Zwei Minuten Bötersen: Eine Gemeinde wird verfilmt - Von Andreas Schultz

Goldenes Schnittwerk

Gärtnern vor der Kamera: Inga Hoops steht dem Medien-Team an der Kapuzinerkresse Rede und Antwort zum Erlebnis Saisongarten.
 ©Andreas Schultz

Bötersen. Aufmerksamkeit ist die Gemeinde gewohnt: Gold im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, Gewinner eines Rundum-Drohnenvideos bei einem Radiospiel – da blickten Bewohner schon das eine oder andere Mal ins Objektiv. Nun sind wieder Kameras auf Bötersen, Höperhöfen und Jeerhof gerichtet, erneut geht es um das, was die Orte ausmacht. Das fangen Kathrin Anderson und Sven Klages filmisch ein.

Die beiden Medienmacher von der Produktionsfirma Sympathiefilm in Berlin suchen die Seele der Gemeinde an den verschiedensten Plätzen. Nach ihrer Bannung auf der Speicherkarte und Bearbeitung soll sie anderthalb bis zwei Minuten Einblick in die Besonderheiten des Lebens in den Orten geben. Der fertige Film flimmert schließlich zur Siegerehrung der Golddörfer im Januar über die Leinwand – zusammen mit sieben anderen, denn jeder Goldvertreter glänzt dort noch ein weiteres Mal mit seinen Vorzügen.

Die Herausforderung: Über jedes Dorf gibt es viel zu erzählen, mannigfaltig bürgerschaftliches Engagement zu zeigen – „Und nicht mal in einem fünfminütigen Film schafft man es, ansatzweise alles zu würdigen“, bedauert Anderson. Trotzdem bleibt nicht mal die Hälfte an Spielzeit, um die Orte zu porträtieren, einerseits aufgrund der Sehgewohnheiten im Informationszeitalter, andererseits weil acht zu lange Filme den Rahmen der Siegerehrung sprengen würden.

Also machen sie es kurz. Die Redakteurin bringt Mikrofon und Kladde zum Einsatz, der Technik-Mann bedient die Kamera und lässt die Drohne fliegen. Objektive, Licht, Drohne, ein Gimbal, das händisch entstandene Aufnahmen stabilisiert: All das dient dazu, den richtigen Fokus auf Menschen und Projekte zu werfen. So nehmen sich die Zwei einen Tag pro Dorf und in Bötersen die Neubürgerbegrüßung, den Saisongarten sowie den Mittagstisch unter die Lupe – was eben einmalig, originell und besonders bezeichnend ist. Als Orientierungshilfe dienen die Kataloge der Jury: lange Listen mit den Punkten, die positiv im Rahmen der Wettbewerbskriterien aufgefallen sind und letztlich zur Preisvergabe geführt haben. „Allerdings kann man auch nicht überall zum Beispiel etwas über den ,Erhalt der historischen Bausubstanz‘ machen. Das wird irgendwann langweilig“, erklärt Anderson schmunzelnd zur Kluft zwischen Kriterienkatalog und filmischer Darstellbarkeit.

Schnittbilder, Szenen, Kamerafahrten, kurze Interviews entstehen. Zwischen anderthalb und zwei Stunden Material in Bild und Ton kommen so zusammen, dann ist hartes Sieben und Zusammenschneiden angesagt. Was erst mal nach schwierigem Auswahlverfahren klingt, gehe tatsächlich leichter von der Hand, als vielleicht vermutet, erklärt die Redakteurin: „Das ergibt sich relativ natürlich. Die Leute erzählen, wie es ihnen mit den Projekten geht und wir identifizieren dann am O-Ton, wie alles am besten zusammen passt“.

Sobald das Video fertig ist und das Landwirtschaftsministerium als Auftraggeber grünes Licht gegeben hat, wird der Streifen voraussichtlich auch online zu sehen sein. Auf welchem Wege, das ist noch nicht klar.

Was allerdings bereits feststeht, weiß Anderson nach einem Besuch im grünen Saisongarten Solte, im lebendigen Dorfladen und nach „typisch norddeutsch eingefärbten“ Gesprächen: „Bötersen ist bis jetzt das schönste Dorf, das wir gesehen haben.“

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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