Ausschuss bringt Kooperation mit Lindenschule auf den Weg - Von Nina Baucke

Miteinander lernen

Der Neubau auf dem Primar Campus: Dort findet künftig auch die Kooperationsklasse ihren Platz. Foto: Klaus Müller
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Visselhövede. „Kastanien und Linden passen super zusammen – beide brauchen den gleichen Nährboden“, ist Karsten Beernink-Kastenschmidt, Leiter der Rotenburger Lindenschule, überzeugt. Das sahen am Donnerstagabend die Mitglieder des Visselhöveder Schulausschusses genauso und stimmten einmütig für die Einrichtung einer Kooperationsklasse der Lindenschule an der Kastanienschule ab dem Schuljahr 2021/22. „Das ist mehr als Zeitgeist, es ist überfällig, positiv und wichtig, dass Kinder miteinander lernen und leben“, freute sich auch Bürgermeister Ralf Goebel über die Entscheidung.

Neu ist die Idee allerdings nicht: „Uns war klar, dass es so laufen muss, dass der Umgang miteinander völlig normal ist. Das waren paradiesische Zustände“, erinnerte Catrin Puschmann, Leiterin der Kastanienschule, an einen ersten Modellversuch dort vor 25 Jahren. „Inklusion wird seit dem an der Kastanienschule groß geschrieben. Aber jetzt können die Kinder, die ansonsten nach Rotenburg gemusst hätten, auch hier zur Schule gehen.“ Schon heute würden viele Kinder in Visselhövede inklusiv beschult, heißt es in dem Antrag, den Puschmann im Namen des Schulvorstandes gestellt hatte. „Eine enge Zusammenarbeit mit der Lindenschule wird uns unterstützen und unsere gemeinsame Arbeit bereichern.“

Schnell habe es auf den Vorschlag der Kooperation positive Rückmeldungen aus dem Kollegium der Kastanienschule gegeben, so Goebel: „So etwas lässt sich nicht von oben aufsetzen. Ich freue mich daher, dass Linden und Kastanien so gut zusammenpassen.“

Beifall kam auch aus den Reihen der Ausschussmitglieder. „Wir begrüßen, dass es endlich so weit ist“, sagte Dagmar Kühnast (SPD). Sie plädierte allerdings dafür, den Passus in der Beschlussvorlage, nach dem der Stadt durch die Kooperation keine zusätzlichen Kosten entstünden, zu streichen – „um zu zeigen, wie wichtig uns die Sache ist“. Am Ende einigte sich der Ausschuss auf die Formulierung „keine erheblichen zusätzlichen Kosten“, um eventuelle Mehrkosten für Materialien abzudecken. „Sonst müssten die Lindenschul-Lehrkräfte beispielweise für Kopien extra nach Rotenburg“, so Puschmann.

Konkret sieht das Konzept so aus, dass die Schüler der Kastanienschule und die der Lindenschule ihre Klassenräume im derzeit entstehenden Neubau als Teil des Primar Campus dicht beieinander haben, womit dann auch in vielen Fächern dann das gemeinsame Lernen möglich sei, erläuterte Puschmann – „Kunst, Sport, Religion, Musik, aber auch Sachunterricht, gemeinsame Ausflüge und Experimente sind dann möglich. Außerdem, wenn eine Inselbegabung beispielsweise in Mathematik vorliegt, auch dort.“

Die Kooperation biete viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, so Beernink-Kastenschmidt: „Das ist ein guter Impuls für Kinder ohne Behinderungen, erst gar keine Berührungsängste aufzubauen. Daher ist es wichtig, so früh mit dem gemeinsamen Lernen anzufangen.“ Gleichzeitig hätten die sieben Lindenschüler ihren eigenen Rückzugsort. Bereits jetzt stehen die jeweiligen Klassenlehrerinnen der Kastanien- als auch der Lindenschule miteinander in Kontakt, auch während des Schuljahres soll es wöchentliche Abstimmungen geben.

Gibt auch der Verwaltungsausschuss in der kommenden Woche sein Okay, geht, so Beernink-Kastenschmidt, die Arbeit los. Unter anderem lässt die Rotenburger Einrichtung dann in den Klassenraum der Lindenschüler eine Küchenzeile einbauen. „Dann kann es im Sommer losgehen.“

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