Kreisgruppe Rotenburg des BUND reagiert auf Baumfällungen in Worth

Protest gegen Kahlschlag

Uwe Brandt (links) und Manfred Radtke und ihre Mitstreiter in Worth. Foto: Tobias Woelki
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Worth (woe). Der Anblick ist traurig. Dabei schien an dem Tag die Sonne und lud das angenehme Wetter zum Fahrradfahren ein. Der Kahlschlag einiger Bäume am Speckenweg, jüngst entdeckt, hat Naturfreunde erbost auf die Barrikaden gebracht. Als Reaktion auf das Abholzen beidseitig auf einem Teilabschnitt organisierte die Kreisgruppe des BUND am vergangenen Samstagnachmittag eine Demonstration, die sie im Vorfeld beim Landkreis anmeldete und die Kreisverwaltung unter Auflagen in der Zeit der Coronavirus-Pandemie genehmigte.

Die Demo mit Mitgliedern der Kreisgruppe und Sympathisanten dauerte kurz, wobei die Teilnehmer den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter voneinander wahrten. Auch das Tragen von Mund-/Nasenbedeckungen hatte der Landkreis empfohlen. Denn die Teilnehmer stellten sich entlang des Speckenweges an einen abgesägten Baum, umso ihren Unmut zu äußern. Den Termin just am 25. April wählten die Veranstalter extra aus, weil die Vereinten Nationen diesen Tag 1951 zum internationalen Tag des Baumes ernannten. Nachdem er die vom Landkreis geforderten Regeln für die Demo bekanntgab, erklärte Manfred Radtke, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe: „Der BUND hat zahlreiche Hinweise auf gefällte Bäume erhalten: in Scheeßel, Haaßel, Bothel, Westerholz und jetzt in Worth.“

Der Naturschutz-Aktivist ist sauer. „Die Gemeinde Hemsbünde hat 32 Bäume fällen lassen. Beim Bürgermeister habe ich angefragt, der mir mitgeteilt hat, dass die Bäume abgestorbene Äste hatten und die Gemeinde daher gehandelt hat“, prangerte Radtke an. Er schob nach: „Die Gemeinde hat eine Verkehrssicherungspflicht. Das nach zwei trockenen Jahren Äste absterben ist normal. Dann schneidet man sie zurück und fällt nicht den ganzen Baum. Die Gemeinde ließ ein Baumgutachten anfertigen. Doch sie verweigert uns die Einsicht. Das hat der Wegeausschuss der Gemeinde beschlossen. Dabei ist die Gemeinde gesetzlich zur Herausgabe verpflichtet.“

Radtke verweist auf das Bundesnaturschutzgesetz, „wonach es verboten ist, Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Jede Eiche ist ein Lebensraum. Es müssen wichtige Gründe vorliegen. Nach jetziger Kenntnis ermittelt der Landkreis“, so Radtke. Und: „Bäume sind Vermögen der Gemeinde und gehören der Bürgerschaft, die Anspruch haben zu erfahren, was der Gemeinderat mit ‚ihrem‘ Vermögen macht. Der Holzwert liegt bei mehreren Tausend Euro.“ Über den Kahlschlag ist auch Uwe Brandt verärgert.

„Es hat mich doch sehr verwundert, dass die Gemeinde mich im Vorfeld als Landschaftswart der Samtgemeinde Bothel nicht informiert hat. Jetzt bin ich gespannt auf das Baumgutachten und das Gespräch mit dem Gutachter“, so Brandt. Und er merkt an: „Nach jetziger Einschätzung erscheint die Maßnahme als maßlos überzogen. Entscheiden wird letztendlich der Landkreis. Hier ist vehement etwas aus dem Ruder gelaufen. So etwas habe ich bisher in der Samtgemeinde Bothel zum Glück noch nicht erlebt.“ Brandt fordert: „Das darf auf keinen Fall Schule machen.“

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