Bürgermeisterkandidat wirft hin - Von Jens Wieters

Glüsing will nicht mehr

Harald Glüsing
 ©privat

Visselhövede. Harald Glüsing, der von CDU, SPD und den Grünen unterstützt worden war, ist nicht mehr Kandidat für das Bürgermeisteramt in Visselhövede. Er hat am Montag seinen Wahlvorschlag als Bürgermeisterkandidat bei der Stadt Visselhövede zurückgezogen. „Für die Unterstützung, die ich in den vergangenen Wochen und Monaten erhalten habe sowie für die guten Gespräche, die ich führen durfte, will ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich danken“, so Glüsing gegenüber unserer Zeitung.

„Den Menschen in Visselhövede, seinen Ortschaften und seinen Ortsteilen wünsche ich für die Zukunft alles Gute“, so der Kirchwalseder kurz und knapp. Hintergrund des Rückzugs, den er „handschriftlich im Rathaus unterzeichnen muss“, wie Dörthe Thomsen aus dem Ordnungsamt berichtet, dürften Glüsings Verbalattacken in Richtung Verwaltung und amtierenden Bürgermeister gewesen sein, die ihm ordentlich Gegenwind eingebracht haben.

Das bestätigt auch SPD-Ortsvereinschef Lothar Cordts: „Wir bedauern, dass es zu diesem Schritt kommen musste. Allerdings ließen seine Vorwürfe über die Kompetenz des Bürgermeisters, der Verwaltung und der Ratsmitglieder bei uns zunehmend Zweifel über eine weitere Zusammenarbeit aufkommen.“ Die Äußerungen seien nicht abgesprochen gewesen und würden sich nicht mit den Erfahrungen decken, die die SPD bei der Zusammenarbeit mit Bürgermeister und Verwaltung gemacht habe. „Wir haben ihm mitgeteilt, dass wir eine Auseinandersetzung mit Rat und Verwaltung auf dieser Ebene nicht mittragen würden.“ Glüsing sei auch nicht bereit gewesen, die Anschuldigungen zurückzunehmen. „Wir sahen uns darum gezwungen, eine mögliche Auflösung der Zusammenarbeit einzuleiten. Sein Rücktritt erübrigt nun ein entsprechendes Verfahren“, so Cordts.

Auch die Grünen nehmen Stellung: „Die Alleingänge von Harald Glüsing an die Presse bedauern wir sehr. Insbesondere die Fehleinschätzung der Arbeit von Verwaltung, Bürgermeister und der Ratsmitglieder spiegelt nicht die Meinung der Grünen wider. Die Arbeit schätzen wir nämlich sehr.“ Die Grünen hätten Glüsing die weitere Unterstützung versagt, weil „unsere Vorstellungen von Kommunalpolitik wie Bürgernähe und fairer Umgang miteinander mit ihm nicht mehr vorstellbar waren“, so Heiner Gerken und Hartmut Wallin.

Die CDU nimmt mit „großen Bedauern“ zur Kenntnis, dass sich Personen, die zum Wohle der Stadt tätig sind, durch Aussagen im Kommunalwahlkampf persönlich angegriffen und vielleicht verletzt fühlten. „Aus unserer Sicht war es nie Glüsings Absicht, Bediensteten der Stadt oder Ratsmitgliedern die notwendige Kompetenz oder Qualifikation abzusprechen“, so Gemeindeverbandschef Michael Meyer. Die CDU nehme zur Kenntnis, dass Glüsing die Kommunikation seiner guten Absichten nicht in verständlicher Art und Weise gelungen sei und die Berichterstattung nicht den richtigen Ton getroffen habe.

„Erstmals in der Geschichte kann die CDU in Visselhövede keinen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters präsentieren. Dafür übernehme ich die politische Verantwortung und werde bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr für die Position des Gemeindeverbandsvorsitzenden kandidieren“, kündigt Meyer seinen Rückzug an.

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