Schwitscher Gruppe erstellt Dorfchronik in Heftform - Von Nina Baucke

Blick in die Vergangenheit

Carola Brase mit dem Ordner, in dem die Schwitscher die jährlich erscheinenden Hefte zur Dorfchronik sammeln. Foto: Nina Baucke
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Schwitschen. Es ist Jubiläum – vom Dorf, vom Verein, von der Firma – und aus diesem Anlass sitzt eine Gruppe Geschichtsbegeisterter zusammen und sammelt Informationen, Anekdoten, Bilder und Erlebnisse, um sie in Buchform für alle Interessierten zugänglich zu machen. Fast so läuft es auch in Schwitschen – fast! Denn hier gibt es neben einem abgeschlossenen Chronikband ein Projekt, das weiterhin das Dorfgeschehen begleitet und Jahr für Jahr wächst.

2007 hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die eine Dorfchronik auf die Beine stellen wollte. Das gelang auch, 2016 wanderte ein 400 Seiten starkes Buch in die Regale zahlreicher Schwitscher Bürger. „Aber Material war noch reichlich da, es hätten locker auch 1.000 Seiten werden können“, bemerkt Carola Brase vom Verein Dorfkultur in Schwitschen.

Die Überlegung war, einfach einen zweiten Band zu veröffentlichen – den allerdings ohne Hofchronik. Die Mitglieder der Gruppe wählten einen anderen Weg: Sie entschieden sich, ein jährliches Heft herauszugeben, das die Leser in einem extra dafür entworfenen Ordner sammeln können. „Außerdem fanden wir uns alle so nett, und so kommen wir immer wieder zusammen“, begründet Brase die Entscheidung mit einem Lachen.

Das Ergebnis ist: Jedes Jahr wächst Ende Oktober der Bestand im Ordner um ein weiteres Heft. Der Aufbau ist dabei immer gleich. „Es gibt immer etwas Altes, dazu kommen Nachträge zur ersten Chronik von 2016“, erklärt Brase. „Aber wir haben auch die Gelegenheit, neue Fundstücke regelmäßig vorzustellen.“

So fiel den Schwitschern 2018 eine Schulchronik in die Hände. „Dort haben wir sehr viel entdeckt“, erinnert sich Brase, die die Aufzeichnungen aus dem Sütterlin „übersetzt“. Viel Wissen, vor allem über die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Region, das sie gerne schon für die erste Chronik gehabt hätten – und das nun in die Jahreshefte miteinfließen soll. Aber auch Aktuelles, das die Gruppe, die alle 14 Tage zusammenkommt, in einen historischen Zusammenhang setzt, spielt eine Rolle. „Wir wussten im vergangenen Jahr erst nicht welches Thema wir angehen können – und dann kam der Straßenbau“, sagt sie.

Ein weiterer Teil ist die feste Rubrik, in der die Chronistengruppe den Besuch eines Prominenten in Schwitschen aufarbeitet. So erinnern die bisherigen Ausgaben an Stippvisiten von Bundeskanzler Ludwig Erhard in den 60er-Jahren Bundespräsident Karl Carstens in den frühen 80er-Jahren und vor nicht allzu langer Zeit an den Besuch von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Insgesamt 200 Exemplare lässt die Arbeitsgruppe von dem Heft drucken, „und so gibt es auch keine umherfliegenden Blätter“, sagt Brase. Was sie vor allem freut: Bisher gab es nur positive Rückmeldungen für die engagierte Gruppe und ihr jährliches Resultat. „So macht es einfach Spaß, daran zu arbeiten“, freut sie sich.

Ist ein Heft erschienen, geht es gleich an die nächste Ausgabe. Denn über Schwitschen zu erzählen, so ist sich die Gruppe sicher, gibt es noch reichlich.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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