Holzwerkstatt des Flüchtlingscampus baut Picknickbänke für die Nordpfade

Für die kleine Pause zwischendurch

Wanderer, Erbauer, Sponsoren und Förderer der neuen Picknickbänke an den Wanderwegen. Eine davon steht jetzt am Nordpfad Federlohmühlen. Foto: Wieters
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Federlohmühlen – „Noch vor zwei Minuten haben wir uns gefragt, warum eigentlich nirgendwo eine Bank zur Rast steht. Und Schwupps taucht sie auf.“ Das Ehepaar aus Buxtehude ist restlos begeistert, als es plötzlich mittendrin ist in der Übergabe der neuen Picknickbank von der Holzwerkstatt für geflüchtete Menschen vom Campus Unterstedt an den Tourow, dem Touristikverband des Landkreises.

Nun steht sie da, die Sitzbankgarnitur, und kann von den Wanderern, die den Nordpfad Federlohmühlen nutzen, nach Herzenslust in Gebrauch genommen werden. „In Zusammenarbeit mit Tourow-Geschäftsführer Udo Fischer ist vor einigen Jahren die Idee entstanden, den Wunsch der Geflüchteten, der Allgemeinheit etwas zurückzugeben, auf diese Art und Weise zu erfüllen“, berichtet Martina Hoffstedt, Koordinatorin für Ehrenamtliche am Rotenburger Diakonissen-Mutterhaus.

Mittlerweile stehen demnach bereits elf solcher Bänke an den verschiedensten Standpunkten der Nordpfade, zwölf weitere sind geplant. „Natürlich haben wir vor der Aufstellung allerlei Bürokratie zu erledigen: Die Grundstückseigentümer müssen mitziehen und auch die Pflege der Bänke muss geklärt werden“, erinnert Hoffstedt. In Federlohmühlen war das aber kein Problem, denn sowohl Landwirt Heinz Cordes als Eigentümer des kleinen Wäldchens, in dem die Bank steht, als auch Kirchwalsedes Bürgermeister Friedrich Lüning waren begeistert von der Idee.

Und auch die Finanzierung des Baustoffes war schnell gesichert, da der Rotary Club Rotenburg eine großzügige Spende überwiesen hat. „Und das werden wir auch weiterhin machen“, so die aktuelle Präsidentin Ute Jacubaschke.

Die Holzwerkstatt gibt es seit April 2018 und wird vom früheren Geschäftsführer der Lebenshilfe Rotenburg-Verden, Werner Ruhe, geleitet.

Dort arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Nationen handwerklich zusammen. Die kleine Werkstatt ist mit Werkzeug und Materialien ausgestattet und zunächst wurden Hochbeete und ein Unterstellplatz für Fahrräder auf dem Campusgelände gebaut. „Und jetzt in schöner Regelmäßigkeit die Nordpfad-Rastbänke“, so Hoffstedt.

Udo Fischer betont, dass die Nordpfade sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen würden. „Da hat uns Corona in die Karten gespielt.“ Die Menschen würden sich immer mehr für das Flachlandwandern begeistern, weil „unsere Nordpfade ja auch extrem naturnah sind“. Außerdem finde man bei den Gemeinden sehr viel Rückhalt, sodass das Projekt Nordpfade als „absolute Erfolgsstory angesehen werden kann“, auch wenn zu Beginn vor zwölf Jahren ein wenig Skepsis geherrscht habe.

„Die Landwirten haben damals Heerscharen von Menschen vermutet, die ihren Müll irgendwo in der Landschaft liegen lassen. Dabei sind Wanderer diejenige, die sogar noch den Müll anderer mitnehmen“, betont Fischer.

Die beiden Buxtehuder packen derweil ihre Thermoskanne und die Butterbrote aus und lassen es sich gut gehen auf der neuen Picknickbank. „Wir werden gleich drei Nordpfade erkunden – und es macht riesigen Spaß.

jw

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