Sparkasse hofft auf Einsparungen von jährlich 500.000 Euro - Von Nina Baucke

Licht aus in Ahausen

Reinhard Krüger (links) und Stefan Kalt sehen die Veränderungen im Geschäftsstellennetz als Spagat.
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Zeven. Derzeit brennt noch an 20 Stunden in der Woche Licht in der Ahauser Filiale der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde. Doch mit dem 1. Januar 2017 soll das nach den aktuellen Plänen des Kreditinstitutes vorbei sein: Im Zuge einer Anpassung des Geschäftsstellennetzes wird die Ahauser Niederlassung geschlossen, vier weitere sollen lediglich dem SB-Betrieb dienen. Insgesamt hofft die Sparkasse auf Einsparungen in Höhe von gut 500.000 Euro jährlich. Das teilten Vorstandsvorsitzender Reinhard Krüger und Vorstandsmitglied Stefan Kalt bei einem Pressegespräch mit.

Digitalisierung, demografischer, Wandel, zunehmende Regulierung sowie die anhaltend niedrigen Zinsen sind die Gründe, die Krüger anführt und die gegen einen Weiterbetrieb in allen 23 Geschäftsstellen sprechen. „Alle Banken stehen da unter Druck. Und uns als Haus fordert das immens. Nicht nur der Sparer ist unzufrieden, sondern auch wir zahlen derzeit 0,4 Prozent Negativzinsen zum Unterhalt unserer Guthaben.“ Dazu käme der demografische Wandel, mehr ältere Kunden und veränderte Ansprüche. Im Fall Ahausen heißt das konkret: Anhand verschiedener Aspekte, darunter die Nutzungsquote des Geldautomats, hat sich aus Sicht der Sparkasse die Filiale nicht gerechnet. „Die Kunden gehen längst größtenteils nach Sottrum“, so Krüger. Dazu kommt, dass das Gebäude renovierungsbedürftig ist, einen sechstelligen Betrag müsste das Unternehmen im Fall einer Weiterunterhaltung dort hinein stecken. Von den Niederlassungen in Kirchwalsede, Heeslingen sowie Hesedorf und Basdahl im Nordkreis sollen lediglich die SB-Bereiche bestehen bleiben, Beratungen und Schalterbetrieb soll es auch dort nicht mehr geben. „Die Automatennutzung war okay, dass die Kunden die Beratungsmöglichkeit wahrgenommen haben, dagegen sehr gering“, so Krüger. In Basdahl und Kirchwalsede überlegt die Sparkasse zudem, die Standorte innerhalb der Orte auf den Prüfstand zu stellen. So müsste beispielsweise in das Gebäude in Kirchwalsede einiges investiert werden. „Natürlich wird der ein oder andere Kunde das bedauern“, bemerkt Krüger. „Es ist ein Spagat, immerhin haben wir einen öffentlichen Auftrag.“ Die Entscheidungen seien ihnen nicht leicht gefallen, bemerkt Kalt. „Mit Blick auf das Kundenverhalten aber betriebswirtschaftlich eine unumgängliche, wenn auch schmerzliche, Lösung.“ Dennoch nutzten viele Kunden bereits das Online-Angebot sowie Smartphone-Apps. „Und für die Älteren bieten wir an, für Beratungen zu ihnen nach Hause zu kommen“, so Kalt. Auch ein Bargeldlieferservice – für den eine Gebühr von 7,50 Euro fällig wird – ist in der Testphase. „Die Mitarbeiter tragen den Schritt mit, ohne hin ist es schwer, Kollegen zu finden, die diese kleinen Filialen übernehmen“, sagt Krüger. Aber nicht nur im Bereich der kleinen Filialen tut sich was, auch die drei großen in Rotenburg, Zeven und Bremervörde bleiben von den Justierungen nicht verschont. Bislang ist dort noch über die Mittagszeit geöffnet. „Aber in der Zeit ist nichts los“, bemerkt Kalt. Da hätten die Kunden buchstäblich mit den Füßen abgestimmt. Das gleiche gelte für den Mittwochnachmittag, so Kalt. Besonders in Rotenburg stehen Veränderungen bezüglich der Filiale am Pferdemarkt an, was auch mit der Postimmobilie zusammenhängt. Detaillierter wolläußern sich allerdings weder Kalt noch Krüger, man wolle den Verlauf der Gespräche nicht gefährden. „Die von uns angestrebte Lösung wird nach unserer Ansicht die Stadtentwicklung der Stadt Rotenburg positiv beeinflussen“, betont Kalt. Zudem soll trotz eingeschränkter Öffnungszeiten das Beratungsangebot flexibler werden. „Unsere Mitarbeiter werden von 8 bis 20 Uhr nach Terminabsprache für Gespräche zur Verfügung stehen“, so Krüger. Zudem soll es zwei weitere SB-Geschäftsstellen geben, eine an der neuen Zentrale in Zeven, die im ersten Quartal eröffnet, eine weitere in der Alten Straße in Bremervörde. Einen Personalabbau, ausgelöst von diesen Maßnahmen, soll es allerdings nicht geben. Zwar mache man derzeit auch vorzeitige Ruhestandsangebote. „Aber das ist unabhängig davon“, betont Krüger. „Wir müssen effizient mit weniger Mitarbeitern arbeiten. Wir passen uns eben an den harten Wettbewerb an, um langfristig wirtschaften zu können.“

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