Ralf Heuer fordert mit Blick auf den Klimawandel zum Umdenken auf

Schutz für kostbare Ressource

Strahlende Sonne, Hitze - das Sommerwetter ist schön, führt aber zu großer Trockenheit.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Kirchwalsede (jt). Zwei Fliegen mit einer Klappe schlug Ralf Heuer, der noch frische Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Rotenburg-Land (WVV), als er die Ratssitzung in Kirchwalsede besuchte: Er stellte sich als neuer Inhaber dieser Position vor, wies aber zugleich auf das ernste Thema Klimawandel und Wasserknappheit hin. Heuer lebt selbst in Kirchwalsede, er ist verheiratet und hat ein Kind. Er folgte kürzlich auf Volker Meyer, dieser wiederum ist nun Geschäftsführer bei den Stadtwerken Rotenburg geworden. Berufserfahrungen konnte Heuer schon beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in Hamburg sammeln, ursprünglich hat er ein technisches Ingenieursstudium absolviert.

In Form eines eindrucksvollen Vortrags erläuterte Heuer, dass die Aufgaben seines Verbandes zunehmend eine Herausforderung werden – und dies liege auch am Verhalten der Anwohner. Denn gerade in den letzten Wochen herrschte in der Region brütende Hitze. Gleichzeitig, so erläuterte der neue Geschäftsführer, seien bedingt durch die Corona-Pandemie viele Menschen nicht in Urlaub gefahren. „Hochwertiges Trinkwasser wird zunehmend zur Bewässerung von Gärten und dem Befüllen von Gartenpools genutzt“, kritisierte er. Mit Hilfe von verschiedenen Folien zeigte er das Drama auf: An verschiedenen ausgewählten Tagen während der letzten Trockenperiode wurden 40 Prozent mehr Wasser abgegeben. „Die Spitzenabgaben liegen in der Zeit zwischen 16 und 22 Uhr“, so Heuer – also dann, wenn die Anwohner ihre Freizeit genießen. Beispielhaft erläuterte er einen der letzten Hitze-Samstage aus der Sicht des Wasserversorgers und diese Schilderung glich einem Krimi. Denn der Tag gestaltete sich als ein Stresstest, noch nie wurde beim Versorger so viel Wasser abgegeben. „Und dies, obwohl wir vorab einen Appell veröffentlicht hatten, bitte sparsam zu sein. Wir fordern die Menschen nicht aus Spaß dazu auf, das Rasensprengen einzustellen“, betonte der Geschäftsführer. Die Kapazitäten der Trinkwassernetze mussten bis an die Grenze erweitert werden, durch zu niedrigen Grunddruck könne es Probleme geben, notfalls müssten die Wasserwerke auch mal den Hahn abdrehen. Es müsse ein Umdenken passieren, nachhaltiges Wirtschaften mit dem Rohstoff Trinkwasser sei absolut notwendig. Heuer wies auch daraufhin, dass in der Gemeinde Lauenau die Versorgung schon zusammen gebrochen sei. Dieses Szenario drohe noch nicht - dennoch müsse mit der kostbaren Ressource verantwortungsvoll umgegangen werden. „Einen trockenen Rasen zu sprengen ist nicht nachhaltig“, mahnte Heuer.

Den beeindruckenden Vortrag hatte er unter anderem auch vorbereitet, da ein Landwirt aus dem Ort im Rat den Antrag gestellt hatte, seine Felder zu beregnen. Die Entscheidung zu diesem Antrag wurde jedoch diesmal noch nicht gefällt, der Gemeinderat wird hierzu in einer der nächsten Sitzungen einen Beschluss fassen.

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