Event mit historischem Gerät war ein voller Erfolg

Maishäckseln wie früher

Das historische Maishäckseln in Wittorf fand schon bei der Premiere viel Zuspruch. Zahlreiche Oldtimerfreunde fanden sich mit ihren Traktoren ein, um eine Runde auf dem Acker zu ernten Foto: Rehak
 ©Rotenburger Rundschau

(ja). Bei einem gemütlichen Abend und insbesondere nach dem zweiten und dritten Glas Bier ist schon so manche kreative Idee entstanden. Aber nicht jede davon entpuppt sich auch im Nachhinein noch als tauglich. In Wittorf hat es funktioniert. Jan-Peter Twiefel, sein Bruder Michael und Stefan Weddige organisierten ein etwas anderes Maishäckseln mit Spaß, Geselligkeit und einem Hauch Nostalgie.

Maishäckseln, wie es früher war: Manch einer wird sich vielleicht noch daran erinnern. Zum Technischen Ablauf: Per Zapfwelle schneidet und zerkleinert der Häcksler jeweils eine Reihe Mais und schleudert das Erntegut anschließend auf einen nebenherfahrenden Anhänger. Für die Generation U30 ist das fast nicht mehr vorstellbar, sehen die modernen Erntemaschinen heute doch komplett anders aus. Doch während die Maschinen heutzutage vielleicht effizienter arbeiten mögen, so geht nach Ansicht der Orga-Teams der soziale Aspekt verloren. „Früher war Maishäckseln ein Event, an dem Familie, Freunde und Nachbarn gleichermaßen beteiligt waren“, beschreibt es Jan-Peter Twiefel. Ein bisschen von dieser Tradition wollten sie wieder aufleben lassen. Deshalb legten er, sein Bruder Michael und Stefan Weddige als Dritter im Bunde zusammen und kauften sich einen alten Maishäcksler. „Wir lieben nicht nur Oldtimer und alte Landmaschinen“, so Weddige, „sondern wir finden es klasse, wenn dann auch noch Bewegung in die Sache kommt.“ Zunächst war es eine rein nostalgische Idee. Der Gedanke, das Ganze öffentlich zu machen, entstand erst später. „Das war allerdings in viel kleinerem Rahmen geplant“, so Twiefel. Doch nach und nach fand die Idee immer mehr Anklang. „Also haben wir beschlossen, daraus ein historisches Maishäckseln für jedermann zu machen“, beschreibt Twiefel. Enorm hilfreich waren dabei die Verbindungen zu anderen Oldtimer-Freunden und da die drei auch zum Orga-Team des Traktor-Pullings gehören, sprach sich das Ganze schnell herum. Gemeinsam mit anderen Oldtimer-Freunden konnten noch mehr Maschinen gesammelt werden. Für das Event standen schließlich sechs Einreiher und ein Zweireiher zur Verfügung. Teilnehmen durften Schlepper, die mindestens 30 Jahre alt sind. Doch auch die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Einige stellten sich einfach nur dazu, beobachteten und schwelgten in Erinnerungen. Dabei fand auch ein reger Austausch statt. Bei Kaffee, Kuchen oder einer deftigen Bratwurst gab es reichlich Gelegenheit zum Fachsimpeln über technische Details. Für jeden Fahrer gab es übrigens ein Getränk und ein Essen gratis. „Die Resonanz ist überwältigend“, freut sich Twiefel und blickt stolz über die lange Reihe Traktoren, die sich in die Schlange gestellt haben, um auch eine Runde häckseln zu können. Und auch die Schaulustigen ohne Verbindungen zu Oldtimern oder Landwirtschaft ließen nicht lange auf sich warten. „Viele Leute sind natürlich gezielt hergekommen“, berichtet Twiefel. „Doch manch einer hat die Aktion im Vorbeifahren beobachtet und ist spontan geblieben.“ Anfängliche Zweifler haben sich in begeisterte Befürworter verwandelt und es gab jede Menge positives Feedback. Dementsprechend schreit das Ganze laut Orga-Team natürlich praktisch nach einer Wiederholung. Über die Details muss natürlich nach der Auswertungsphase noch nachgedacht werden. „Einmal im Jahr sollte aber drin sein“, ist Twiefel überzeugt.

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