Kameradschaft „Scharnhorst“ kümmert sich um Marinefriedhof

Mahnendes Andenken

Ortsvorsteherin Pamela Helmke (rechts) mit den fleißigen Helfern der Marinekameradschaft auf dem Marinefriedhof Kettenburg. Foto: HenningLeeske
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Kettenburg (hl). Anlässlich des Volkstrauertages sollen in diesem Jahr auch auf dem Marinefriedhof in Kettenburg Kränze niedergelegt werden: Ab sofort bemüht sich die Marinekameradschaft „Scharnhorst“ aus Soltau um die letzte Ruhestätte der Soldaten.

Einige Jahre lang hatte sich zuvor kein Nachfolger für den Bomlitzer Marineveteran Hans-Joachim Struß, der sich jahrelang um den Erhalt des Mahnmals gegen Krieg und Vertreibung gekümmert hatte, gefunden. Folglich verwilderte der Friedhof für 14 Angehörige des Marinkorps zunehmend. „Ich habe mich daher sehr über das Angebot aus Soltau gefreut, als ich angerufen wurde“, betonte Ortsvorsteherin Pamela Helmke. Dieser Ort sei sehr wichtig für die mahnende Erinnerung an die Geschehnisse in Kettenburg während des Zweiten Weltkriegs. „Wir haben nun zeitnah diesen Termin anberaumt, da demnächst der Volkstrauertag ansteht“, sagte der Sprecher David Guttmann bei der Vorstellung der Zusammenarbeit. Der Vorsitzende der Kameradschaft Hans-Heinrich Heuer packte mit seinen Helfern auch schon ordentlich an und entfernte viel Vegetation rund um die Grabsteine und das Holzkreuz. Ein neuer Anstrich soll noch bei trockenem Wetter erfolgen. Die Einfriedung mit einem Jägerzaun ist ebenfalls schon in die Jahre gekommen und soll durch eine haltbare Umrandung ersetzt werden. Details müssen dafür noch mit dem privaten Flächeneigentümer abgestimmt werden.

Über die Geschichte des Marinefriedhofs klärte der Vorsitzende Heuer auf: Denn auf den Grabsteinen fällt nämlich gleich ein Datum auf, der 18. April 1945. An diesem Tag waren in Kettenburg die 14 Marinesoldaten, die an dieser Stelle ihre letzte Ruhestätte fanden, bei den Kampfhandlungen kurz vor Kriegsende gefallen.

„Damals wurden die Marinesoldaten noch als letztes Aufgebot im Landkrieg eingesetzt. Klar, dass sie keine Ahnung davon hatten und so schnell ein Opfer des Krieges wurden“, so Heuer. Trotzdem wurden die Seeleute mitten in der Heide eingesetzt, weil sie wenige Wochen vor Kriegsende Visselhövede verteidigen sollten. „Einmal mehr verdeutlichen diese Kriegsopfer die Sinnlosigkeit der Kampfhandlungen in der Region“, zeigten sich die Beteiligten an dem Projekt einig. Mit ihrer Pflege wollen die Mitglieder der Marinekameradschaft dieses mahnende Andenken bewahren. Damit solle der Schrecken des Krieges auch für zukünftige Generationen weiter begreifbar gemacht werden, weil so auch das Mahnmal erhalten bleibe, hieß es.

Laut Ortsvorsteherin Helmke sind noch weitere Opfer der Kämpfe in Kettenburg auf dem Gemeindefriedhof in der Ortschaft begraben.

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