Haus der Bildung: Debatte um neues Konzept oder Verkauf - Von Nina Baucke

Pläne für ein „Sahnestück“

Was passiert mit dem Haus der Bildung u2013 füllt es ein neues Konzept mit Leben oder wird es verkauft? Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. „Das Haus der Bildung ist ein Feuerwerk für jeden Gemeinwesensarbeiter“, betonte am Donnerstagabend Christian Oddoy in Bezug auf seinen Arbeitsplatz auf der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport, Kultur, Senioren und Jugend. Auch mit Blick auf die Möglichkeiten, die das Gebäude bietet, das nun vier Gruppen und Institutionen – die Rotenburger Werke, der Verein Simbav, der Präventionsrat und Vissel for future (VFF) – ganz neu mit Leben füllen wollen. Doch zugleich steht eine weitere Option im Raum: der Verkauf an einen Unternehmer, von dem auch bereits ein Angebot auf dem Tisch liegt.

Und mit dieser Frage, ob das Haus der Bildung überhaupt zum Verkauf steht, beschäftigt sich am kommenden Donnerstag der Verwaltungsausschuss. Grundsätzlich allerdings geht der Blick derzeit vor allem zu dem neuen Nutzungskonzept als ein Begegnungs- und Zukunftshaus. „Und dieses Konzept wird von allen befürwortet“, zeigte sich Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel überzeugt.

„Wir finden diese Perspektive schön und innovativ, denn für integration und Kooperation gilt: je bunter desto besser. Und auch weiterhin werden uns die Ideen nicht ausgehen“, betonte Thorsten Tillner, Geschäftsführer der Rotenburger Werke. Das sah auch Harald Gabriel von VFF so: „Es war für uns ein einschneidendes Erlebnis, als die Rotenburger Werke den Gießdienst an der Palettenlandschaft auf dem Markplatz übernommen haben. Jetzt mit diesem Konzept kommen im Haus der Bildung Zukunftsideen zusammen.“

Die Arbeit der Rotenburger Werke habe Visselhövede lange gefehlt, merkte Ausschussmitglied Tam Ofori-Thomas (SPD) an. „Danke, dass Sie das Konzept, das wir seit 15 Jahren suchen, zu uns gebracht haben“, sagte er an Tillner gerichtet. „Wir zudem jetzt die Chance, alles vernünftig aufzustellen.“ Dennoch mahnte Volker Carstens (CDU) mit Blick auf einen möglichen Verkauf des Hauses an, das Ganze zu betrachten. „Vom Grundsatz her ist das neue Konzept mit den vier Gruppen lobenswert, denn vorher ist es nie so richtig gelungen, das Gebäude mit Leben zu füllen. Warum muss aber alles jetzt so schnell passieren?“ Das sah auch Fraktionskollege Bernd Luttmann so: „Uns ist es wichtig, eine Kostenaufstellung zu haben, was dort noch nötig ist, und dann eine Entscheidung zu treffen.“ Der Kostenfrage werde man sich mit hohem Verantwortungsbewusstsein stellen, so Goebel.

Irene Becker (WiV) merkte allerdings an, dass es für ein derartiges Konzept keine räumliche Ausweichmöglichkeiten in Visselhövede gäbe: „Allein die Suche nach einem Ort für den Jugendtreff war schon schwierig. Und es soll ja auch ein zentraler Ort sein“, so Becker. Zudem sei das kein schneller Entschluss gewesen, „wir sind da schon einen langen Weg gegangen.“ Als noch kein Plan vorgelegen habe, hätte man sich Gedanken über einen Verkauf machen können, so Ulf Timmann (Grüne). „Jetzt ist das anders, das Kaufangebot kommt zum falschen Zeitpunkt, ein Verkauf ist für uns vom Tisch.“ Auch Heiner Kemna als beratendes Mitglied lobte das Konzept: „Visselhövede hat nicht viel, aber das Haus der Bildung ist ein absolutes Sahnestück – vor allem mit dem Konzept, und das muss man unbedingt erhalten.“ Er betonte zudem die Außenwirkung, die ein solches Projekt habe.

Kritik in anderer Hinsicht kam von Regina Stumm vom Vorstand des Seniorenbeirates. Dieser hatte sich bei der Neukonzeptionierung benachteiligt gefühlt. „Dabei sind wir seit 2011 im Haus der Bildung präsent“, merkte Stumm an. „Auch wenn unsere Räume klein sind, waren wir nie unzufrieden. Denn sie sind barrierefrei.“ Sie mahnte, den Beirat bei der Diskussion um das Haus der Bildung nicht zu vergessen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir da eine Lösung finden“, sagte Oddoy dazu. Das sah auch Ina Helwig von Simbav so: „Familie bedeutet ja nicht nur Mutter-Vater-Kind, sondern auch Senioren.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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