Kühlung kaputt / Hohe Heide und Präventionsrat geben Geld

Tafel dicht – Hilfe naht

Helmut Neiß, (v.l.), Anne und Manfred Seitz mussten die Regale leeren und die Tafel vorerst schließen. Foto: Kirchfeld
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VON JENS WIETERS UND ANGELA KIRCHFELD

Visselhövede – Vergangenen Donnerstag hat Helmut Neiß, langjähriger Fahrer der Visselhöveder Ausgabestelle der Rotenburger Tafel, eine böse Überraschung erlebt, als er Lebensmittel in die Räume der Tafel am ehemaligen Bahnhofsgebäude bringen wollte: „Die komplette Kühleinrichtung war ausgefallen. Der herbeigerufene Mitarbeiter einer Fachfirma musste unser über 17 Jahre altes Kühlregal ausschalten, weil ein Kurzschluss und somit eine echte Brandgefahr drohten“, berichtet Neiß.

„Nicht auszudenken, wenn es tatsächlich gekokelt hätte.“ In dem Gebäude sind neben der Tafel, eine Beratungsstelle und eine Nähstube sowie auch Flüchtlingsfamilien untergebracht.

Aber ohne Kühlung verderben die teilweise empfindlichen Lebensmittel und somit war am vergangenen Freitag Schluss mit der Ausgabe von Milch und Joghurt, Käse und Wurst an Bedürftige. „Wir haben alles, was schnell wegmusste, noch verteilt“, so Manfred Seitz, der gemeinsam mit seiner Frau Anne die Tafel seit vielen Jahren betreut.

Aktuell ist die Ausgabestelle wegen des technischen Dilemmas geschlossen. Rund 140 Bedürftige aus Visselhövede und umzu werden von dort nicht mehr mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt.

„Das fällt natürlich erst mal flach“, so Seitz, der an den Ausgabetagen regelmäßig etwa 30 bis 40 Einzelpersonen zählt. „Die versorgen aber nicht nur sich, sondern meistens warten Ehepartner oder sogar ganze Familien auf die Waren, die wir zum Glück von einigen Supermärkten und Bäckereien bekommen.“ Die Bedürftigen hätten sich aber sehr verständnislos gezeigt und müssten jetzt woanders und meistens sehr viel teurer die Lebensmittel besorgen.

Aber die Leere in den Einkaufstaschen hat vielleicht schon in ein paar Wochen ein Ende. „Denn uns wurde signalisiert, dass das EU-Leader-Projekt Hohe Heide helfen könne“, so Seitz.

Und die Chancen stehen tatsächlich gut, dass schon in zwei Wochen wieder Kühltheken in der Ausgabestelle ihre Arbeit verrichten, denn die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Hohen Heide tagt am kommenden Dienstag in Visselhövede, um sowieso einige Projekte anzuschieben, die noch in der Pipeline hängen. Hohe-Heide-Regionalmanager Guido Pahl hatte aber bereits in seiner Sitzungseinladung darauf hingewiesen, dass „die uns aktuell noch zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 73 860 Euro bis zum 31. Dezember durch Bewilligungsbescheide gebunden werden müssen, da sie ansonsten zurückgegeben werden müssen“.

Da wären die benötigten 5 000 bis 6 000 Euro für eine neue Kühlung doch eher ein Klacks. Aus dem Visselhöveder Rathaus wurden bereits die Fäden in Richtung Hohe Heide gesponnen, um das Problem schnell und unbürokratisch zu lösen.

„Aber natürlich müssen wir erst die Entscheidung der LAG abwarten, bevor wir Aggregate bestellen können“, betont Manfred Seitz. Der muss auch gar nicht den vollen Betrag bei der Hohen Heide beantragen, sondern auch der Visselhöveder Präventionsrat hat von dem technischen Problem Wind bekommen und während einer Dringlichkeitssitzung prompt 2 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Seitz möchte jetzt zwei bis drei kleinere Kühltheken anschaffen statt einer großen. „Die können wir selber leichter transportieren und wir sind damit flexibler.“ Mit Lieferschwierigkeiten rechnen Seitz und das Tafel-Team nicht: „Der Händler hat mir einen Termin maximal drei Werktage nach Bestellung versprochen.“

Also könnte, wenn alles gut läuft, die Ausgabestelle in der 37. Woche wieder öffnen.

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