Tarmstedter Ausstellung lockt 110.000 Besucher / Superprogramm und Kaiserwetter

Eine Schau für alle

Mit 110.000 Besuchern tummelten sich auf der am Montag beendeten Tarmstedter Ausstellung fast doppelt soviel Menschen wie auf dem jüngsten Hurricane-Festival. Foto: Elke Keppler-Rosenau
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Tarmstedt. Zufriedene Gesichter bei den Veranstaltern, ebenso bei den Ausstellern und natürlich auch bei den mehr als 110.000 Gästen der 70. Tarmstedter Messe, die am vergangenen Montag nach vier turbulenten Tagen mit einer hervorragenden Bilanz zu Ende ging.

Am wärmsten und sonnenreichsten Tag, dem Sonntag, kamen 42.500 Besucher – ein absoluter Tagesrekord. „Obwohl wir das Parkplatzgelände in diesem Jahr noch einmal um 35.000 Quadratmeter erweitert hatten, kam es wegen des hohen Besucherandrangs am Sonntagnachmittag bei der An- und Abfahrt zu Beeinträchtigungen. Das bedauern wir sehr und werden es in unserem Verkehrskonzept für 2019 berücksichtigen“, erklärte Geschäftsführer Dirk Gieschen. Am Freitag strömten 16.500 Besucher auf das Gelände. Der Samstag war mit 28.000 traditionell noch besser besucht. Den Abschluss machte der Montag mit 23.000 Besuchern. Damit kamen an allen vier Tagen 110.000 Gäste nach Tarmstedt – 6.000 mehr als im Jahr 2017, heißt es seitens des Veranstalters.

Und somit hatte sich die Messe einmal mehr als Besuchermagnet erwiesen und konnte in diesem Jahr wieder von einem attraktiven Programm profitieren, das Besucher von überall her bei tatsächlichem Kaiserwetter genießen konnten. War es in manchen Jahren brütend heiß, sodass Menschen und Tiere ins Schwitzen kamen, so gab es diesmal angenehme Temperaturen, die die Gäste veranlassten, die Ausstellungstage in ganzer Länger auszunutzen. Nach der Eröffnung mit Niedersachsens neuer Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, Landrat Hermann Luttmann als Schirmherr, vielen prominenten aus der Region, und der Anwesenheit von Funk und Fernsehen startete die Messe bereits am ersten Tag mit großem Besucheransturm. Musik spielte an allen Messetagen eine große Rolle. Seit vielen Jahren ist der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchtimke dabei, Disco im Festzelt mit wummernden Bässen und smarten DJs sorgten für den richtigen Sound. Den hatten auch die drei Shanty Chöre drauf, die mit maritimer Musik daran erinnerten, dass Tarmstedt nicht weit von Nord- und Ostsee entfernt, eigentlich schon Urlaubsland ist. Der Chor Schulschiff Deutschland und die Shantychöre aus Rekum und Waffensen sangen von Wasser, Wind und Wellen, von der Sehnsucht der Matrosen, großen Seglern und Heimweh. Besinnlicher ging es am Sonntagmorgen im Festzelt zu. Dort hielt Superintendentin Jutta Rühlemann aus Osterholz-Scharmbeck einen stimmungsvollen Zeltgottesdienst ab, der zur Messe seit vielen Jahren dazugehört. Royalen Glanz verbreiteten am Sonntag die Produktköniginnen, die ihre Regionen mit Charme und Schönheit repräsentierten. Spargel, Kartoffeln, Heide, Kräuter und vieles mehr wurde dem Publikum vorgestellt. Samstag und Sonntag, beide Haupttage, wurden überwiegend von Familien frequentiert, wobei die Tierschauen im Mittelpunkt standen: Rinderzuchtvereine, das Fohlenchampionat, die Demonstration alter Rassen, das Talent von Hütehunden, die vor Ort ihr Können bewiesen, rasante Kutschfahrten und Westernreiten, waren beim Publikum sehr beliebt. Die Gruppe Los Amigos del caballo iberico zeigte die Kunst des spanischen Reitens. Die Reiter aus Schwarme waren bereits mehrfach aus der Tarmstedter Messe vertreten und brachten auch 2018 iberisches Flair aus der Barockzeit unters Volk. Der Friesenstall Marschhorst stellte seine Hengste vor und waghalsige Stunts verschiedener Showteams beeindruckten die Gäste mit einem einzigartigen Zusammenspiel von Mensch und Tier. Bekannte Tiertrainer wie Gero Meyer, bekannt aus der Pferdeshow Appassionata, war einer der zahlreichen Stars, den die Ausstellungsmacher für die Tierschauen gewinnen konnten. Die Messe, die vor 70 Jahren in Tarmstedts Ortsmitte aus kleinsten Anfängen in der noch kargen Nachkriegszeit gestartet war, zieht inzwischen 750 Aussteller aus ganz Europa an und bewegt sich auf einer ausgelagerten Fläche von 18 Hektar Land. Was ursprünglich als reine Landwirtschaftsausstellung gedacht war, ist heute ein Schaufenster für Agrarwirtschaft, das Land-, Kommunal- und Gartentechnik auf sich vereint. Alles, was die Landwirtschaft, als stärkste Branche in Niedersachsen in der Zukunft braucht, in Tarmstedt wird es vorgestellt. Ob per Satellit gesteuerte Futterwagen, Melkroboter für die Milcherzeuger oder Bodenbearbeitungsmaschinen: Die Messe zeigt, wohin die Agrarwirtschaft steuert. Bereits jetzt laufen die Planungen für Messe Nummer 71 auf Hochtouren. Sie wird sich vom 12. bis 15 Juli 2019 präsentieren.

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