Präventionsrat zieht Jahresbilanz / Neue „Tisch an Tisch“-Aktion

Hoffnung auf Kümmerer

Der Präventionsrat plädierte im Rathaus für einen Sozialarbeiter.
 ©Nina Baucke

Visselhövede (nin). Engagierte Mitglieder und Gruppen, eine gute finanzielle Basis, gut angenommene Projekte und hier und da trägt die geleistete Arbeit auch Früchte: Die Bilanz, die der Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats, Gustav Stegmann, bei der Jahreshauptversammlung des Gremiums am Mittwochabend im Rathaus zog, ist an sich positiv. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Denn Stegmann machte deutlich, dass es einiges an Defiziten gibt.

Visselhövede hat die höchste Arbeitslosenquote im Landkreis und damit schlechte Aussichten für Jugendliche, eine hohe Anzahl an Schulabgängern ohne Abschluss, Paralellgesellschaften, zahlreiche sehr junge Mütter, wenig Ausbildungsplätze und zahlreiche junge Menschen, die daher ihre Ausbildung woanders absolvieren und die Stadt verlassen – aus Stegmanns Sicht einiges an Problemen: „Und die können wir einzeln nicht so ohne Weiteres lösen. Wir brauchen einen Sozialarbeiter, einen Kümmerer.“ Entsprechende Anträge hatte der Präventionsrat bereits gestellt, 75 Prozent der erforderlichen Kosten könnten aus Landesmittel kommen, so der Vorsitzende. „In Rotenburg hat es vor Jahren mit einer halben Stelle begonnen, heute sind es drei volle Stellen. So etwas muss sich entwickeln.“ Dennoch kann seiner Ansicht nach die Einstellung eines Sozialarbeiters nur ein Anfang sein: „Wir brauchen noch mehr nachhaltige Gewerbeansiedlungen. Es muss doch möglich sein, hier einen Pflock einzuschlagen.“

Ein intensives Jahr hat, laut Stegmann, die Gruppe der Asylhelfer hinter sich. Und auch da gibt es für ihn Licht und Schatten: „Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie sich viele Flüchtlinge, unter anderem aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und auch aus Afrika sich integrieren. Umso schwieriger hat das bei Menschen vom Balkan erwiesen. Da haben wir bei vielen einen Bedienungsanspruch registriert“, kritisierte Stegmann. Erfolgreich war laut des betreffenden Organsationsteams das internationale Kochen im März. „Die Resonanz war sehr gut – einige Wiederholungstäter, aber auch viele Neue“, so Dagmar Kühnast. „Teilweise musste man sich schon früh seine benötigten Lebensmittel sichern.“ Etwa 50 Leute hatten an der Aktion teilgenommen. „Es gab viele unterschiedliche Gerichte, viele nette Gespräche“, berichtete Kühnast. Um nette Gespräche bei kulinarischen Köstlichkeiten sollte es auch vergangenes Jahr im September bei der Aktion „Tisch an Tisch“ gehen – die war allerdings ins Wasser gefallen. Die Losung „Wir bevölkern den Marktplatz“ war ursprünglich der Kern der Aktion gewesen. Daher wandert das Projekt in diesem Jahr am Sonntag, 18. Juni, zum Haus der Bildung in der Emmy-Krüger-Straße. „Bei gutem Wetter sitzen wir dort unter Bäumen, bei schlechtem Wetter können wir alles schnell verlegen“, so Stegmann. Um 12 Uhr beginnt das Beisammensein von Alt- und Neubürgern, die sich gegenseitig bekochen. Die Flyer mit Anmeldeformularen und weiteren Informationen gibt es im Rathaus. Weitere Informationen erteilt auch der Präventionsrat per Mail – praeventionsrat@visselhoevede.de. Anmeldungen sind bis zum 9. Juni möglich. Bei den Wahlen blieb alles beim Alten: Die Versammlung bestätigte Stegmann sowie seine Stellvertreter Nicole Kanapin und Andreas Goehrt in ihren Ämtern.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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