Dr. Rolf Peters beendet Bodenstudie

Die Rückkehr der Teebeutel

Ganz schön dünn geworden: der Teebeutel nach drei Monaten im Boden des Kartoffelackers.
 ©Wieters

Tadel – 1,24 Gramm sind nicht viel, wenn ein Mensch abnehmen will, aber für einen Teebeutel ist das bereits mehr als die Hälfte seines Gewichts von ehemals zwei Gramm. Und auf genau dieses Ergebnis kam am Mittwochmorgen Dr. Rolf „Doc Potato“ Peters aus Hiddingen, der die Teebeutel wieder ausbuddelte, die er im Rahmen eines deutschlandweiten weiten Feldversuchs des Bundesforschungsministeriums im Juni auf einem Kartoffelfeld in Tadel vergraben hatte.

„Es geht darum, Erkenntnisse zu sammeln, wie künftig Böden nachhaltig, aber dennoch effektiv genutzt werden können. Und dazu gehört eben auch das Experiment mit den Teebeuteln“, sagt Peters, der gerne bei der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mitmacht. Und eines hat er bereits auf Anhieb erkannt: „Die Mikroorganismen mögen grünen Tee offenbar viel lieber als den Rooibostee, denn der grüne hat viel mehr Gewicht verloren.“

Damit auch alles seine Ordnung hat, werden die Teebeutel, oder was noch von ihnen übrig geblieben ist, mit einer Feinwaage gewogen. Anhand des Gewichtsunterschieds, der durch Messungen vor dem Ein- und nach dem Ausgraben erhoben wird, lässt sich dann der sogenannte Tea-Bag-Index berechnen. Die Ergebnisse der anerkannt wissenschaftlichen Methode geben Aufschluss über die Zersetzungsrate und die biologischen Aktivitäten im Boden.

„An zwei Standorten, einem lehmigen und einem sandigen Boden, habe ich die Beutel in den Acker der Familie Lüdemann gesetzt“, so der Kartoffelexperte im Ruhestand. Die jetzt gewonnenen Daten trägt Peters in eine Online-Datenbank ein. Sie fließen anschließend in nationale und internationale Forschungsprojekte zur nachhaltigen Bodennutzung ein.

„Jetzt, wo die Teebeutel wieder ausgegraben und alle gesammelten Bodendaten übermittelt werden, steigt die Spannung“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jörg Vogel, Leiter der Bodensystemforschung am Helmholtz-Zentrum in Halle. „Welche Böden wurden untersucht, welche Bodeneigenschaften und Zersetzungsraten wurden an tausenden Standorten in Deutschland bestimmt?“ Ihn interessiere besonders, inwieweit sich seine Vorstellungen über die Zusammenhänge zwischen Bodeneigenschaften, Nutzung und biologischer Aktivität anhand der Daten von zum Beispiel Rolf Peters bestätigen lassen.

„Die wissenschaftliche Auswertung aller Daten wird noch einige Zeit brauchen“, heißt es in einer Mitteilung. Vogel rechnet aber nach ein paar Wochen mit ersten Zwischenergebnissen. Aus den zahlreichen lokalen Einblicken würden die Forscher einen Gesamteindruck zum Bodenzustand in Deutschland ableiten, aus dem sich vielleicht räumliche Muster ergeben oder regionale Vergleiche ziehen ließen.

Am Ende des Tages stehen je nach Standort Empfehlungen für die Landwirtschaft, um Böden nachhaltiger zu nutzen, Bodenfunktionen zu erhalten und zu verbessern.

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