Pläne für ein Begegnungs- und Zukunftshaus liegen vor - Von Nina Baucke

Alle unter einem Dach

Aus dem Visselhöveder Haus der Bildung könnte demnächst ein Begegnungs- und Zukunftshaus werden. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Zur Zeit ist es coronabedingt ruhig in dem Gebäude am Ende der Emmy-Krüger-Straße – und dennoch ist hinter den Kulissen einiges in den vergangenen Wochen und Monaten passiert, denn dem Bau könnte eine Metamorphose bevorstehen: Aus dem Haus der Bildung soll das Begegnungs- und Zukunftshaus werden. Und damit gehen einige Veränderungen an der Infrastruktur im Haus einher.

Dort wollen künftig vier Akteure an einem Strang ziehen: die Rotenburger Werke, der Rotenburger Verein Simbav, die Gemeinwesenarbeit Visselhövede sowie die Gruppe Vissel for future (VFF). „Wir hatten in den vergangenen drei Jahren kein richtiges Nutzungskonzept oder Reglement, es gab lediglich eine Gebührenordnung“, beschrieb Bürgermeister Ralf Goebel kürzlich vor dem Bauausschuss die momentane Situation. Daher sei man im Rathaus schon seit einem Jahr mit der Suche nach einer Perspektive beschäftigt. Dass nun etwas ins Rollen gekommen ist, hat mit dem Büro von Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy im vorderen Teil des Gebäudes zu tun. „Da läuft zur Zeit sehr viel zusammen“, so Goebel. Das sahen auch die Ausschussmitglieder so, sie votierten dafür, dass an den Planungen weiter gearbeitet werden soll.

Vor gut drei Monaten hatten sich dann Simbav, Rotenburger Werke, VFF und die Stadt zusammengesetzt und Ideen weiterentwickelt. „Wir fanden die Kooperation schon immer sehr interessant“, betonte Thorsten Tillner, Geschäftsführer der Rotenburger Werke, bei der Präsentation des Konzeptes.

Inklusion, Umweltbildung, Angebote für Familien und Gemeinwesenarbeit sind die Eckpfeiler des Konzeptes – und dafür schien den Beteiligten das Haus der Bildung optimal, um sich davon Synergieeffekte zu versprechen. Und dennoch stehen dort einige räumliche Änderungen an. So würde Simbav die Fläche nutzen, auf der sich derzeit noch die Bücherei befindet, diese wiederum verschmilzt mit der Schulbücherei der Oberschule und bekommt ihnen Standort dort. „Denn wir kommen mit dem, was wir derzeit dort an Räumen haben, nicht aus“, sagt Ina Helwig, Koordinatorin bei Simbav. Seit 2012 bietet der Verein Kurse in Visselhövede an, seit 2018 gibt es das Familienforum mit Außengruppen in Bothel. „Simbav erreicht Familien aus allen Lebenswelten, und daher wollen wir unsere Arbeit in Visselhövede weiterentwickeln“, so Helwig. Außerdem plant der Verein einen offenen Treffpunkt inklusive einer Kleiderbörse nach dem Vorbild des „Düt und Dat“ in Rotenburg. „Das war ein Wunsch vieler Eltern“, so Helwig. In dem Treffpunkt will der Verein dann Kleidung, Spiele und Möbel zu Flohmarktpreisen abgeben.

Auch für VFF bietet sich die Möglichkeit, nicht nur eine Begegnungsstätte zum Thema Umwelt und Klima zu schaffen und zu Vorträgen, Workshops, Aktionen, Filmabenden und dem Repair-Café zu haben, sondern das Angebot noch auszubauen und einen Multifunktionsladen zu schaffen für regionale und unverpackte Produkte. Mit den Rotenburger Werken plant VFF zudem eine Tauschbörse für Saatgut und will auch beim Multifunktionsladen zusammenarbeiten. Für die Werke ist das Projekt laut Tillner ein Schritt nach vorne: „Uns schweben hier neue Begegnungsmöglichkeiten vor.“ Die sieht auch Hendrik Wachowski, Leiter der Tagesförderstätte: „Mit der Palettenlandschaft sind wir in Visselhövede schon sichtbar geworden – und nun hätten wir die Möglichkeit, eine kleine Manufaktur, eine Papierwerkstatt und Dienstleistungen anzubieten.“ Barrieren abzubauen ohne dabei Inklusion mit der Brechstange zu betreiben sei ein wichtiges Ziel des Begegnungs- und Zukunftshauses, so Wachowski. Darüber haben die Rotenburger Werke noch weitere Planungen im Köcher, wie Tillner verriet. So sollen in der Emmy-Krüger-Straße und in der Bergstraße weitere Wohnprojekte entstehen und zum Schuljahr 2021/22 steht eine Kooperationsklasse der Lindenschule an der Kastanienschule in den Startlöchern.

Derweil soll der große Saal zugänglich bleiben: „Wir füllen das Haus mit Leben und bieten gleichzeitig auch noch räumliche Möglichkeiten für andere“, betonte Goebel.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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