Margret Puppa trägt Wittorfer Geschichten zusammen - Von Nina Baucke

Vielfalt in Buchform

Margret Puppa hat Wittorfer Geschichten und Anekdoten gesammelt, die demnächst als Buch erscheinen. Foto: Nina Baucke
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Wittorf. Auf dem Land ist nichts los: Dieses Klischee dürfte längst überholt sein. Den Beweis dazu gibt es demnächst auch zwischen zwei Buchdeckeln. „Denn es ist enorm, was hier in Wittorf und Umgebung alles so passiert ist“, sagt Margret Puppa mit einem Lachen. Die zweite Vorsitzende des Bürgervereins ist derzeit dabei, einer besonderen Sammlung den letzten Schliff zu verleihen.

Dorfchroniken gibt es wie Sand am Meer, „wir wollten das ein bisschen anders machen. Wir wollten Geschichten, Anekdoten und Episoden festhalten und dafür sorgen, dass sie nicht verschwinden“, erklärt sie. Schon lange hatten sich die Verantwortlichen im Bürgerverein mit Gedanken zu diesem Projekt beschäftigt, in diesem Frühjahr machten sie dann Nägel mit Köpfen. Sie starteten einen Aufruf an die Bürger des Ortes, Erlebnisse und Erinnerungen aufzuschreiben.

Was dann in den folgenden Wochen und Monaten bis vor kurzem bei Puppa eintrudelte, hat es in sich: „Da sind wahnsinnig gute Sachen dabei“, freut sich Heiner Tamke, Vorsitzender des Bürgervereins. So wie die Erinnerungen an die Zeit, als zu Beginn der 70er-Jahre ein Feuerteufel den Ort unsicher machte und es zu vier Scheunenbränden kam – inklusive Wittorfer Bürger, die daraufhin nachts Patrouille lief, und eines Mordes, der eher stümperhaft als Selbstmord vertuscht wurde und möglicherweise im Zusammenhang mit den Bränden stand. „Aufgeklärt wurde die ganze Geschichte nie“, erinnert sich Tamke.

Oder die Anekdote, als die Feuerwehr ausrücken musste, um einen Pool leer zu pumpen – in einem der beiden Bordelle, die sich damals im Dorf angesiedelt hatten. Daneben landen auch alte Schulaufsätze und Geschichten von Streichen in dem Buch – unter anderem natürlich auch auf Plattdeutsch. „Und dann haben wir auch Berichte aus den Kriegsjahren, Erster wie Zweiter Weltkrieg, bekommen, die jahrzehntelang in Schubladen gelegen hatten und die die Angehörigen uns überlassen haben“, so Puppa. „Es ging uns einfach darum, die Vielfalt des Lebens hier abzubilden.“

Insgesamt landen 45 Geschichten von rund 20 Autoren in dem Buch, das im Din-A5-Format erscheinen soll. Aber das ist nur ein Teil des Ganzen. „Wir hatten erst nur an eine kleine Broschüre gedacht, und jetzt haben wir schon ausreichend Stoff für einen zweiten Band. Da hoffen wir, dass dieser in etwa einem Jahr erscheinen kann“, freut sich Puppa über den Zuspruch für die Aktion. „Immerhin – da steckt viel Arbeit drin. Viele der Beiträge sind per Hand geschrieben, die musste ich erst einmal abtippen.“

Als Einband hat sich die Wittorferin für das Taschenbuchformat entschieden – „das sieht besser aus, als wenn es nur geheftet wäre“. Dieser Meinung ist auch Tamke: „Es soll auf jeden Fall schon so aussehen, dass sich die Bürger das gerne in ihr Bücherregal stellen.“ Für’s Erste lässt der Bürgerverein rund 300 Exemplare des Buches drucken, kann aber bei Bedarf nachlegen. „Ich habe dazu eine ganze Liste mit Anfragen nach dem Buch“, bemerkt Puppa mit Stolz in der Stimme. In Kürze werden die Wittorfer Geschichten bei ihr sowie in der Bäckerei Tamke für zehn Euro pro Buch erhältlich sein.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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