Samtgemeinderat diskutiert Lüftungsanlagen für Schulen

Lüften als Lösung?

Dirk Eberle präsentierte einen umfassenden Informationskatalog zu den Lüftungsgeräten.
 © Foto: Judith Tausendfreund

Bothel. Es ist ein komplexes und dringendes Thema: Die Frage, wie in den Schulen für eine besseres Durchlüftung gesorgt werden kann. Um in dieser Sache nun weiter zu kommen, hatte der Samtgemeinderat Bothel sich in seiner jüngsten Sitzung auf diesen einen Tagesordnungspunkt konzentriert. Grundlage der Diskussion war ein Antrag der SPD-Fraktion, der die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten beinhaltete. Schon im Schulausschuss und in der vergangenen Ratssitzung war darüber debattiert worden, nun ging es weiter.

Als Grundlage zur weiteren Entscheidungsfindung hatte die Verwaltung umfassende Informationen eingeholt, die Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle vorstellte. Dabei ging es um Nutzen, Kosten und diverse Positionen rund um die anzuschaffenden Geräte, aber auch um die Geräusch- und Hitzeentwicklung. „Ich halte die Geräte von meiner Seite aus nicht für tragbar“, gab Eberle zu. Es sei nicht auszuschließen, dass es durch die Anwendung zu Atemwegsreizungen kommen könnte. Zudem würde eine Anschaffung von Lüftungsgeräten die Schulen nicht davon befreien, nach gesetzlicher Vorgabe zu lüften. „Niemand will etwas anschaffen, was schlecht für die Schüler wäre“, er würde der Anschaffung nicht zustimmen.

Nach Ansicht der Landeschulbehörde wäre bei der Anschaffung von Vernebelungsgeräten in vielerlei Hinsicht der Schulträger verantwortlich. Sicherzustellen sei daher, dass zum Beispiel durch das Einbringen chemischer Desinfektionsverfahren Gefahren für Schüler und Lehrpersonal auszuschließen sind, hieß es seitens der Verwaltung. Auch das Kultusministerium erklärte demnach, dass den Geräten lediglich eine unterstützende Wirkung zugeschrieben werde. Das Umweltbundesamt rät sogar von der Verneblung ab.

Antragssteller Werner Meyer (SPD) erklärte, dass man in Schweden schon sehr lange fest installierte Lüfter in den Klassenräumen habe. Das Robert-Koch-Institut habe erst vor kurzem festgestellt, dass von Jugendlichen durchaus eine Ansteckungsgefahr ausgehen könne. „Die Lufthansa bekommt acht Milliarden Euro, die Schulen sollen ihre Probleme mit Lüften lösen“, stellte er fest. Man habe die Verantwortung, die Gefahren auf ein Minimum zu reduzieren. „Ich bin dafür, dass wir schnell eine Lösung finden“, forderte Ratsfrau Birgit Brennecke (Grüne). Das Schulsystem sei schon lange „grottig“ und unflexibel. Sie schlug vor, mit Homeschooling, Beschulung zu unterschiedlichen Zeiten und ähnlichen Ideen zu reagieren. „Wir sollten bis Januar oder Februar abwarten und dabei ein Belüftungskonzept erstellen, um das Problem langfristig anzugehen“, so ihr Vorschlag. Auch weitere Ratsmitglieder meldeten sich. So wurden zum Beispiel Befürchtungen geäußert, dass man jetzt die Belüftungsgeräte anschaffe und in kurzer Zeit die Schulen geschlossen werden würden – dann wäre die Ausgabe umsonst gewesen. Auch hieß es, dass die Erfahrung im Umgang mit den Geräten fehle. „Erfahrungswerte von anderen Schulen wären gut“, stellte Heidrun Röhrs (SPD) fest.

Wenige Geräte anzuschaffen, um mit diesen die Wirkung und den Umgang auszuprobieren, sah Eberle kritisch: „Alle Klassen müssen unter gleichen Bedingungen arbeiten. Stellen Sie sich vor, in einer Klasse passiert etwas und da herrschen dann andere Voraussetzungen – das können wir nicht verantworten“. Er plädierte ebenfalls für ein langfristiges Konzept, auch mit Blick auf die heißen Sommer. Er fügte später noch hinzu, dass man eine Wirksamkeit der Geräte fachlich nicht einschätzen könne, auch wenn man ein solches, einzelnes Gerät anschaffe. Auch aus den Reihen der CDU kam es zu Wortmeldungen. „Alle nehmen das Thema sehr ernst“, so Fraktionsvorsitzender Lothar Sause. Er führte aus, dass die Idee mit den Belüftungsgeräten nicht die Sicherheit bewirke, die man für die Schüler suche. Abschließend zog die antragsstellende SPD den ursprünglichen Antrag zurück und der Rat einigte sich einstimmig auf eine neue Idee: Demnach soll nun ein Konzept erarbeitet werden, welches den Schulen der Kommune eine generelle Verbesserung der Luftbedingungen ermöglicht, sowohl in Hinblick auf gesundheitliche Fragen als auch in Hinblick auf die Klimaveränderungen.

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