Goebels Appell an Visselhövede

Handeln mit Verantwortung

Ralf Goebel wendet sich an die Visselhöveder. Archivfoto: Nina Baucke
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Visselhövede (r/nin). Der Anstieg an Neuinfektionen in Visselhövede beschäftigt Bürgermeister Ralf Goebel. „Die im Frühjahr prognostizierte zweite Welle hat auch uns jetzt erreicht.“ Am vergangenen Wochenende waren es in der Kommune 20 Menschen, die aktuell mit dem Virus infiziert sind. „Die Tendenz ist weiter steigend und viele Menschen sind als Kontaktperson betroffen. Das Virus rückt näher, und es gibt kaum noch einen Mitbürger, der nicht die ein oder andere betroffene Person aus seinem Umfeld kennt.“ Es seien bereits viele Menschen in Visselhövede getestet worden, weil bei ihnen Symptome auftreten oder sie Kontakte zu erkrankten Menschen oder zu Verdachtsfällen gehabt haben. „Zum Glück sind die meisten Tests noch negativ“, so Goebel.

Er macht deutlich: „Die von Bund und Ländern angeordneten Beschränkungen und Eingriffe in das Leben aller sind eine schwere Bürde. Nicht jede einzelne Maßnahme ist selbsterklärend, das Ziel aber ist klar: Die Zahl der direkten Kontakte mit anderen Menschen soll so weit wie möglich reduziert werden, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und das Infektionsgeschehen damit zu verlangsamen.“

Die Einhaltung vieler Maßnahmen falle aus unterschiedlichen Gründen schwer, so der Visselhöveder Verwaltungschef. „Wir sind soziale Wesen und brauchen den Kontakt zu anderen Menschen. Gastronomie, Kultur und Sport werden wir sehr vermissen. Doch es ist ungewiss, ob so Kontakte ausreichend vermieden werden, um die Dynamik dieser zweiten Welle zu brechen. Schulen, Kitas und viele Betriebe sind anders als im April nicht geschlossen. Schulen und Kitas offen zu lassen, ist für das Wohl unserer Kinder elementar wichtig.“ Um mit den nun beschlossenen Regelungen die erhoffte Eindämmung des Corona-Virus zu erreichen, appelliert er, die neuen Regeln nicht nur zu respektieren, sondern einen Schritt weiter zu gehen: „Fragen Sie sich auch bei jedem Kontakt, ob er nötig ist oder so gestaltet werden kann, dass ein Infektionsrisiko so weit wie möglich ausgeschlossen ist. Ich denke, ein Wechsel der Sichtweise und der Fragestellung von einem: ,Darf ich das?‘ oder ,Erlaubt die aktuelle Verordnung das?‘ zu einem verantwortlichen Handeln und Überlegungen, wie kann ich durch meine Zurückhaltung mich und andere in dieser Zeit optimal schützen kann, ist angebracht.“ Wenn man etwas für die Wiederöffnung von Gastronomie und Kultur und auch für den Schutz der eigenen Familienangehörigen und Mitmenschen tun will, dann helfe in dieser Zeit nur ein entsprechend verändertes Kontaktverhalten, so Goebel weiter.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, schützend um die Alten, Kranken und Schwachen zusammenzustehen und dabei Abstand zu halten. Das heißt nicht, dass wir keine Kontakte mehr haben sollen. Wir haben das Telefon und auch das ,Gespräch über den Gartenzaun‘ ist mit etwas Abstand doch möglich. Die gegenseitige Hilfe und Übernahme von Besorgungen für Menschen, die nicht so mobil sind oder den Weg in die Geschäfte jetzt meiden, sollte möglich sein.“

Dies alles sei überaus herausfordernd, sagt Goebel. Aber: „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir mit Verantwortungsgefühl und Umsicht hier in Visselhövede, wo wir uns kennen und ,Platz‘ haben, diese Herausforderungen schaffen können.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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