Pferdemann Siegfried Kusel warnt vor der für Mensch und Tier giftigen Pflanze - VON ANGELA KIRCHFELD

„Raus mit dem Jakobskreuzkraut“

Pferdemann Siegfried Kusel warnt Garten und Weidebesitzer vor dem Kraut. Fotos: Kirchfeld
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Visselhövede – Es steht zurzeit in voller, leuchtend gelber Blüte und ist eigentlich wunderschön anzusehen, doch ist dabei hochgiftig: das Jakobskreuzkraut. Seit Jahren warnt der Visselhöveder Pferdemann Siegfried Kusel eindringlich vor dem Kraut. „Es gehört zu den giftigsten Pflanzen und kann schwere Leberschädigungen hervorrufen. Leider hat die Warnung wenig bewirkt. So findet sich eine große Ansammlung des giftigen Krauts inmitten einer Pferdeweide.

„Die Pferde selbst gehen da nicht ran. Doch das Gift gelangt ins Futter, wenn Heu gemacht wird und die trockenen Pflanzen in die Ballen gelangen“, warnt der Pferdezüchter und Kutschlehrer Siegfried Kusel. Was der 82-Jährige nicht verstehen kann, obwohl er viel warnt: „Es wächst sogar in einigen Gärten. Dort sind Kinder in Gefahr, die diese vermeintlichen Blumen pflücken.“

Ihm geht es keineswegs, darum jemanden anzuschwärzen, sondern darum, die Ursache des Problems zu beseitigen. „Wir haben schon Tausende von Euro für die Beseitigung dieses Gewächses ausgegeben. Nur abmähen nützt nichts. Das Kraut muss mit der Wurzel rausgezogen und entsprechend entsorgt werden – auf keinen Fall auf dem Kompost!“, betont der Pferdefachmann. Dabei geht das Gift nicht nur auf Pferde und Rinder über, sondern dringt auch schon bei Hautkontakt in den menschlichen Körper. „Daher immer mit Handschuhen anfassen.“

„Auf der Weide fressen die Tiere das Jakobskreuzkraut nicht, da es bitter ist. Aber kommt es ins Heu oder in die Silage, verliert es die Bitterstoffe, aber die Giftstoffe bleiben erhalten.“ Kusel hat bereits fast ein wertvolles Pferd dadurch verloren. „Die Behandlung kostete einiges Geld, vor allem leiden die Tiere elendig und oft bleiben nachhaltige Leberschäden.“

In anderen Gemeinden und Landkreisen gibt es für das giftige Kraut besondere Sammelstellen und Container, wie in Kirchlinteln, in denen das Kraut entsorgt werden kann. Dort nimmt man sich ernsthaft des Problems an und macht die Bevölkerung darauf aufmerksam. „Die Pflanze sät sich schnell aus. Die Keime bleiben lange im Boden und kommen selbst nach Jahren wieder zum Vorschein“, macht Kusel deutlich und hofft, dass die Warnungen Wirkung zeigen, bevor Menschen oder Tiere zu Schaden kommen.

Und so erkennt man die giftige Pflanze: Im oberen Pflanzenteil befinden sich in einem weitverzweigten schirmrispigen Blütenstand die zahlreichen gelben körbchenförmigen Teilblütenstände. Die Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 Millimeter. Sie besitzen eine Hülle aus 13 Hüllenblättern sowie anliegende Außenhüllblätter. Die Spitzen der Hüllblätter sind meistens schwarz gefärbt. Es handelt sich um eine zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimeter.

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