Kirchengemeinde schließt Spendenaktion für den Turm ab - Von Nina Baucke

Der Sack ist zu

Hauke Pralle (von links), Karin Stöckmann und Florian Hemme freuen sich, dass die Kirchengemeinde unter anderem dank Rita Gerke und Andru00e9 Pannier von der Volksbank, die die letzten "Bretter" beisteuerten, im kommenden Frühjahr mit der Sanierung beginnen kann. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Die Visselhöveder Kirchturm bekommt im kommenden Jahr einen neuen Anstrich: Das stand fest, als die Kirchengemeinde kurz vor Pfingsten die Aktion „Wir bringen Farbe ins Spiel“ ins Leben rief, um Spenden für die Sanierung zu sammeln. „Dass wir das Geld schneller als erwartet zusammenbekommen, damit haben wir nicht gerechnet“, freut sich Karin Stöckmann vom Kirchenvorstand.

35.000 Euro soll das Vorhaben kosten, inklusive des Gerüstbaus, der Zimmerern, die einige Bretter austauschen werden, und der Malerarbeiten. Denn an dem Turm nagt der Zahn der Zeit: Der aktuelle Anstrich hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel, hinter den horizontalen Brettern sammelt sich zudem Feuchtigkeit. Für den Grundstock von 20.000 Euro sorgten Finanzmittel aus kirchlichen Töpfen sowie die Firma Hoyer, für die übrigen 15.000 Euro – umgerechnet etwa 250 Bretter – hatte das Team um Stöckmann, ihren Vorstandskollegen Hauke Pralle und Pastor Florian Hemme die Spendenaktion für den rund 200 Jahre alten Turm ins Leben gerufen.

„Wir sind überwältigt, wie engagiert die Visselhöveder dabei waren“, sagt Pralle. Zahlreiche Bürger, Privatleute, auch aus dem kirchenfernen Bereich, und Firmen haben sich mit Spenden beteiligt, aber es kamen auch Beiträge aus Süddeutschland und Schleswig-Holstein – „von Ex-Visselhövedern“, so Pralle. Insgesamt seien 300 Spenden eingegangen. „Das zeigt uns, wie sehr sich die Menschen mit dem Kirchturm identifizieren.“ Immerhin sei er das erste Gebäude, das beim Erreichen der Stadt weithin sichtbar und als Wahrzeichen aus der Silhouette der Stadt – auch in Logos – nicht wegzudenken ist. „Das hat die ganze Stadt bewegt“, so Stöckmann. „Das Schöne war zudem: Wir mussten nicht hinterherlaufen, sondern die Menschen sind auf uns zu gekommen.“

Mit einem Spendenbrief hatte die Kirchengemeinde auf die Aktion aufmerksam gemacht, dazu kamen Sammlungen bei den Vissel-Freitagen und beim Apfelmarkt. Dass die Kirchengemeinde nun schon den Sack zu machen konnte, dafür sorgte zum Schluss die Volksbank Lüneburger Heide sowie eine Stiftung des Kreditinstitutes, die die letzten 5.500 Euro beisteuerten und die Finanzierung damit zu 100 Prozent gesichert war. So oder so hätte die Kirchengemeinde mit den Renovierungsarbeiten im kommenden Jahr begonnen, „wir dachten allerdings, wir müssten die letzte Finanzierungslücke mit unseren Reserven stopfen und noch weitaus mehr Klinken putzen“, sagt Stöckmann.

Nun beginnt die Ausschreibung des Projekts, wobei die Kirchengemeinde hofft, Visselhöveder Betriebe ins Boot zu holen, die im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen können. Graublau steht dabei wieder als wind- und wetterbeständige Farbe fest, über die genaue Nuance entscheidet der Kirchenvorstand nach Probeanstrichen auf kleinen Versuchsfeldern. Auch der Denkmalschutz werde da noch ein Wörtchen mitzureden haben, so Stöckmann.

Dass der Turm ausgerechnet im Jahr 2020 in neuem Glanz erstrahlen soll, ist kein Zufall: Er wird in diesem Jahr 222 Jahre alt.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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