Ausschussdebatte um Straßenbezeichnungen für das Gewerbegebiet

Suche nach Frauennamen

Bislang ist die Emmy-Krüger-Straße die einzige Straße in Visselhövede, die nach einer Frau benannt ist. Das soll sich nun ändern. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede (nin). Von den rund 250 Straßen in Visselhövede und den umliegenden Ortschaften sind mehrere nach historischen Persönlichkeiten benannt, aber lediglich die Emmy-Krüger-Straße erinnert an eine Frau, in diesem Fall an die Hebamme Emmy Krüger, die in Visselhövede rund 5.000 Kindern auf die Welt geholfen und das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hatte. Demnächst stehen neue Namensvergaben an – durch das neue Baugebiet „Zollikoferstraße-Ost“ und das Gewerbegebiet Lehnsheide, und da soll sich das Verhältnis zumindest etwas ändern. Jedenfalls laut einer Vorschlagsliste, die Bauamtsmitarbeiterin Brunhilde Arps kürzlich dem Bauausschuss vorlegte.

Und die zeigte: Frauen, die eine Würdigung in Form eines Straßennamens verdient hätten, finden sich einige in der Visselhöveder Stadtgeschichte. Vorschläge waren unter anderem „Luise-Marie-Quellhorst-Straße“ nach der ersten Bürgermeisterin Visselhövedes, der Name „Pastorin-Pielke-Straße“, der an die erste Pastorin Visselhövedes erinnern soll, aber auch Persönlichkeiten jenseits der lokalen Geschichte schlug Arps als Namensgeberinnen vor, Ideen waren da „Dr.-Elisabeth-Seibert-Weg“ und „Bertha-von-Suttner-Straße“ nach der ersten Friedensnobelpreisträgerin. „Das passt meiner Ansicht nach zu einem ehemaligen Kasernengelände“, so Arps, die diesen Namen für die längste Straße in dem neuen Gewerbegebiet im Blick hatte.

Grundsätzlich sei er dafür, auch mal Straßen nach Frauen zu benennen, vor allem mit regionalem Bezug wie im Fall Quellhorst, so Michael Meyer (CDU). „Allerdings wird die Randlage der Straßen den Persönlichkeiten der Frauen nicht gerecht, das sind eher Vorschläge für die Straße im neuen Baugebiet an der Zollikoferstraße.“ Auch Eckhard Langanke (WiV) favorisierte diese Lösung, er habe ein Problem damit, dass Frauennamen Straßenschilder in einem Gewerbegebiet zieren.

„Warum nicht in einem Gewerbegebiet?“, fragte wiederum Dominik Oldenburg (SPD) und kritisierte Langankes Äußerung als nicht mehr zeitgemäß. Sein Fraktionskollege Torsten Burmester brachte zudem noch die Sozialdemokratin Annemarie Renger ins Spiel, die in den 70er-Jahren erste Bundestagspräsidentin war und einige Zeit in Visselhövede gelebt hatte. Oldenburg und Burmester plädierten dafür, für das Gewerbegebiet eine Mischung aus den Vorschlägen von Arps und weiteren Möglichkeiten, die sich nach Gemarkungsbezeichnungen richten und die CDU- und WiV-Seite bevorzugten, zu nehmen. Eine Lösung steht allerdings noch aus, der Ausschuss verschob einen Beschluss in die nächste Sitzung.

Nur ein klares Votum gab das Gremium ab: Die Straße im neuen Wohnbaugebiet soll künftig „Quellhorst-Straße“ heißen, der Länge wegen jedoch ohne „Luise-Marie“. Das könne durch ein kleines Hinweisschild wieder ausgeglichen werden, so der allgemeine Tenor. Und dann nicht nur an Luise-Marie Quellhorst erinnern, sondern auch an ihren Mann und Amtsvorgänger Otto Quellhorst gleich mit.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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