Ausschuss fordert Erhalt der Bäume an der Großen Straße - Von Nina Baucke

Für die Kastanien

Bei einem Ortstermin an der Großen Straße erläuterte Hartmut Wallin (Dritter von rechts) den Ausschussmitgliedern seine Ansichten bezüglich der Planung. Foto: Nina Baucke
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Visselhövede. Bleiben die Kastanien entlang der Großen Straße stehen oder nicht? Der erste Entwurf zur Sanierung der L171, den die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden vor einigen Wochen vorgelegt hatte, hatte die Bäume nicht mehr berücksichtigt. Für Gehweg und Parkbuchten sowie den Erhalt der Bäume sei nicht ausreichend Platz. Anders sieht es Grünen-Ratsherr Hartmut Wallin, für ihn ist die Antwort klar: Sie bleiben. Am vergangenen Dienstag stand daher ein entsprechender Antrag der Fraktion im Bauausschuss zur Debatte.

Darin fordert Wallin, dass sich die Stadt Visselhövede für eine Verschwenkung der Fahrbahn zwischen der Kurzen Straße und der Fußgängerampel auspricht. Ziel sei, den Kastanienbestand als auch die Spielfläche vor der Kastanienschule zu erhalten oder lediglich geringfügig zu verändern. Die in dem Bereich geplanten Parkplätze seien verzichtbar, heißt es in dem Antrag der Grünen-Fraktion. „Die 1952 gepflanzten Bäume erfüllen wichtige Funktionen bei der Verschattung der südöstlichen Wände der Schule und bei dem Dämpfen von Erschütterungen und Lärmemissionen, die von der Straße auf die Schule einwirken.“

Eine Verschwenkung kommt wiederum aus Sicht der Landesbehörde in Verden nicht in Betracht: Ohne Grundstückszukäufe sei das kaum realisierbar, obendrein würden die Parkbuchten entfallen.

„Das Fällen der Bäume ist unbedingt zu vermeiden“, machte Wallin bei einer Ortsbegehung deutlich. „Und um das zu erreichen, braucht man nichts dazu zu kaufen.“ Auch die in den Verdener Planungen eingetragene Gehwegbreite von drei Metern kritisierte er: „Die Zeichnung ist schlicht und ergreifend völliger Schrott, da passt gar nichts. Wir brauchen für den Gehweg zwei Meter, und zwei Meter haben wir. Wir sollten uns mit den Fakten beschäftigen, die wir sehen und die Zeichnung zurückschicken.“ Wallins Vermutung: Man habe die größtmögliche Verschwenkung darstellen wollen. Auch der Ausschussvorsitzende Dieter Carstens (CDU) gab ihm Recht: „Ganz nachvollziehbar ist das wirklich nicht.“

Bauamtsleiter Gerd Köhnken widersprach: „Die Breite von drei Metern ist sicher nicht fiktiv, sondern anhand der Richtlinien abgeleitet.“ Im Falle von zwei Metern müssten Radfahrer die Straße benutzen, ein kombinierter Geh- und Radweg sei dann nicht möglich.

Bürgermeister Ralf Goebel und ebenso auch Lothar Cordts (SPD) schlugen daraufhin vor, auf die Verschwenkung zu verzichten und dennoch die Bäume zu erhalten. Ein gerader Verlauf der Straße sei auch dann möglich, entschieden auch die übrigen Fraktionsvertreter. Aber auch, wenn die Bauausschussmitglieder geschlossen dem Antrag zustimmten, bremste Köhnken die Erwartungen: „Wir können hier nur eine Stellungnahme abgeben, am Ende entscheidet die Behörde in Verden, sie führt die Baumaßnahme durch.“

Darüber hinaus einmütig war die Entscheidung des Ausschusses für die Umwandlung der Gerhard-Hauptmann-Straße in eine Grundstücksausfahrt, die dennoch ausreichend Platz für den „Lieferverkehr“ an der Schule sowie für Rettungsfahrzeuge bieten soll.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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