Zustimmung und Skepsis für angedachte Kita-Zentralisierung in der Samtgemeinde Sottrum - VON NINA BAUCKE

Eine harte Nuss

Im Rahmen der Schnittstellenoptimierung könnten die Kindertagesstätten in der Samtgemeinde Sottrum, wie hier die Kita Sonnenblume in Sottrum, irgendwann zentral verwaltet werden. Foto: Bartz
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Sottrum – Geht es um Grundschulen, sind die einzelnen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Sottrum längst raus aus der Verantwortung. Anders bei Kindertagesstätten, dort liegt der Ball jeweils im Feld des ehrenamtlichen Bürgermeisters. „Das ist schon der Hauptbestandteil ihrer Arbeit“, weiß Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg. Zur Entlastung soll daher nun – auch im Rahmen der Schnittstellenoptimierung – die Übertragung der Aufgabe an die Kommune zur Diskussion stehen.

Vom Vorteil einer Bündelung in der Samtgemeindeverwaltung ist der Reeßumer Bürgermeister Julian Loh (CDU) überzeugt. Denn auch, wenn der Bereich „Kindergarten“ aus seiner Sicht ein schönes Thema für einen Bürgermeister ist: „Es ist in der Gemeinde auch der Betrieb mit der höchsten Personalintensität sowie verbunden mit vielen rechtlichen Fragen, unter anderem dem Betreuungsschlüssel. Da denke ich mir: Kann ich als Ehrenamtler da überhaupt genug Fachwissen haben?“, so Loh. Das betrifft vor allem aktuell das Thema Corona-Pandemie: „Wenn morgens einer der Lolli-Tests positiv ist, ist es an mir als Ehrenamtlicher zu entscheiden, ob die Einrichtung offenbleibt, oder nicht“, sagt Loh. „Generell sind solche harten, rechtlichen Themen große Brocken, die zentral besser organisiert und verwaltet werden können.“ Auch bringe eine Zentralisierung die Notwendigkeit von zwei bis drei zusätzlichen Arbeitsplätzen im Rathaus mit sich, prognostiziert Klaus Dreyer (SPD). „Denn Kita-Verwaltung ist viel Arbeit.“ Allerdings: Für Loh wäre ein solcher Schritt auch mit Wehmut verbunden. „Wir haben kurze Dienstwege, außerdem macht es mir Freude, den Kindergarten mitzugestalten.“

Als einen nicht unerheblichen Vorteil sehen er und Loh die Personalverteilung bei Engpässen. „Dann könnte der Austausch und die Verstärkung aus anderen Gemeinden leichter möglich sein“, so Loh als Reeßumer Bürgermeister. „Natürlich wird es weiterhin einen regelmäßigen Einsatzort geben. Aber im Notfall könnten wir dann anders reagieren.“ Zudem beschäftigt sich die Gemeinde gerade mit der Einrichtung von Krippenplätzen. „Dafür eine Bedarfsanalyse zu erstellen – das kann eine Verwaltung wie die der Samtgemeinde einfach besser regeln.“ Das sieht Wolfgang Harling (SPD) ähnlich: „Bis jetzt bekommen wir es hin, aber es ist eine der schwierigsten Aufgaben“, so der Bürgermeister der Gemeinde Hellwege.

Ansonsten ist er allerdings zurückhaltender bei diesem Thema. Nicht ohne Grund, denn seine Gemeinde investiert zur Zeit 900 000 Euro in eine umfangreiche Sanierung der Kita – und auch in anderen Gemeinden stünden in den nächsten Jahren Investitionen in Kindertagesstätten an, so Harling. Obwohl „eine Zentralisierung grundsätzlich eine große Entlastung wäre – besonders im Fall von Investitionen.“ Gerade diese Frage müsse im Vorfeld beraten werden, sagt Verwaltungschef Bahrenburg. „Da müssen wir genau betrachten, wie sich die Investitionen darstellen ließen.“

Eine Möglichkeit sei aus Harlings Sicht, eine Zwischenlösung zu finden, beispielsweise eine, bei der Personalangelegenheiten bei der Samtgemeinde liegen, während bei allen weiteren Belangen die Gemeinde das Sagen hat. Denn der Hellweger befürchtet: „Eine Zentralisierung würde auch etwas von der Autonomie nehmen, die die Gemeinden haben.“

Gerade die Gestaltungsfreiheit ist etwas, dass auch Cord Trefke (CDU) am aktuellen Zustand schätzt. Der Böterser Bürgermeister ist erst seit vergangenem Herbst im Amt. „Generell ist das für mich noch schwer zu sagen, aber bislang bekomme ich das noch ganz gut hin.“ Daher müsse man mit Blick auf eine Zentralisierung erst einmal das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen und sie mitnehmen, bevor der Prozess angeschoben werde, betont Trefke. „Aber generell ist ja die Schnittstellenoptimierung etwas, an das wir ran müssen.“ Auch Harling plädiert dafür, zunächst Vor- und Nachteile zu erörtern. Seiner Meinung nach ist erst einmal die Samtgemeinde am Zug: „Mit diesem Thema hat der Sozialausschuss eine harte Nuss zu knacken“, vermutet er. „Wir wollen gerne sehen, was uns das bringt.“ Bevor es allerdings in den Ausschüssen auf’s Tapet kommt, plant Bahrenburg ohnehin zunächst, die Mitgliedsgemeinden gezielt einzeln anzusprechen. „Als erster Schritt, in die Ausschüsse geht das erst später.“

Dreyer ist dennoch bereits überzeugt, dass das der richtige Weg ist. „Das gehört ja auch zur Schnittstellenoptimierung. Daher sollte das jetzt auch bald passieren.“

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