Stadt Visselhövede hält an Fundtiervertrag mit Stuhr fest - Von Nina Baucke

„Keine Watschn“

Silke Wingen auf dem Gelände des Tierheims: Die Rotenburgerin warb vergeblich für einen neuen Vertrag zwischen Tierschutzverein und Kommune. Archivfoto: Dennis Bartz
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Visselhövede. Fundtiere aus Visselhövede haben einen langen Weg vor sich, wenn sie zunächst über die Tierklinik Posthausen und das Tierheim Arche Noah in Stuhr im besten Falle wieder bei ihren Besitzern landen. Und das soll nach Willen des Ausschusses für Landwirtschaft, Grünanlagen, Umwelt und Energie auch künftig so bleiben. Das Gremium lehnte mit seiner Erneuerung der Zusage an den Verein Arche Noah einen Antrag des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg ab.

Dessen Vorsitzende Silke Wingen hatte im Vorfeld der Entscheidung noch einmal für einen Vertrag zwischen der Kommune und dem Verein geworben und die Situation des Rotenburger Tierheims dargestellt. Im Sommer 2017 hatte die Einrichtung, damals noch unter der Leitung von Regina Buchhop einen Aufnahmestopp ausgesprochen, die Kommunen des Südkreises hatten daraufhin Verträge mit dem Tierheim Arche Noah geschlossen. In der Zwischenzeit hatte Wingen den Vorsitz des Tierschutzvereins und die Leitung in Rotenburg übernommen und sich daran gemacht, alles auf neue Füße zu stellen – inklusive umfangreicher Aufräum- und Umbauarbeiten. Seit einiger Zeit verfügt das Tierheim wieder über Kapazitäten, aber lediglich die Stadt Rotenburg kündigte in Stuhr und bringt seine Fundtiere seitdem wieder nach Mulmshorn. „Wir haben gute Vermittlungszahlen, das Tierheim ist zu keiner Zeit ausgelastet“, warb Wingen. Von 18 Fundhunden habe man zudem 17 wieder ihren Herrchen und Frauchen übergeben können. „Die Gemeinden hätten nichts mehr mit den Fundtieren zu tun, wir holen, bringen und versorgen – 24 Stunden am Tag.“ Das gelte zudem für die tierärztliche Versorgung für die die Tierklinik Sottrum mit im Boot sei.

Es ist für Wingen vor allem eine finanzielle Frage: Denn wenn alle anderen Südkreisgemeinden außer Rotenburg zurückkommen, kommen fast 40.000 Euro mehr pro Jahr rein, davon entfielen anhand einer pro-Kopf-Pauschale von 75 Cent fast 7.500 Euro auf Visselhövede. Ohne diesen Betrag fährt der Verein laut Wingen ein jährliches Defizit von 26.000 Euro ein, mit dem Geld könnten es 13.000 Euro Überschuss sein.

Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Mathias Haase, lobte zwar Wingens Engagement im Tierheim, war aber angesichts des Pensums der Rotenburgerin skeptisch: „Ich frage mich, können Sie das durchhalten?“ Zudem bezahle die Stadt die 75 Cent auch in Stuhr, und der Überschuss sei auch nur möglich, wenn alle Kommunen mitzögen. Auch Hermann Bergmann (SPD) sah keine Notwendigkeit, den Vertrag mit Stuhr aufzukündigen. Fraktionskollege Michael Beyer schlug vor, die Lage jedes Jahr neu zu betrachten. Irene Becker (WiV) warb dagegen für einen Vertrag mit dem Tierschutzverein. „Es läuft gut mit Stuhr, aber wir haben dort keinen direkten Ansprechpartner. Und hier haben wir Betreuung vor Ort.“

Auch wenn der Ausschuss mit vier zu eins für eine Fortführung des Vertrags mit dem Tierheim Arche Noah plädierte: „Verstehen Sie diese Entscheidung nicht als Watschn für Ihre Leistung“, betonte Bürgermeister Ralf Goebel in Richtung Wingen.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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