Ausbildungsmesse der Visselhöveder Oberschule bietet Infos - Von Lara Wachtmann und Nina Baucke

Der Griff nach Chancen

Gustav Stegmann (von links), Ronny Wieland und Ralf Goebel sind die Macher hinter der Aktion.
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Visselhövede. „Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.“ Mit diesem Zitat des US-Automobil-Pioniers Henry Ford machte Schulleiter Ronny Wieland deutlich, worum es ihm am Donnerstagmorgen in der Aula der Visselhöveder Oberschule ging: die Schüler zu motivieren, sich bietende Chancen zu begreifen. Denn die gab es am Donnerstag und Freitag reichlich.

Zum zweiten Mal hatten Schule, Präventionsrat, Stadt und die Unternehmen der Stadt an einem Strang gezogen und eine Ausbildungsmesse – dieses Mal nicht in der Außenstelle Lönsstraße, sondern im Gebäude Auf der der Loge – auf die Beine gestellt, die zum einen auf das an anderen Schulen bereits bewährte Konzept mit einer Mischung aus Messeständen mit Informationen, Vorträgen und Speed-Dating setzt, zum anderen mit dem Praxistag am Freitag, an dem die Schüler die Betriebe besuchten, auch etwas ganz Individuelles zu bieten hat.

„Hier ist für euch heute eine Möglichkeit, mit Betrieben ins Gespräch zu kommen und zu sehen, was ihr könnt“, appellierte Wieland bei der Begrüßung an die Schüler der achten bis zehnten Klassen, die so einmal Schultage der etwas anderen Art erlebten.

„Ihr seid die Hauptpersonen, ihr seid die Zukunft, und deshalb machen wir das“, betonte auch Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel und dankte zugleich den Betrieben, die sich für die Messe engagierten und den Jugendlichen Einblicke in ihre Arbeit gewährten. Goebel bemerkte auch die Situation, in der sich die Schüler dieser Jahrgangsstufen nun befänden. „Ihr müsst euch entscheiden, der Druck auf euch wird größer – und auch die Chancen sind groß.“ Er rief sie auf, mutig zu sein, auszuprobieren und herauszufinden, woran sie beruflich Spaß haben. „Die Palette ist groß, und wir haben hier vor Ort richtig gute Ausbildungsbetriebe.“ Gustav Stegmann wiederum, Vorsitzender des Präventionsrats, bedankte sich vor allem bei dem Team der Oberschule, dass die Ausbildungsmesse vor Ort vorbereitet und begleitet hatte – namentlich Schulleiter Wieland, Schulsekretärin Antje Katzsch und Katrin Tipker, Fachlehrerin für Wirtschaft. „Solche Zusatzaufgaben sind nicht selbstverständlich“, machte Stegmann klar.

Und schon zu Beginn des ersten Messetages war Wielands Bilanz positiv: „Wir haben mehr Aussteller, als im vergangenen Jahr, und wir bieten mit dem Speed-Dating eine weitere Möglichkeit des Kennenlernens an.“

Dass bereits der Donnerstag nicht allzuviel graue Theorie bot, dafür sorgten die Betriebe selbst, die neben Informationen zum Teil auch Aktionen zum Anfassen und Mitmachen boten. So übten sich unter anderem Schüler am Stand eines Pflegedienstes darin, Kompressionsstrümpfe anzuziehen, und bei einem Betrieb für Sanitärtechnik wetteiferten Gruppen darin, auf Zeit ein „Klomännchen“ aus Plastikrohren – inklusive Sonnenbrille und Käppi – zusammen zu puzzlen. Auch die beiden Praktikanten der Schule, die Elftklässler Jack Maloy vom Ratsgymnasium, der zudem derzeit als Gastschüler aus den USA in Rotenburg ist, und Anneke Carstens von den Berufsbildenden Schulen finden die Berufsmesse in Visselhövede gut und sinnvoll: „Es ist ganz interessant zu sehen was es für Berufe gibt, nicht nur für die Schüler, sondern auch für Praktikanten wie uns“, betonen die beiden.

Vor allem ist Wieland auf die Kooperation mit den BBS und dem Ratsgymnasium in Rotenburg stolz, die erstmals beim Praxistag mit an Bord sind. „Das ist unser Leuchtturm“, so der Schulleiter zufrieden. Am Freitag hatten mehrere Schüler die Gelegenheit, sich anstelle eines Betriebs die beiden Rotenburger Einrichtungen anzusehen. So nahmen sie im Ratsgymnasium am Unterricht der zwölften Klassen teilnehmen. Anschließend führte Lehrer Konrad Bitzer die Schüler der Oberschule durch die Schule. Dabei zeigte er ihnen die Fachräume. Aber auch die Bibliothek und Kunstwerke der vergangenen Abiturjahrgänge. „Man sieht im positiven wie im negativen Sinne, dass diese Schule eine Geschichte hat“, beschrieb der Lehrer des Ratsgymansiums zu den teilweise schon sehr alten Gebäuden. Während der Führung machte er die Vielfältigkeit der Schule deutlich. Den Schülern wiederum gefielen die Einblicke. Eine von ihnen hatte sich sogar schon entschieden, auf die gymnasiale Oberstufe des Ratsgymansiums zu wechseln. „So werde ich nicht ins kalte Wasser geschmissen“, kommentierte sie. Auch die anderen Schüler aus Visselhövede sahen das neue Angebot, einen Tag in die Oberstufe des Ratsgymnasiums zu schnuppern, als Entscheidungshelfer für ihre Zukunft.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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 nina.baucke@rotenburger-rundschau.de

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