Florian Hemme ist neuer Pastor in Visselhövede - Von Nina Baucke

Altar statt Turnhalle

Anja Bargfrede vom Kapellenvorstand (von links) und Karin Klement sowie Hanne Meier-Zindler (rechts) begrüßten den neuen Pastor der St.-Johannis-Gemeinde Florian Hemme in Visselhövede. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Glaube soll Freude machen: Das ist die Auffassung von Florian Hemme. „Kirche darf auch mal lustig sein – und nicht immer traurig, und wir müssen auch nicht immer mit Fremdwörtern um uns werfen.“ Der 33-jährige Theologe tritt ab sofort die Pastorenstelle in der Visselhöveder St.-Johannis-Kirchengemeinde an. „Das ist ein Weihnachtsgeschenk besonderer Art“, freut sich seine Kollegin Karin Klement, die die zweite Pfarrstelle in der Gemeinde innehat.

Nachdem Pastor Peter Thom im vergangenen Sommer in den Ruhestand gegangen war, war ihr Aufgaben- und Arbeitsbereich noch größer geworden. „Umso begeisterter bin ich jetzt, dass wir jemanden gefunden haben, der die Aufgaben mit mir teilt. Und dass wir auch noch so ein altersgemischtes Team sind.“

Schon in der Schule interessierte sich Hemme für die Schriften Martin Luthers. „Allerdings habe ich damals meine Zeit mehr in der Sporthalle verbracht“, erinnert sich der gebürtige Bremer. Turnen am Barren, Tischtennis, Badminton – sogar Rock‘n‘Roll-Tanzen. „Aber vor allem Handball, und da schon sehr weit oben“, erklärt Hemme, der sogar in diesem Sport eine Trainerlizenz besitzt. Insofern für ihn eine Selbstverständlichkeit, als Kirchengemeinde die Verbindung zu den Sportvereinen zu pflegen. „Wir sind gut beraten, uns da nicht abzuschotten“, betont er.

Anstatt einer Laufbahn im sportlichen Bereich fiel nach dem Abitur in Celle seine Entscheidung auf die Theologie. „Und ich wollte in der Nähe meiner Heimat bleiben“, sagt Hemme. Daher studierte er von 2005 an zwei Jahre in Krelingen Sprachen – Griechisch, Hebräisch und Latein. „Das war einfach schön dort, eine sehr familiäre Lernatmosphäre“, erinnert sich der neue Visselhöveder Pastor. Die Fortsetzung des Studiums war dann doch etwas weiter weg, in Tübingen. „Das war schon ein Gegenentwurf zu Norddeutschland“, erinnert er sich mit einem Lachen. Das Examen folgte dann 2014 in Göttingen, das Vikariat in Sülze bei Celle, die Ordination und die erste Pfarrstelle erlebte Hemme dann in Steinwedel bei Burgdorf. Auf ein ganz anderes Terrain begab er sich dann im Herbst vergangenen Jahres, als er seine dreijährige Probezeit unterbrach und für die CDU als Bürgermeisterkandidat in Winsen/Aller antrat und gegen den Amtsinhaber verlor.

Wiederum zum Glück der Visselhöveder Kirchengemeinde: „Wir suchten jemanden, der den Schwerpunkt seiner Arbeit in der mit Kindern sieht – und das ist bei Florian Hemme der Fall“, erklärt Hanne Meier-Zindler, Vorsitzende des Kirchenvorstands. Die Gemeinde will in der Region in Zusammenarbeit mit Kirchwalsede und Brockel in dem Bereich etwas aufbauen. „Und dafür brauchen wir ein Konzept, Florian Hemme kann hier also seine Ideen verwirklichen.“

Der junge Theologe wiederum sieht in der Kirchengemeinde ein gutes Arbeitsumfeld: „Ich habe das Gefühl, das Gemeindeleben läuft hier sehr gut, nichts liegt brach.“ Am Mittwoch, 23. Januar, wird er ins Pfarrhaus einziehen – und das nicht allein, mit ihm werden auch aus seiner Frau Jennifer und dem einjährigen Sohn Fiete neue Visselhöveder. Zur Begrüßung plant der Kirchenvorstand einen Familiengottesdienst am Sonntag, 10. Februar, im Gemeindehaus. Beginn ist um 17 Uhr. „Dabei wird es im Anschluss noch die Gelegenheit geben, miteinander bei Tee und Kaffee ins Gespräch zu kommen“, kündigt Klement an.

„Unter 6.500 Gemeindemitgliedern gibt es viele, die besondere Gaben haben“, ist sich Hemme, der beispielsweise Plattdeutsch verstehen, aber nicht sprechen kann, sicher. „Und manche Dinge kann jemand anderes einfach besser als ich. Dass sich diese Menschen einbringen können und das auch tun, das will ich fördern.“

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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