Bettina Bexte zeigt Cartoons und Zeichnungen im Wasserturm - Von Nina Baucke

Kunst des Unaussprechlichen

Cartoons wie "Beckenbodengymnastik" sind ab dem heutigen Samstag im Wasserturm in Visselhövede zu sehen.
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Visselhövede. Für Künstler ist er als Ausstellungsort eine Herausforderung: der Visselhöveder Wasserturm. Damit konfrontiert sich nun auch die Bremer Zeichnerin Bettina Bexte: Ab diesem Samstag, 15. September, zeigt sie unter dem Titel „Fluch der Akribik“ Cartoons und Zeichnungen entlang der runden Wänden.

Wie entstehen Ihre Cartoons?

Bettina Bexte: Eigentlich entstehen alle meine Cartoons zuerst als Idee im Skizzenbuch. Zum Arbeiten sitze ich gern in Cafés und schaue dem Treiben der Menschen zu oder lausche Gesprächen am Nachbartisch. Dabei zeichne und schreibe ich meine Gedanken ins Skizzenbuch. Wenn dann eine brauchbare Idee entstanden ist, wird die Skizze zu Hause ins Reine gezeichnet und meistens am Rechner koloriert.

Was zeichnet Ihre Karikaturen aus?

Bexte: Meine Cartoons sind nie schadenfroh, weil ich mich auf eine Ebene mit meinen Protagonisten stelle. Es gefällt mir, die kleinen menschlichen Unzulänglichkeiten zu portraitieren und mir Szenarien vorzustellen, in denen sie geschehen könnten. Das lässt sich eigentlich auf alle Bereiche des Lebens anwenden, auch in Wirtschaft und Politik agieren letztlich nur ganz normale Menschen.

Was ist die Herausforderung, einen Witz, eine Kritik, etwas Satire in einen Cartoon mit nur einem Minimum an Text zu verpacken? Worauf kommt es dabei an?

Bexte: Der Text ist eigentlich das Schwierigste an der Sache. Je weniger, desto besser. An den Formulierungen sitze ich manchmal länger, als an der Zeichnung. Das Bild sollte immer an erster Stelle stehen und im besten Fall für sich sprechen. Die Kunst eines Cartoons ist oftmals das Unausgesprochene, das der Betrachter selbst im Bild entdecken kann. Zu viele Worte oder Erklärungen verderben eine starke Zeichnung oft und machen so den Witz kaputt.

Warum „Fluch der Akribik“? Welche Themen vermitteln Sie in diesem Kontext?

Bexte: „Fluch der Akribik“ lässt sich eigentlich auf alle Bereiche und auf meine ganze Arbeit anwenden. Das dargestellte Cartoonpersonal muss sorgsam ausgewählt werden, Mimik und Gestik müssen stimmen, ebenso der Text.

Deshalb lag es auf der Hand, auch mein selbstverlegtes Cartoonbuch „Fluch der Akribik“ zu nennen. Auch dort findet sich viel Akribie, bei der Gestaltung des Buchs, der Auswahl des Papiers, des von Hand eingeklebten Pop-Up-Cartoons im Buch oder des beigelegten Daumenkinos zum selber basteln. Jedes Buch ist zudem noch handsigniert. In der Ausstellung gibt es ein Potpourri aus Zeichnungen querbeet aus allen Bereichen des Lebens zu sehen.

Welche Möglichkeiten, aber auch welche Herausforderungen bringt der Wasserturm als Ausstellungsort mit sich – allgemein, aber auch speziell für Ihre Werke?

Bexte: Der schöne Wasserturm hat mich enorm beeindruckt und ich bin sehr stolz, dort ausstellen zu dürfen. Die runden Wände machen das Hängen größerer Bilder etwas schwierig, aber ich mag die vielen Treppen, weil man die Bilder sozusagen im Herauf- oder herunterlaufen betrachten kann.

Wie würde ein Visselhövede-Cartoon aussehen?

Bexte: Ein Visselhövede-Cartoon hätte ohne Frage den Wasserturm zum Inhalt. Dort weisen nämlich alle Notausgang-Schilder zur Turmspitze und dazu könnte man sich ein schönes Bild für die Luftrettung ausdenken. Davon mal abgesehen, würde mich natürlich sehr interessieren, was es damit auf sich hat.

Die Ausstellung ist vom 16. September bis 7. Oktober jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie auf Anfrage im Wasserturm zu sehen. Weitere Informationen erteilt Ute Grigo telefonisch unter 04262/301113

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
 04261 / 72 -433
 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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