Staatsanwaltschaft Verden durchsucht Büros in Bothel - Von Nina Baucke

Ermittler im Rathaus

Ermittler der Staatsanwaltschaft Verden hatten im Mai unter anderem das Botheler Rathaus im Visier, durchsuchten aber auch Wohnungen und ein Firmenbüro in Bothel.
 ©Dennis Bartz

Bothel. Gegen Mitarbeiter der Samtgemeinde Bothel ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Verden. Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige hatte bereits im Mai diesen Jahres die Polizei Büros im Rathaus durchsucht, dazu drei private Wohnungen in Bothel sowie zwei Firmenbüros in Rotenburg und Bothel. Dabei haben die Ermittler mehrere Unterlagen sichergestellt.

Laut eines anonymen Schreibens, das auch der Rundschau vorliegt, dreht es sich um Vorwürfe der Steuerhinterziehung, Abrechnungs- und Sozialversicherungsbetrug. Vorwürfe, die Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, nicht kommentieren wollte. „Wir sprechen hier von einem vagen Anfangsverdacht“, betont der Erste Staatsanwalt gegenüber der Rundschau. Aber auch Namen wollte er nicht bestätigen.

Die Behörde ermittelt für den Zeitraum 2013 konkret gegen fünf Personen. Wie Gaebel sagte, darunter ein ehemaliger Mitarbeiter der Samtgemeinde, der zum betroffenen Zeitpunkt dort noch angestellt war.

Ein weiterer Mitarbeiter der Samtgemeinde soll laut Staatsanwaltschaft inoffiziell bei einer der durchsuchten Firmen angestellt gewesen sein, sein Gehalt jedoch von der Samtgemeinde bekommen haben. Ob diese Person nach wie vor für die Kommune tätig ist, wollte Gaebel ebenfalls nicht bestätigen. „Ich habe zumindest keine Informationen, dass das nicht mehr der Fall ist.“

Die Ermittlungen seien noch lange nicht abgeschlossen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. „Als nächstes müssen Zeugen vernommen und auch die Beschuldigten in der Sache gehört werden.“

Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle wollte die erhobenen Vorwürfe und Ermittlungen gegenüber der Rundschau nicht kommentieren. „Ich werde dazu nichts sagen – aus Fürsorgepflicht gegenüber meinen Mitarbeitern hier im Rathaus, besonders gegenüber den Beschuldigten“, so der Verwaltungschef. „Momentan ist noch nichts geklärt, alles ist im Fluss.“

Nach Angaben seitens der Staatsanwaltschaft wird sich eine Klärung des Falles noch hinziehen: „Das wird ein paar Monate dauern“, so Gaebel.

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Nina Baucke Nina Baucke
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