Ausschuss stimmt für Auflösung der Schwitscher Ortsfeuerwehr - VON JENS WIETERS

Das Ende ist eingeläutet

Bürgermeister Ralf Goebel (l.) dankt dem Ausschussvorsitzendem Tam Ofori-Thomas für das Engagement in den vergangenen fünf Jahren.
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Visselhövede – Noch exakt 15 Monate, dann ist die Geschichte der Schwitscher Feuerwehr nach genau 100 Jahren auserzählt. Denn der Visselhöveder Feuerwehrausschuss kam am Dienstagabend einstimmig zu der Empfehlung, dass die Ortsfeuerwehren Hiddingen und Schwitschen zum 31. Dezember 2022 zusammengelegt werden.

Nach erteilter Zustimmung durch den Landkreis soll die Schwitscher Wehr zu diesem Datum aufgelöst werden. Wie die neue Wehr genau heißen wird, sollen die aktiven Brandschützer, die diesen Weg mitgehen werden, während ihrer ersten Mitgliederversammlung Anfang des Jahres 2023 beschließen. Auch soll im Zuge der Zusammenlegung über den Feuerwehrbedarfsplan ein Gebäudekonzept entwickelt werden, da die aktuellen Feuerwehrhäuser in Hiddingen und Schwitschen für die neue Wehr für die Zahl der Personen und für die Fahrzeuge dann viel zu klein sind.

Der Ausschusssitzung, der über Monate teilweise emotional geführte und auch moderierte Debatten vorausgegangen waren, hat zwar bisher nur die Empfehlung ausgesprochen, aber es gilt als sicher, dass auch der Stadtrat diesem Beschluss zustimmen wird, der „uns allen eine Menge abverlangt hat“, so Ausschussvorsitzender Tam Ofori-Thomas (SPD). Der hatte zu Beginn der Sitzung klargestellt, dass „wir hier und heute eine Entscheidung brauchen und nicht mehr herrumeiern. Das sind wir den Feuerwehrleuten einfach schuldig.“

Im Vorfeld hatte die Verwaltung allen aktiven 65 Kameraden der beiden Wehren einen Fragebogen geschickt, auf dem sie ankreuzen sollten, ob sie bei einer gemeinsamen Feuerwehr mitmachen wollen, wie die Wehr heißen soll und wann der richtige Zeitpunkt einer Zusammenlegung ist. „56 Antworten sind fristgerecht zurückgekommen“, so Amtsleiter Mathias Haase. 45 Brandschützer (83 Prozent) würden demnach in der gemeinsamen Wehr Dienst verrichten, neun eher nicht. Unter den Verweigerern ist auch der amtierende Ortsbrandmeister Henning Vesper, der während der Ausschusssitzung verlauten ließ, dass er zum Ende des kommenden Jahres seine Feuerwehraktivitäten „an den Nagel“ hängen werde. „Und ich befürchte, dass ich nicht der Einzige bin, da bereits einige der weiblichen Mitglieder unserer Wehr diesen Schritt angekündigt haben“, so Vesper nach der Sitzung.

Wesentlich knapper ist das Ergebnis der Fragebogen-Aktion bei der Namensgebung, deren Diskussion breiten Raum während der Ausschusssitzung einnahm. 23 Mal wurde der Name „Feuerwehr Hiddingen“ genannt, 21 Mal „Feuerwehr Hiddingen-Schwitschen“.

„Auf einigen Bögen wurden bei dieser Frage mehrere Kreuze gemacht. Die sind nicht in die Bewertung eingeflossen“, informiert Haase. Dafür erntete er Kritik von einer Feuerwehrfrau, der „nicht klar“ gewesen sei, dass sie eine konkrete Wahl vornehmen solle. Allerdings gab es auch die Antwortmöglichkeit „egal“ auf dem Zettel.

Schwitschens Ortsbürgermeisterin Dagmar Kühnast (SPD) hätte es „besser gefunden“, wenn der Stimmanteil der Schwitscher Brandschützer anders gewichtet worden wäre als der der Hiddinger, da „die Mitgliederzahl viel geringer ist“. Das wiederum ist für Rolf Peters, Mitglied der Hiddinger Wehr „ein sehr merkwürdiges Demokratieverständnis“, denn Hiddingen könne nichts dafür, dass der Ort größer sei und die Feuerwehr mehr Mitglieder habe.

Die große Mehrheit von 32 Kameraden stimmte aber für eine Zusammenlegung erst zum Ende des kommenden Jahres. Wohl auch, um es den Schwitschern zu ermöglichen, den 100. und letzten Geburtstag zu feiern.

Tam Ofori-Thomas hofft, dass „viele Feuerwehrleute diese Entscheidung mittragen und weiter im aktiven Dienst bleiben und nicht aussteigen“. Und wenn irgendwann das Konzept für ein neues Gebäude vielleicht auf einer Fläche irgendwo zwischen den beiden Orten greife, sehe die Zukunft der neuen Wehr doch viel besser aus.

Hintergrund der monatelangen Debatte ist, dass die Fachleute, die den Feuerwehrbedarfsplan erarbeitet haben, eine Zusammenlegung für „dringend nötig“ halten, da die Schwitscher Wehr mit 23 aktiven Mitgliedern zu klein sei, um im Feuerwehralltag die nötige Personalstärke aufzubringen. Auch müsse die Stadt ein neues Gerätehaus bauen, wenn die Wehr erhalten bleiben solle. Des Weiteren stünden mit der Visselhöveder und der Hiddinger Ortswehr zwei Feuerschutzeinheiten in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.

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