abschnitte in der Bohrung werde, dann mit einer Zementation bis zutage die Bohrung verfüllt. Diese Arbeiten würden in zwei täglichen Zwölfstundenschichten bis zum Dezember 2020 abgeschlossen sein. „Welcher Entsorger kommt, hängt ganz davon ab, was gefunden wird“, kündigte Karsch noch auf Rückfrage an. Jedenfalls werde alles mit Wiegeschein und weiteren Papieren für das LBEG dokumentiert. „Wie werden die Dokumente öffentlich zugänglich gemacht?“, wollte Bürgermeister Goebel wissen. Laut Oberlach würde die Dokumente nicht veröffentlicht, aber unterlägen der vollständigen Kontrolle des LBEG.

„Wenn Mitarbeiter von Wintershall Dea oder der beteiligten Spezialfirmen bei ihren Tätigkeiten zeitweise eine Atemschutzausrüstung tragen, ist das allein der Arbeitssicherheit geschuldet und kein Hinweis auf Unregelmäßigkeiten“, kündigte Oberlach noch an, weil das Gelände von der Bundesstraße 440 einsehbar ist.

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