Grundschüler nehmen an Langzeitprojekt teil

Wo kommen Kartoffeln her?

Zusammen mit ihrem Lehrer Andreas Meyer pflanzen Kinder Bio-Kartoffeln auf einem Acker der Kalandshof-Gärtnerei. Im Herbst wird geerntet, auch das gehört zu dem Langzeit-Projekt des Umweltbildungszentrums mit Schule am Grafel.
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Rotenburg (r/db). Wo kommen die Kartoffeln her, wie werden sie gepflanzt, gepflegt und geerntet? Die 250 Grundschüler der Schule am Grafel sind ganz dicht dran an diesen Fragen. Ihre Schule beteiligt sich nämlich an einem Langzeit-Projekt des Rotenburger Umweltbildungszentrums Wümme (UBZ), einer Einrichtung der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümmeniederung (BSW).

Den Einstieg in das Projekt haben die Kinder schon mal geschafft, indem sie jahrgangsweise je eine Sorte der braunen Knollen in die Erde gebracht haben. Vor dem ersten Kontakt mit Belinda, Granola, Desiree und Ditta, wie die Sorten heißen, haben Mitarbeiter des dritten Kooperationspartners, der Gärtnerei des Kalandshofs, die Erdäpfel bereits vorkeimen lassen. Und Eckart Fründ, Projektleiter und Kassenwart bei der BSW, hat mit dem alten Vereinstrecker den Acker vorbereitet, den ebenfalls die Gärtnerei zur Verfügung stellt. Mit einem gleichfalls betagten Pflanzstern hat er die Löcher gemacht, in die die Schüler dann die Knollen versenkt haben. Anschließend hat Fründ noch einmal den Traktor angeworfen, um mit einem Häufelpflug die Kartoffeln zuzudecken und die typischen kleinen Wälle aufzuwerfen. Für die Anschaffung der Pflanzsterne, des Häufelpflugs und weiterer Geräte konnten die Stadtwerke gewonnen werden.

„Die Kinder sollen mitkriegen, was aus einer Kartoffel wird, wie sie wächst und wie es zu den Knollen kommt“, erklärt Fründ. Auf Wunsch der Eltern werden die Ackerfrüchte von Anfang an biologisch erzeugt. Gespritzt werde nicht, dafür müssten die Kinder zwischendurch aber auch mal Unkraut zupfen und auch Kartoffelkäfer wegsammeln, falls es nötig sein sollte.

Weil nach dem Einsatz der Kinder noch Saatkartoffeln übrig waren, seien noch sechs Reihen Kartoffeln für die Lehrer gepflanzt worden, freut sich Andreas Meyer, der zusammen mit seinem Kollegen Kai Wahlers zu den Projektbetreuern der Schule gehört. Den Kindern habe die Arbeit bisher gefallen, zieht Wahlers eine erste Bilanz, „sie freuen sich schon auf den nächsten Einsatz“.

An Arbeit wird es den Projektbeteiligten nicht mangeln, denn schließlich steht im Herbst ja noch die Ernte an. Auch dabei sind die Kinder gefragt. „Der Plan ist, dass die Schüler die Kartoffeln mit der Hand aufsammeln“, sagt Fründ, der zuvor mit dem Schleuderroder durch die Reihen tuckern wird. „Drei bis fünf Tonnen werden da schon zusammenkommen“, schätzt der ehemalige Lehrer.

Was mit den vielen Kartoffeln geschieht, steht auch schon halbwegs fest. In einer Projektwoche werden die Kinder zeigen, wozu die Knolle alles gut ist. Sie werden Reibekuchen backen, sie für den Kartoffeldruck verwenden und sich sonst allerhand Sachen ausdenken. Beim abschließenden Schulfest werden Kartoffeln zum Kauf angeboten, und sollten welche übrig bleiben, will die Schule die Knollen auf dem Kartoffelmarkt verkaufen, wobei der Erlös an den Förderverein gehen soll.

Gespannt ist man bei der BSW und ihrem Umweltbildungszentrum nun, wie sich das Projekt entwickelt. „Wenn’s gut läuft, ist eine Fortsetzung denkbar“, sagt Fründ. Mehrere Schulen aus dem Südkreis hätten bereits Interesse signalisiert. Weitere Informationen beim Umweltbildungszentrum Wümme, Telefon 04261/6305674, E-Mail www.ubz-wuemme.de.

Autor

Dennis Bartz Dennis Bartz
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 dennis.bartz@rotenburger-rundschau.de

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