Landkreis richtet Stelle für dezentrales Impfen in Wittorf ein - Von Nina Baucke

Der Pieks vor Ort

Im Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf richtet die Stadt Visselhövede ein Impfzentrum für Über-80-Jährige der Kommune ein. Foto: Nina Baucke
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Rotenburg/Visselhövede. Seit wenigen Tagen läuft der Betrieb im Zevener Impfzentrum für Menschen der Prioritätengruppe Eins, darunter sind Senioren im Alter von 80 Jahren und älter. „Wenn man auf die Karte des Landkreises guckt, wird schnell deutlich, dass die Anfahrt für einige mit Schwierigkeiten verbunden ist“, sagt Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel. Ist der Weg für Rotenburger oder Sittenser relativ machbar, sieht es für Bürger beispielsweise aus Kettenburg im Südkreis oder Alfstedt im Nordkreis schon ganz anders aus. Abhilfe will der Landkreis nun mit dezentralen Einrichtungen schaffen, der Start ist am Montag, 8. März.

Die Idee dazu ist schon einige Wochen alt, im Januar hatte Landrat Hermann Luttmann von einer Kommune im Landkreis Oldenburg gehört, die einen solchen „Ableger“ eingerichtet hatte. „Da war bei uns der Gedanke geboren, so eine Möglichkeit auch bei uns zu haben – zumal Anfragen aus der Samtgemeinde Geestequelle sowie von der Stadt Visselhövede da waren“, so Luttmann. Allerdings gab es dafür zunächst vom zuständigen Staatssekretär eine Absage – bis das Land die Vorgabe machte, dass die Bürger sich nur in ihrem Landkreis impfen lassen können.
„Wir haben uns frühzeitig für eine dezentrale Lösung stark gemacht“, betont Goebel. Auch Stephan Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Geestequelle, ist es wichtig, ein derartiges Angebot machen zu können: „Viele wollen keine Strecke über 40 Kilometer in Kauf nehmen. Und wenn der Imfpstoff doch da ist, soll das nicht an den Räumen scheitern.“
Im Fall Visselhövede will die Stadt für vier Tage das Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf entsprechend herrichten. „Wir hoffen so auf eine hohe Beteiligung der Bevölkerung beim Impfen“, so Goebel. Dieser Tage sollen die Angehörigen der Gruppe Eins in den beiden Kommunen ein entsprechendes Schreiben erhalten. „Wir organisieren zudem einen Fahrdienst, allerdings wollen wir dabei nur eine Notlösung sein“, sagt Helmut Sündermann, Vorsitzender des Visselhöveder Seniorenbeirats, der in den vergangenen Tagen schon den ein oder anderen Visselhöveder nach Zeven gefahren hat. Er unterstützt die Senioren auch dabei, sich um einen Termin zu kümmern. Neben ihm koordiniert Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy die Wünsche nach einem Fahrdienst. Wer bereits einen Termin in Zeven vereinbart hat, muss ihn allerdings auch dort wahrnahmen, so Chris Knoblauch, Leiter des Krisenstabes. „Die dezentralen Einrichtung sind eine Ergänzung für die, die noch auf der Warteliste sind oder noch gar keinen Termin haben.“ Derzeit sei man dabei, eine Strategie zu entwickeln, um eine doppelte Terminvergabe zu vermeiden.
Zum Einsatz in den Außenstellen kommen die Teams, die zuvor in den Senioren- und Pflegeheimen unterwegs waren. „Dort fehlen nämlich nur noch ein paar Zweit-impfungen, ansonsten werden wir dort bis Anfang März fertig sein“, kündigt Knoblauch an. Vorerst ist das Angebot in Wittorf und Oerel nur auf die Einwohner der jeweiligen Gemeinden beschränkt, ob auch weitere Kommunen eigene Impfzentren einrichten, ist noch unklar. Auch, ob auch die Menschen in der Prioritätengruppe Zwei ein ortsnahes Angebot bekommen, ist noch unklar. „Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen prüfen, ob und wie wir das ausweiten können“, so Luttmann. „Ich bin auf jeden Fall den Gemeinden sehr dankbar, dass sie das machen – als gemeinsames kommunales Projekt. Wir wollen einfach möglichst schnell die Menschen zu vernünftigen Bedingungen impfen.“ Seine Hoffnung ist, auf diesem Weg auch die Senioren zu erreichen, denen ansonsten mit der Fahrt nach Zeven der Aufwand für eine Impfung zu groß gewesen wäre.
Derzeit erhalten täglich rund 300 Personen in Zeven ihre Erstimpfung, mit einer weiteren Lieferung am vergangenen Mittwoch ist auch der Bedarf in der kommenden Woche abgedeckt. „Die Bereitschaft, sich mit dem Impfstoff von Astra Zeneca impfen zu lassen, ist allerdings nicht ganz so groß“, so Luttmann. Während der Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech an Menschen über 80 Jahre geht, bekommt Pflegepersonal der Priorität Eins das derzeit kritisch betrachtete Vakzin von Astra Zeneca. „Aber auch da laufen die Impfungen“, macht Knoblauch deutlich. „Anfangs sind ein paar Personen abgesprungen, aber das waren nicht viele.“ Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffes haben Knoblauch und sein Team ihre Strategie geändert und nicht jeden Betrieb in einem Durchgang geimpft, sondern den Ablauf entzerrt, um sie unter Umständen nicht vollständig lahm zu legen. Mit dem bisherigen Betrieb im Impfzentrum sind die Verantwortlichen zufrieden: „Die Stimmung bei den Besuchern und Mitarbeitern ist positiv“, sagt Einrichtungsleiter Rüdiger Krause. Das sieht auch Knoblauch so: „Dank der Testläufe konnten wir die Impfstraßen optimieren und erste Schwierigkeiten ausräumen.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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