Ausschuss diskutiert über eine Sanierung der Kläranlage - Von Klaus Müller

Weit entfernt vom Schrott

Das Klärwerk der Stadt Visselhövede: "Die Anlage ist kein Schrott, sie arbeitet gut", betonte der ehemalige Betriebsleiter Rudolf Reichert, der zu notwendigen Verbesserungen in der Anlage im Ausschuss referierte. Foto: Klaus Müller
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Visselhövede. Er war sichtlich bewegt, als er wieder einmal an seiner alten Arbeitsstätte ankam: der ehemalige Betriebsleiter der Visselhöveder Kläranlage, Rudolf Reichert, der heute im westfälischen Beckum lebt und viereinhalb Jahre in Visselhövede an verantwortlicher Stelle gearbeitet hatte. Er hielt am vergangenen Dienstag vor den Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft, Grünanlagen, Umwelt und Energie einen Vortrag darüber, wie sich die Kläranlage den neuesten technischen Voraussetzungen anpassen müsste.

Bürgermeister Ralf Goebel hatte zu Beginn der Zusammenkunft im Haus der Bildung auf die Notwendigkeit von Maßnahmen in der Anlage hingewiesen, die beispielsweise bei einsetzendem Starkregen sehr stark an den Rand ihrer Kapazität kommt. „Durch technische Veränderungen könnten auch laufende Kosten minimiert werden,“ hieß es später auch vom Bauamt der Stadt.

Reichert stellte klar, „dass Visselhövede eine gut funktionierende Anlage habe. „Das ist kein Schrott, was hier am Rand des Bürgerparks steht.“ Ein gutes Mitarbeiterteam führe in Eigenregie immer wieder Verbesserungen durch. „So können wir hier in Visselhövede auf eine gute Elektrotechnik aufbauen.“ Folgemaßnahmen müssten aber stattfinden. Reichert nannte beispielsweise eine Verkürzung des sogenanntes Vorklärbeckens und die Erneuerung der Rezirkulationspumpen. Die Belüftung der Belebungsbecken müsste optimiert werden.

Länger thematisierte er den Faulturm. Dort sei eine Sanierung unbedingt notwendig. Reichert regte an, ein Blockheizkraftwerk aufzustellen, damit das anfallende Gas zu Strom umgewandelt werden könnte. Die Klärschlammvererdung sei mittlerweile überlastet und laufe nur noch reduziert. Dabei schlug Reichert die Einschaltung von Lohnentwässerern vor, die den Klärschlamm abführen könnten. Das Ziel aller Maßnahmen sei eine erhöhte Betriebssicherheit und die Senkung der Abwasserwerte, wenn das Restwasser der Vissel zugeführt werde. Der ehemalige Betriebsleiter bezifferte die Kosten dieser Maßnahmen auf bis zu 850.000 Euro.

Den Aussagen Reicherts lagen Studien der Technischen Universität Braunschweig aus dem Jahr 2015 sowie des Ingenieurbüros Dr. Born und Dr. Ermel aus Achim zugrunde. Sie hatten Szenarien zur Optimierung der Verfahrungstechnik der Abwasserreinigungsanlage Visselhövede entwickelt. Es ging dabei um eine Ausarbeitung notwendiger technischer und verfahrenstechnischer Änderungen für die Kanalisation sowie für die Abläufe in der Kläranlage. Die Kläranlage solle insgesamt auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet sein.

Den Ausschussmitgliedern wurde schnell klar, dass der Rat handeln und sich mit seiner Kläranlage in den nächsten Sitzungen intensiver beschäftigen müsse.

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