Aufsuchende Arbeit als zentraler Aspekt

Jugendarbeit geht weiter

Christian Oddoy stellte das neue Konzept vor.
 ©Foto: Judith Tausendfreund

Visselhövede (jt). Das Timing hätte man sich gar nicht besser vorstellen können: Mitten während der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Senioren und passend zu dem Moment, als es ohnehin um das neue Konzept der Jugendarbeit ging, erreichte Gustav Stegmann, Vorsitzender des Präventionsrats, der entscheidende Anruf: „Wir haben die Zusage, wir sind in der Förderung“, strahlte er. Damit übernimmt das Land Niedersachsen für drei weitere Jahre zu großen Teilen die Kosten für die Stelle des kommunalen Gemeinwesenarbeiters Christian Oddoy. Die Stadt Visselhövede muss nur einen kleinen Teil kofinanzieren.

Zuvor hatte Oddoy ein Konzept vorgestellt, welches die Jugendarbeit in Zukunft untermauern soll. Dabei handelt es sich vor allem um ein Zwei-Säulen-Prinzip, welches vorgestellt wurde. Eine Säule beinhaltet die aufsuchende Jugendarbeit, die zweite Säule die zentrale Anlaufstelle, die den Jugendlichen angeboten werden soll. „Wir wollen Verwaltung und Bürger mitnehmen, und wir wollen allen erklären, was wir gerne hätten“, so Oddoy. Weiterhin berichtete er, dass die bisherige Jugendarbeit als schlecht vernetzt kritisiert worden sei und diese Netzwerkarbeit in Zukunft auch als Bestandteil der Arbeit berücksichtigt werden müsse. Oddoy nannte auch Rahmenbedingungen: Zwei Mitarbeiter, ein bestimmtes Stundenkontingent, messbare Indikatoren. „Der Kernpunkt ist die aufsuchende Jugendarbeit, diese gab es bisher nur auf dem Papier und das soll in Zukunft bahnbrechend anders werden“, betonte der Gemeinwesenarbeiter. Damit dies funktioniert, werden ab Januar zwei Sozialarbeiter, die sich eine Vollzeitstelle teilen, sowie Oddoy die Jugendlichen aufsuchen, zusätzlich ist geplant, das lange ersehnte Jugendzentrum endlich zu realisieren. Dieses soll in der ehemaligen Gaststätte des Hallenbades entstehen.

Stegmann führte aus, dass der bisher tätig gewesene Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) gerade die aufsuchende Arbeit nicht feststellbar geleistet habe. „Das hat keiner kontrollieren können“, kritisierte er. Die Leistung, die erbracht worden sei, entspreche nicht der Zahlung, die man geleistet habe. „Darum muss die Jugendarbeit komplett umgekrempelt werden“, fügt er an. Ulf Timmann (Grüne) betonte, dass er die Aufteilung der einen Stelle auf zwei Personen begrüßte. Auch die CDU-Fraktion konnte sich der Idee, die vorgestellt wurde, abschließen. An einer späteren Stelle der Diskussion, als es um Haushaltsfragen ging, beantragte Michael Meyer (CDU) jedoch, die geplanten Investitionen in Höhe von 90.000 Euro, die für den Umbau des neuen Jugendzentrums gedacht sind, noch einmal auf das Jahr 2022 zu verschieben. Meyer begründete dies mit der Corona-Situation, die wahrscheinlich zu weniger Einnahmen in den kommunalen Kassen führen wird. „Ich verstehe das einfach nicht. Alle betonen, wie wichtig die Jugendarbeit ist, und jetzt reden wir darüber, das wieder zu verschieben?“, fragte hörbar entsetzt Tam Ofori-Thomas (SPD). Gisela Dettmer, Seniorenbeirat, fügte hinzu: „Das ist kontraproduktiv. Wenn ich A für eine neue Jugendarbeit sage, muss ich auch B für den neuen Treffpunkt sagen“. Irene Becker (WiV) schloss sich an: „Wir reden da jetzt lange genug drüber, das sollte nicht schon wieder geschoben werden, auch darf Corona kein Grund sein.“ Timmann stellte fest, dass die Ausgaben nicht weniger werden, wenn man sie verschieben würde. Am Ende lehnte der Ausschuss mehrheitlich den Antrag von Meyer ab und genehmigte somit die geplante Investition. „Wir beginnen jetzt mit einer ganz neuen Jugendarbeit. Nichts wäre besser, als das wir diese auch an einem neuen Ort stattfinden lassen“, fasste Stegmann zusammen.

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